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Eintracht Frankfurt
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01. September 2014

2:2 gegen Wolfsburg: Fehlschüsse und Bänderrisse

 Von 
Der Wolfsburger Ricardo Rodriguez im Zweikampf mit Frankfurts Aleksandar Ignjovski (l.).  Foto: dpa

Eintracht Frankfurt holt in Wolfsburg dank Malanda einen verdienten Punkt und verliert den schwer verletzten Valdez mit Kreuzbandriss. Auf dem Transfermarkt wollen die Hessen trotzdem nicht mehr tätig werden.

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Nach dem vierten Punkt im zweiten Spiel musste sich Thomas Schaaf sputen. Der Trainer der Frankfurter Eintracht wurde in Mainz erwartet, auf dem Lerchenberg, dort, wo am Abend das Aktuelle Sportstudio aufgezeichnet wird. Also ging es für Thomas Schaaf mit dem PKW von Wolfsburg nach Braunschweig, wo er mit einem kleinen Flugzeug nach Mainz-Finthen jettete. Stargast Schaaf war rechtzeitig da, machte ein gute Figur im Zweiten, er scherzte und lachte, er erzählte einer breiten Öffentlichkeit das, was er in Frankfurt fast jeden Tag sagt, nämlich, dass es ihm unheimlich viel Spaß mache, für die Eintracht zu arbeiten, „es harmoniert im Moment“.

Am Ende trat er noch gegen seinen früheren Stürmer Ailton an der Torwand an, jenen Ailton, den er am Samstag bei dessen Abschiedsspiel wieder unter seine Fittiche nehmen wird. Und weil Schaaf konsequent an den Löchern oben und unten vorbeischoss und Ailton, in geballter Leibesfülle angetreten, immerhin einmal traf, drohte der Coach gleich mit unangenehmen Konsequenzen: „Ich stelle dich nicht auf.“ Im eigenen Abschiedsspiel. Wäre ja auch nicht schlecht.

Thomas Schaaf wäre wohl auch dann locker und lässig aufgetreten, wenn seine Mannschaft ein paar Stunden zuvor keinen Zähler aus Wolfsburg mitgenommen hätte, er ist ja lange genug im Bundesligageschäft, mehr als drei Jahrzehnte. Und doch war der Auftritt so, mit einem 2:2 im Rücken, deutlich angenehmer.

Hohn von Seferovic

Dass die Eintracht in Wolfsburg ein verdientes Remis erreichte, lag in erster Linie an einer starken, couragierten und hingebungsvollen Darbietung, in zweiter Linie aber an Junior Malanda, den Recken von trauriger Gestalt. Der junge Belgier schaffte das, was ihm schon vor acht Tagen gelungen war, nämlich einen Ball, den man eigentlich gar nicht nicht ins Tor schießen kann, nicht ins Tor zu schießen. Schon in München versagten dem Mittelfeldspieler die Nerven vor dem verwaisten Kasten, am Samstag war es nicht anders.

In der Nachspielzeit war noch mal ein letzter Ball quer durch den Frankfurter Strafraum geflitzt, vorbei an Freund und Feind, und am langen Pfosten stand Malanda und hätte nur noch den Fuß hinzuhalten brauchen. Im Grunde wäre der Ball auch von einer Litfasssäule oder einem Tannenbaum ins Netz geprallt, es wäre der Siegtreffer und der späte Knockout für die tapferen Hessen gewesen. Malanda aber stocherte sich den Ball mit rechts irgendwie ans linke Standbein, von dort flog die Kugel zu Torwart Kevin Trapp. Es war eine echte Slapstickeinlage. „Ich dachte, das ist ein sicheres Tor“, sagte Trapp. „Aber auf einmal habe ich den Ball im Bauch gehabt.“ Eintracht-Stürmer Haris Seferovic kommentierte den bitteren Fehlschuss hämisch: „Wenn er schlecht vor dem Tor ist, ist es gut für uns. Von mir aus kann er ruhig so weitermachen.“ Feinfühliger äußerte sich natürlich VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs: „Das ist die Steigerung von unglücklich.“ Der junge Mann wird das erst einmal verdauen müssen.

Bereits am zweiten Spieltag hatte sich Nelson Valdez verletzt.  Foto: dpa

Eine Niederlage hätte die Eintracht schwer getroffen. „Es wäre äußerst bitter gewesen, wenn wir hier wieder mal kurz vor Schluss verloren hätten“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Erst im Frühjahr verlor die Eintracht durch einen späten Kracher von Naldo mit 1:2.

Die Eintracht hat sich in Wolfsburg niemals entmutigen lassen, sie lag zweimal im Rückstand, sie hat ihn zweimal egalisiert, einmal durch ein Eigentor von Sebastian Jung nach einem Freistoß von Takashi Inui (23.). Es war bezeichnend, dass ausgerechnet der Ex-Frankfurter Jung den Ball ins eigene Tor lenkte, der Rechtsverteidiger zeigte eine matte Partie, seltsam teilnahmslos, fast schien es, als würde er geschnitten von seinen Mitspielern, die in erster Linie an den persönlichen Erfolg denken. Vielleicht hat sich Jung bei der Eintracht aber noch mal als Mitarbeiter des Monates bewerben wollen. Denn auch beim zweiten Treffer kam er einen Schritt zu spät. Der fiel kurz vor Schluss durch die erste Ballberührung des eingewechselten Vaclav Kadlec (85.). Da hatten viele schon nicht mehr mit einem Ausgleich gerechnet, doch die Frankfurter glaubten an ihre Chance.

Das zeichnet dieses Team aus, es gibt nie auf, macht immer weiter, lässt sich durch Rückschläge oder Widrigkeiten nicht beirren. Das ist durchaus ein Qualitätsmerkmal. „Wir sind kurz vor Schluss zurückgekommen – das spricht für die Mannschaft“, sagte Kapitän Trapp, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Beim 0:1 durch Naldos Freistoß sah er schlecht aus (15.). „Das geht auf meine Kappe“, sagte der Schlussmann selbstkritisch. „Wenn ich Ansprüche habe, muss ich so einen Ball halten. Da bin ich langsamer gefallen als eine Bahnschranke.“ Beim 1:2 durch Maxi Arnold war er chancenlos (79.).

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Den Punktgewinn mussten die Hessen teuer bezahlen. Nelson Valdez, der agile Rechtsaußen, wird bis zum Frühjahr des kommenden Jahres fehlen, nach einem Zweikampf mit Ricardo Rodriguez verdrehte er sich das rechte Knie und wälzte sich vor Schmerzen auf dem Boden. Die Diagnose folgte auf den Fuß: Kreuzbandriss. Er wird noch in dieser Woche bei Jürgen Huber in Heidelberg operiert. „Er wird uns richtig fehlen“, sagte Schaaf. Dennoch wird die Eintracht, wie Sportdirektor Bruno Hübner der FR sagte, wohl nicht mehr auf dem Transfermarkt zuschlagen: „Die Tendenz geht dahin, nichts mehr zu machen.“ Zwar halte man sich bis zur letzten Minute (bis heute 12 Uhr muss ein Spieler auf der Transferliste stehen) alle Optionen offen. „Aber eigentlich wollen wir es aus dem eigenen Kader regeln. Stefan Aigner kommt ja zurück und Alex Meier ist auch schmerzfrei“, so Hübner.

In Wolfsburg hätten die Frankfurter übrigens auch gewinnen können, doch Lucas Piazon nahm ein Geschenk von VfL-Torwart Max Grün nicht an und vergeigte ein sicheres Tor (40.). Malanda sorgte, wenn man so will, also nur für Gerechtigkeit.

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