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"Don Alfredo" tot: Die Callas von der Eintracht

Zum Tode von "Don Alfredo" Pfaff: Held von Bern, brillanter Fußballer, Kopf der Frankfurter Meisterelf.

Alfred Pfaff war ein filigraner Techniker und der Regisseur der Meistermannschaft von 1959.
Alfred Pfaff war ein filigraner Techniker und der Regisseur der Meistermannschaft von 1959.
Foto: ddp

Am Tag nach der gewünschten 3:8-Niederlage gegen Ungarn hatte der Koch der deutschen Nationalmannschaft in Spiez die Herren Fußballer gefragt, was sie denn zu Mittag essen wollten. "Ungarisches Gulasch", rief da einer forsch. Das war Alfred Pfaff.

Alfred Pfaff, der am Samstagnachmittag, 82-jährig, nach längerer Krankheit in einem Erlenbacher Krankenhaus nahe seiner Odenwälder Heimat Zittenfelden starb, neigte bisweilen zum Kalauern. Als ihn Sepp Herberger 1954 im Mannschaftshotel Belvedere mal mit einem Binding Bier in Zimmer 307 erwischte und barsch fragte, was das denn sei, antwortete er schlagfertig: "Heimatgefühle." Dass seine Karriere in der DFB-Elf nach nur sieben Länderspielen endete, hatte freilich nichts zu tun mit seinen Sprüchen, sondern viel mit Fritz Walter. Beide spielten auf der gleichen Position, und "wenn der Fritz gesund war, kam ich nicht zum Einsatz", sagte Pfaff später. Pfaff spielte 1954 nur einmal, beim 3:8 gegen Ungarn, er erzielte das 1:3 und gehörte damit zur "Mannschaft des Jahrhunderts". Der gebürtige Frankfurt-Rödelheimer, der von 1948 bis 1961 bei der Eintracht spielte (301 Oberligaspiele/103 Tore), lange Zeit deren Kopf war, in einer Zeit, da die Eintracht zur ersten Adresse im deutschen Fußball zählte, war ein brillanter Techniker mit einem begnadeten linken Fuß - er zelebrierte Fußball, spielte die tödlichen Pässe. In Anlehnung an Alfredo di Stefano von Real Madrid wurde Pfaff seither "Don Alfredo" genannt.

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"In seiner linken Fußzehe hatte er mehr Gefühl als viele andere in beiden Beinen", sagt Dieter Lindner. Lindner, ehemaliger Eintracht-Vizepräsident, hat viele Jahre mit Alfred Pfaff Fußball gespielt. "Er war mein Kapitän." Und Förderer. Lindner, ebenfalls ein filigraner Spieler, kam mit 16 Jahren zur Eintracht. "Als junger Kerl hatte ich immer Hunger. Und bei Auswärtsfahrten hat Alfred Pfaff mir oft noch ein Extra-Schnitzel spendiert."

Doch Pfaff galt auch als introvertiert, bisweilen launisch, "er war in der Mannschaft die Callas", erzählt Lindner. Dann wieder griff er bei Veranstaltungen zum Mikrofon und gab Lieder zum Besten.

"Alfred Pfaff war ein Symbol unserer Eintracht", sagt der heutige Klubchef Heribert Bruchhagen über den Ehrenspielführer. Vor allem die deutsche Meisterschaft 1959 (5:3 gegen Kickers Offenbach) und die Spiele im Europapokal, besonders die Siege gegen Glasgow Rangers und das Finale 1960 gegen Real Madrid (3:7) sind untrennbar mit seinem Namen verbunden. Eines seiner besten Spielte machte er 1950 beim 4:3 bei Atletico Madrid. Prompt wollten die Spanier den gelernten Installateur verpflichten, 180 000 Mark boten sie dem Halblinken, damals eine astronomische Summe. Doch Pfaff, der mehr als 60 Jahre mit Edith verheiratet war und zwei Kinder hat, blieb im Lande. Er baute sich schon Anfang der 50er Jahre eine zweite Existenz auf und betrieb, erst in der Weberstraße im Nordend, dann an der Hauptwache, eine Gaststätte. Das ist in etwa so, als wäre heute Mario Gomez Wirt einer Cocktailbar in Stuttgart-Zuffenhausen.

Seit 1971 führte Pfaff in Zittenfelden/Odenwald den Landgasthof Morretal. Nach der 54er-WM hatte Pfaff übrigens den DFB erfolgreich wegen Verdienstausfall verklagt. Er hatte sich extra einen Fernseher angeschafft, und weil er in der Schweiz nur einmal zum Einsatz kam, verpasste er zu Hause "das Geschäft meines Lebens" und musste Aushilfen einstellen, um dem Ansturm Herr zu werden. Tatsächlich erhielt er 1000 Mark zu seiner WM-Prämie von 1200.

Die Trauerfeier für Alfred Pfaff ist am 7. Januar (14 Uhr) in der Abteikirche in Amorbach.

Autor:  THOMAS KILCHENSTEIN
Datum:  29 | 12 | 2008
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1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
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