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Zuschlag für Caio: "Wir geben Geld nicht leichtfertig aus"

Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen über die Neuverpflichtungen Fenin und Caio, eine überhöhte Erwartungshaltung und die eigene Zukunft.

Heribert Bruchhagen hat eingekauft.
Heribert Bruchhagen hat eingekauft.
Foto: harder

Herr Bruchhagen, mit dem Brasilianer Caio hat die Eintracht nun den zweiten Spieler geholt, der mit großen Vorschusslorbeeren nach Frankfurt kommen wird. Macht der Verein nun den erhofften großen Sprung nach vorne?

Die Bundesliga bleibt zementiert. Diese Verpflichtungen dienen der Stabilisierung des Mittelfeldplatzes. Außerdem ist bei Caio die Tinte noch nicht trocken, es gibt noch Details zu klären.

Trotzdem: Es hieß lange Zeit, die Eintracht sitze auf ihrem Geld und scheue große Investitionen. Weshalb nehmen Sie ausgerechnet jetzt welches in die Hand?

Wir geben unser Geld nicht leichtfertig aus. Es handelt sich bei Fenin und Caio um Spieler, die wir sehr lange beobachtet haben. Sie sind beide noch jung, und sie haben große Perspektiven. Da sind sich die Experten einig. Und das Geld ist verdientes Geld, das haben wir eingenommen. Da ist nichts kreditiert. Diese Spieler passen überdies total in unser Gehaltsniveau. Gehen Sie mal davon aus, dass die drei Akteure, die uns verlassen haben (Streit, Takahara und Thurk; Anm. d. Red.) mehr verdient haben als die beiden Neuen verdienen werden. Die Spieler, die ablösefrei kommen, das sind die teuren Spieler.

Trainingsauftakt von Eintracht Frankfurt

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Aber durch die Verpflichtungen steigt doch die Erwartungshaltung in Frankfurt erneut.

Da kann ich mich nur wiederholen: Wir wollen einen Mittelfeldplatz halten.

Aber lassen Sie doch die Fans mal ein bisschen träumen.

Was heißt träumen? Durch Träumereien werden Erwartungen geweckt; Erwartungen, die wir nicht erfüllen können. Dagegen kämpfe ich an.

Aber Mittelmaß befriedigt doch niemanden.

Das Wort Mittelmaß und Niemandsland lese ich ja gerade in der Frankfurter Rundschau oft. Meine Hauptaufgabe in den nächsten Jahren ist, dass solche Begriffe positiv und nicht negativ besetzt werden. Sie besetzen sie negativ, aber Sie liegen damit falsch. Wenn sich Ihre Meinung durchsetzt, dann sieht Eintracht Frankfurt schweren Zeiten entgegen.

Warum?

Noch mal: Weil dadurch eine Erwartungshaltung geschürt wird, die nicht zu erfüllen ist. Und das führt dann zu Enttäuschung, und Enttäuschung führt zu Aggressivität. Diese Kausalkette ist vorgegeben. Dann geht die Spirale nach unten los. Dann wird der Ruf nach Leuten mit Visionen laut. Die kommen dann auch, und dann geht es wieder bergab. Das ist vorhersehbar. Aber das ist mit mir nicht zu machen.

Viele in Frankfurt würden die Eintracht aber gerne in der Spitzengruppe sehen. Ist das an einem Standort wie Frankfurt wirklich so verwunderlich?

Nein, diese hohen Türme, dieser Flughafen, der in Europa die Nummer eins ist, diese Bankenstadt, die nach London die Nummer eins ist. Es schreit vieles danach, im Konzert der Großen mitzuspielen. Aber der Realitätssinn geht dabei verloren. Freuen wir uns doch lieber, dass wir uns strukturell von Vereinen wie Bochum, Bielefeld oder Duisburg abgesetzt haben.

Sie vertreten die These, dass in der Bundesliga die Kleinen kleiner und die Großen größer werden. Ist das wirklich so?

So lange Eintracht Frankfurt mal 1:0 gegen Bayern München gewinnen kann, geht es ja noch. Aber ich bleibe dabei, die ersten Acht der Tabelle sind klar vorhersehbar: Bayern, Schalke, Bremen, Leverkusen, Stuttgart, Hamburg, Dortmund, Hertha - es ist alles vorgegeben, und das ist nicht gut. In Zukunft wird es so sein, dass man mit 36 Punkte sicher in der Bundesliga bleibt, weil die Oben immer mehr Punkte holen und die Unten immer schwächer werden.

Ist das Fernsehgeld schuld an dieser Entwicklung?

Ja, die Lizenzspieleretats driften zu weit auseinander. Und daran ist das nationale und auch internationale Fernsehgeld schuld. Sehen Sie: 1992 konnte die Bayern weder Stein, Bein noch Yeboah kaufen, weil die Vereine vor dem Bosman-Urteil geschützt waren. Und damals war der Etatunterschied 40 Prozent - heute sind es 400 Prozent. Die Bayern-Spieler verdienen das drei- bis fünffache mehr als unsere Spieler. Jeder Profi, der ein bisschen besser ist, wird von den Großen aufgesaugt. Mertesacker, Podolski, Metzelder, Schlaudraff, bei uns Streit und Jones. Da hat man keine Chance. Das ist unbefriedigend.

Und wo sehen Sie den Platz der Eintracht im Bundesligakonzert?

Wir wollen Bestandteil des modernen Städtekampfs Bundesliga sein. Alle anderen Ziele sind kontraproduktiv. Davor kann ich nur warnen.

Das klingt alles so, als ob Sie Ihre Arbeit und die des Trainers nicht genug gewürdigt sehen?

Das heißt es nicht. Als ich die Kommentierung in den Frankfurter Zeitungen zu Funkels Vertragsverlängerung las, habe ich zu ihm beim Mittagessen gesagt: "Friedhelm, du musst jetzt aufhören. Von nun an kann es nur noch bergab gehen." Das war natürlich nur ein Spaß. Aber ihm wird sehr viel Wertschätzung entgegengebracht. Und das freut mich für ihn. Er steht für Kontinuität und Berechenbarkeit. Funkel passt sehr gut zu Eintracht Frankfurt. Ich ärgere mich aber immer über diese latente Unterstellung, Funkel sei nur ein Trainer fürs Mittelmaß. Denn ich bin herzlich dankbar darüber. Im Übrigen muss mir mal einer erklären, wie man ein international aufgestellter Trainer sein will, wenn man Uerdingen, Rostock, Duisburg, Köln und Frankfurt trainiert.

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Datum:  14 | 1 | 2008
Seiten:  1 2
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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