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04. März 2016

Bernd Hölzenbein: „Einmal Versager, dann wieder Weltklasse“

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„Als ich meine ganzen Tore gesehen habe, war ich so was von stolz“, sagt Bernd Hölzenbein  Foto: Stefan Krieger

Eintracht-Legende Bernd Hölzenbein spricht kurz vor seinem 70. Geburtstag über fehlendes Selbstvertrauen, große Erfolge, die von Disharmonie geprägt waren, und seine ganz besondere Beziehung zu Jupp Heynckes.

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Wie viele Interviews Bernd Hölzenbein, die Eintracht-Legende, in den vergangenen Tagen geben musste, kann er gar nicht so genau sagen. „Bestimmt zehn“, sagt „Holz“. Wahrscheinlich sind es noch viele mehr. Dazu muss man wissen: Nichts mag er so wenig wie Interviews. Das ist allerdings in diesem Fall unausweichlich, denn Bernd Hölzenbein wird am kommenden Mittwoch 70 Jahre alt.

Der Ehrenspielführer, dreifacher Pokalsieger und Uefa-Cup-Gewinner mit der Eintracht und Weltmeister 1974, wird seinen Ehrentag in aller Ruhe und Abgeschiedenheit begehen. Eine große Gala der Eintracht, wie der Klub sie auch vor anderthalb Jahren zu Ehren der anderen Ikone, Jürgen Grabowski, initiierte, lehnte Hölzenbein ab. „Das ist für mich Stress.“ Am Dienstag wird der frühere Vizepräsident und Manager mit seiner Frau verreisen.

Herr Hölzenbein, welche Frage wurde Ihnen im Laufe Ihres Lebens am häufigsten gestellt?
War es ein Elfmeter oder nicht? Egal, wo ich bin, das kommt immer als erstes. Ich antworte dann immer: Elfmeter war es auf jeden Fall. Die Frage, die man mir stellen müsste: War es ein Foul?

Und?
Natürlich war es ein Foul (lacht).

Hat Sie die Diskussion um diese vermeintliche Schwalbe irgendwann genervt?
Ja, zwischenzeitlich war das schon nervig. Andererseits ist es ja so, dass es das Finale der Weltmeisterschaft 1974 war, und wenn es diese Situation nicht gegeben hätte, wäre vielleicht vieles anders gelaufen. Vielleicht wären wir nicht Weltmeister, sondern nur Zweiter geworden. Das ist hypothetisch, klar.

Und Sie bleiben dadurch seit mehr als 40 Jahren im Gespräch.
Es ist ja auch schön, und gerade nach dem letzten WM-Titel in Brasilien ist ein Hype um die alten Weltmeister entstanden, das war schon phänomenal. In der U-Bahn, in der Straßenbahn, überall werde ich angesprochen. Ein unglaublicher Wirbel. Und die Leute heute wollen ja keine Autogramme mehr, die wollen alle Fotos.

Aber so der Selfie-Typ sind Sie noch nicht geworden?
Nee, nicht so richtig (lacht).

Sie werden ja nächste Woche 70 Jahre alt. An welche Ereignisse denken Sie zurück, welche bleiben bei Ihnen haften?
Da gibt es so vieles. Und ich möchte Ihnen da eine kleine Anekdote erzählen. Ich habe mir von der DFL vor zwei Jahren eine DVD mit all meinen 160 Toren zusammenstellen lassen. Okay, die DFL hat nur 130 gefunden, die anderen waren auch im Archiv nicht mehr aufzutreiben. Und als ich mir die DVD das erste Mal angesehen habe, da war ich so was von stolz, das können Sie sich nicht vorstellen. Ich hatte viele Tore gar nicht mehr in Erinnerung, da waren tolle, wunderbare Treffer dabei, viele Kopfballtore auch. Und auch die Tore gegen Bayern München...Wenn du dann auf dem Video siehst, wie Franz Beckenbauer auf Sepp Maier geschimpft hat – herrlich (lacht). Diese DVD hat mir noch mal Aufwind gegeben.


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Weil Sie da erst gemerkt haben, wie gut Sie eigentlich waren?
Vielleicht, ja. Das könnte man so sagen. Mein Selbstbewusstsein war ja nie so ausgeprägt. Es gibt da ja die eine Geschichte, als ich damals mit Bernd Nickel beim Probetraining der Eintracht in Holland war. Der Nickel war so überragend, da habe ich zu mir gesagt: „Nee, Bernd, das schaffst du nicht, das wird nix.“ Und dann bin ich nach Hause gefahren und habe am nächsten Tag für die TuS Dehrn in der Bezirksliga gespielt. Da habe ich in vielen Spielen sieben, acht Tore gemacht. Aber die Nummer bei der Eintracht, die schien mir eine Nummer zu groß. Das Thema war durch für mich.

Und dann?
Dann rief die Eintracht plötzlich drei Monate später an und fragte nach, ob ich Interesse hätte. Natürlich wollte ich dann. Ich habe – genauso wie Bernd Nickel – erst bei den Amateuren gespielt. Ich habe von der Eintracht auch kein Geld gefordert, meine einzige Bedingung war, dass ich mit aufs Mannschaftsfoto bei den Profis darf. Das habe ich geschafft, und das Bild hängt hier noch irgendwo, es war 1966.

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