Eintracht Frankfurt
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19. Januar 2013

Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt: Fehlstart nach Doppelschlag

 Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz
Unverbesserliche Frankfurter Fans schießen Böller und Silvesterraketen aufs Spielfeld. Foto: REUTERS

Eintracht Frankfurt ist mit einer 1:3-Niederlage in die Rückrunde gestartet. Zwei Treffer binnen 100 Sekunden warfen die Hessen entscheidend zurück, überschattet wurde die Partie von unverbesserlichen Frankfurtern, die Böller aufs Spielfeld schossen. Das Spiel wurde sieben Minuten unterbrochen.

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30 Minuten hatte Eintracht Frankfurt fast alles im Griff. Die Hessen hatten mehr Ballbesitz, gewannen mehr Zweikämpfe, ließen die Leverkusener kaum zur Entfaltung kommen. Sie machten Druck, spielten ihr gewohntes Spiel, das sah ganz hübsch aus. Bis zum ersten Frankfurter Treffer schien es nur eine Frage der Zeit – auch wenn die Eintracht nach vorne nicht sonderlich effektiv war. Da fehlte der letzte Druck, der letzte Pass kam nicht. Allein Takashi Inui hatte eine kleine Chance, doch sein Kopfball strich am Tor vorbei.

Von Leverkusen, immerhin Tabellenzweiter, war nicht viel zu sehen, sie hielten sich vornehm zurück. Dann, es waren 30 Minuten gespielt, flog eine Ecke in den Frankfurter Strafraum, nach einem Luft-Duell köpfte Marco Russ die Kugel genau in die Mitte des Strafraums auf den Fuß von Sebastian Boenisch und der drosch die Kugel humorlos ins Tor. Kaum war der Anstoß ausgeführt, passte Andre Schürrle in die Schnittstelle der Frankfurter Abwehr, Gonzalo Castro legte quer und Stefan Kießling schob ein. 0:2 - die Partie war gelaufen, zumal die Bayer-Elf mit den beiden Toren im Rücken langsam auftaute und sich die Führung in der Folgezeit erst verdiente. „Diese beiden Tore waren tödlich“, fasste Eintracht-Trainer Armin Veh die 90 Minuten zusammen. Er wirkte nicht sonderlich enttäuscht. „Leverkusen hat eine richtig gute Mannschaft.

Die stehen nicht umsonst so weit oben in der Tabelle.“ Auch Kapitän Pirmin Schwegler, der seine überragende Form aus der Vorrunde nicht über die Winterpause hatte retten können, lobte den Gegner ein wenig zu überschwänglich. „Das war heute ein kleiner Rückschlag gegen eine gute Mannschaft.“

Verpufft im Nirgendwo

Tatsächlich erreichte an diesem kalten Nachmittag in der BayArena, bis auf Carlos Zambrano, der allerdings mit einer starken Prellung am Sprunggelenk schwer hinkend ausgewechselt werden musste, kein Eintrachtler Normalform: Weder Schwegler, noch Sebastian Rode, dem man seine einwöchige Trainingspause anmerkte, noch Sebastian Jung, Inui oder Alexander Meier – der immerhin verkürzte in der 78. Minute mit einem sehenswerten Schlenzer noch auf 1:3 – zeigten ihre gewohnten Leistungen.

Vieles missriet ihnen, die Flanken verpufften im Nirgendwo, richtig Gefahr ging nicht aus. Und nach dem 0:2 war die Luft raus, Andre Schürrles 3:0 besiegelte die Niederlage endgültig. Bayer spielte gnadenlos effektiv, die Werkself nutzte ihre Chancen eiskalt. „Deshalb müssen wir in diese verdiente Niederlage einwilligen“, sagte Klubchef Heribert Bruchhagen.

Immerhin haben die Hessen nicht aufgegeben. Das hob der Trainer eigens hervor. „Wenn der Anschluss früher fällt, geht vielleicht noch was“, sagte Veh, der das Wochenende im Westen bleiben wird, weil die DFL am Montag in Düsseldorf die Trainertagung angesetzt hat.

„Nicht resignieren“

Diese Partie allerdings wird für Eintracht Frankfurt sicherlich Folgen haben. Nach einer Viertelstunde zündeten ewig Unverbesserliche mal wieder Böller, Pyros und schossen Silvesterraketen aufs Spielfeld. Schiedsrichter Wolfgang Stark unterbrach darauf die Partie für sieben Minuten, schickte beide Teams in die Kabinen. „Das ist schon deprimierend“, sagte Bruchhagen zur Pause. „Das sind Problembesucher.Wir müssen alles daransetzen, sie zu isolieren. Wir dürfen nicht resignieren.“

Die Frankfurter Schwegler, Meier und Jung gehen als Verlierer vom Platz.
Die Frankfurter Schwegler, Meier und Jung gehen als Verlierer vom Platz.
Foto: REUTERS

Dabei dachte man in Frankfurt, man hätte diese Problematik in den letzten Wochen auch dank des Engagements von Vorstand Axel Hellmann, ein wenig in den Griff bekommnen. „Das war ein Trugschluss.“ Bruchhagen sprach von einer „Gruppe von Provokateuren. Die haben einfach nur Lust auf Bambule.“ Mit Fußball hätte diese kleine Gruppe nichts zu tun.

Trainer Veh wollte sich dazu gar nicht äußern, er sagte nur. „Das sind keine Fans, die sind einfach nur doof.“ Nach Schlusspfiff hatte die Mannschaft tatsächlich für einen Augenblick überlegt, nicht zum Abklatschen in die Fankurve zu gehen. „Aber dann hätten wir auch 98 Prozent der Fans getroffen, die nichts damit zu tun haben und einen weiten Weg auf sich genommen haben.“ Eintracht Frankfurt wird wohl wieder mit einem Teilausschluss der Zuschauer bei einem Heimspiel rechnen müssen.

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