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09. Februar 2016

Armin Veh: „Können nicht lächelnd absteigen“

 Von 
Ein Mann mit Zopf und Köpfchen: Alexander Meier.  Foto: Heiko Rhode

Eintracht-Trainer Armin Veh hält die Intensität hoch, sorgt sich um die Psyche seiner Spieler und lobt Lilien-Kapitän Sulu.

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Nach dem Training bei unschönem Fritz-Walter-Wetter hat Alexander Meier seinen neuen Kollegen von „rechts hinten“, Yanni Regäsel, gebeten, noch ein paar Flanken zu schlagen. Das ist nichts Ungewöhnliches; der 33 Jahre alte Mittelfeldstürmer schiebt öfter Zusatzschichten nach dem offiziellen Üben. Und Regäsel, 20, und gerade mal eine Woche in Frankfurt, gehorchte aufs Wort: „Der Meier wollte Flanken, wenn er die will, kriegt er sie“. Sprachs und schaufelte die Bälle in den Strafraum.

Gut 20 Minuten übten die beiden am Torschuss, das war bemerkenswert, weil die Einheit zuvor schon knackig war, mit verschärftem Torschusstraining, Zirkel, Spiel und abschließenden Sprints über den halben Platz. Es wird ordentlich gearbeitet bei Eintracht Frankfurt, und es gibt ja auch keinen Grund, es schleifen zu lassen. „Schlimm wäre es, wenn wir nicht wüssten, um was es geht. Wir können nicht lächelnd absteigen“, sagt Trainer Armin Veh.

Die Situation hat sich mit der eigenen Niederlage und dem Sieg des Konkurrenten aus Darmstadt für Eintracht Frankfurt ja nicht verbessert. „Wir stehen hinten drin, und das wird sich so schnell auch nicht ändern“, sagt der Fußball-Lehrer. Schon am kommenden Samstag, nach dem Spiel beim 1. FC Köln, könnten die Hessen bereits auf den Relegationsplatz durchgereicht worden sein. Dann wäre der schöne Start in die Rückrunde mit vier Punkten verpufft. Das zarte Pflänzchen Hoffnung wäre zertreten, womöglich auch die positive spielerische Fortentwicklung gestoppt. Denn, dass das fußballerisch in Ordnung war, was die Hessen ablieferten, darüber gibt es kaum Zweifel. Doch die Eintracht belohnte sich nicht. Veh ist felsenfest davon überzeugt, dass sein Team bei einem Sieg über den VfB einen Schub bekommen hätte. „Wenn wir gewonnen hätten, hätten wir einen großen Schritt getan.“ Nicht nur tabellarisch, sondern „wir würden sicherlich besser Fußball spielen“.

Veh weiß sehr genau, dass im heutigen Sport der Kopf eine immer wichtigere Rolle spielt. Die mentale Stärke eines Sportlers gewinne in Krisensituation an Bedeutung. „Gucken Sie sich doch Hoffenheim an: Hätten die 28 Punkte auf ihrem Konto, hätten sie am Sonntag Darmstadt geschlagen“, sagt der 55-Jährige. Wer unten drin steht, muss nicht nur gegen den Gegner ankämpfen, sondern auch gegen die eigene Psyche. Man grübele, fühle sich verunsichert – „und kann sein Potenzial nicht abrufen“, sagt Veh. „Das dürfen wir nicht zu lassen.“ Am besten wäre es, findet der Coach, wenn die Spieler keine Zeitungen mehr lesen und nicht mehr auf ihre Smartphones gucken würden. „Aber das machen sie ja doch.“ Im übrigen sei er der Ansicht, dass „heutzutage die Jungs viel anfälliger sind als früher“. Es steht halt auch eine Menge auf dem Spiel.

Umgekehrt funktioniert das mit der mentalen Stärke aber ebenso, Beispiel Darmstadt 98. Von denen hatte niemand etwas erwartet, sie konnten ohne Druck aufspielen. Bestes Beispiel für Erfolg durch Selbstvertrauen sei Lilien-Kapitän Aytac Sulu, der am Sonntag beim 2:0-Erfolg in Hoffenheim bereits seinen fünften Treffer erzielte. „Das ist ein richtiger Abwehrchef, ein feiner Kerl. Auch was er sagt, gefällt mir“, lobte der Coach. Die eigenen Abwehrspieler sind vor dem gegnerischen Tor eher harmlos, auch das ist Teil des Problems. Alle Frankfurter Verteidiger zusammen haben in 20 Spielen genau ein Tor erzielt, nämlich Marco Russ (und der spielt meist im defensiven Mittelfeld). Im vergangenen Jahr trafen immerhin die Verteidiger Alexander Madlung (4) und Russ (2). Carlos Zambrano hat für die Eintracht in der Bundesliga noch nie ein Tor erzielt, und der ist seit 2012 im Klub. Veh winkt da ab, Zambrano gehe bei Standards ohnehin nicht nach vorne, „und wenn wir abhängig sind, ob ein Innenverteidiger die Tore macht“, dann stehe es nicht gut um die Eintracht, die übrigens das geplante Privatspiel heute gegen den KSV Klein-Karben wegen Unbespielbarkeit des Platzes am Riederwald verschoben hat.

Harmlose Verteidiger

Am nächsten Samstag in Köln wird Zambrano sicher wieder nicht treffen. Er ist nämlich gesperrt. David Abraham kehrt ins Team zurück, Russ wird Zambranos Aufgabe in der zentralen Deckung übernehmen. Und Makoto Hasebe wäre dann frei für den Posten des Sechsers im Mittelfeld. Szabolcs Huszti, der gestern wegen einer Erkältung fehlte, dürfte wieder den linken Flügel besetzen. Der Ungar hat immerhin schon ein Tor erzielt.

Yanni Regäsel ist nach dem Flankentraining noch gefragt worden, wie er den 1. FC Köln erwarte. Die Antwort kam schnell: „Keine Ahnung, wie Köln spielt. Interessiert mich auch nicht.“ Er gucke nur auf sich.


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