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Eintracht Frankfurt
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01. Dezember 2008

Bremen gegen Frankfurt: Sieben Stunden Knast

Die Polizei nimmt in Bremen über 200 Eintracht-Fans in Gewahrsam (29.11.2008).  Foto: Heiko Rhode

234 Frankfurter Fans verbringen den Samstag in "Verhinderungsgewahrsam". Bei ihrer Ankunft in Bremen werden sie erst eingekesselt und dann in drei Gefängnisse gesperrt.

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Ulf aus der Rhön verpasst praktisch kein Spiel der Eintracht, und wenn die WM in Südkorea und Japan gespielt wird, ist er auch da. "Aber so etwas wie am Samstag in Bremen", sagt er, "habe ich noch nie erlebt."

Ohne Grund seien er und die übrigen 44 Insassen eines Fanbusses aus Gießen im Steintorviertel von Polizeibeamten eingekesselt worden. Er habe sich zwar absetzen können, alle übrigen Mitglieder des gerade angekommenen Fanklubs "Kommando Gießen" seien in Gewahrsam genommen worden. "Wir haben absolut nichts gemacht."

Wie ihm erging es weiteren etwa 200 Frankfurter Anhängern, die am Samstagmorgen zwischen neun und 9.30 Uhr in Bremen angekommen waren. Um zwei Uhr waren fünf Busse aus Frankfurt und einer aus Gießen losgefahren, um, wie ein Betroffener der Ultras Frankfurt der FR sagte, früh in Bremen zu sein, weil man im Kneipenviertel rund ums Weserstadion "ein paar Biere trinken wollte".

Die Eingekesselten seien nach und nach in drei Gefängnisse gebracht worden, wo sie mit 19 Mann in einer Vierer-Zelle oder mit 13 Mann in einer Einzelzelle bei Leitungswasser und Brötchen bis 18 Uhr hätten ausharren müssen. Die Polizei, sagte ein Betroffener, habe weit über das Ziel geschossen, die ganze Aktion sei maßlos überzogen. Fans seien mit Kabelbinder gefesselt worden. In der Halbzeit habe die Polizei "wahllos auf den Eintracht-Block verlassende Fans eingeschlagen" (Ulf), auch Pfefferspray sei eingesetzt worden.

Nach Darstellung der Bremer Polizei trug sich das Geschehen so zu. "Um 9.30 Uhr", sagte Polizeisprecher Gundmar Köster am Sonntag der FR, "blockierte eine Gruppe Frankfurter den Sielwall. Dadurch kam der Bahn- und Individualverkehr zum Erliegen." Die Frankfurter seien "für polizeiliche Ansprachen nicht zugänglich gewesen", zudem "sehr aggressiv" aufgetreten. "Es folgten Provokationen und Beleidigungen von Polizeibeamten."

Deshalb sei die "Menge gestoppt" und 234 Fans im Steintorviertel "in Verhinderungsgewahrsam" genommen worden. Dabei handele es sich um eine "polizeiliche Maßnahme, um weitere Ausschreitungen zu verhindern". Gegen vier Fans sei Strafanzeige erstattet worden.

Diverse Sturmhauben zur Vermummung, Abschussgeräte für Signalmunition sowie pyrotechnische Gegenstände und später im Stadion noch 20 Messer, 13 Dosen Reizgas und diverse Wurfgegenstände seien sichergestellt worden. Nach Spielschluss seien die in Gewahrsam genommenen Fans in ihren Bussen, eskortiert von Ordnungshütern, auf die Autobahn geleitet worden.

Die Polizei begleitete die Busse bis nach Frankfurt. Betroffene sagten, dass sämtliche Raststätten auf der 460 Kilometer langen Fahrt für Fans gesperrt waren.


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Polizeisprecher Köster wies ausdrücklich auf den Mai vergangenen Jahres hin, als ein Bremer Zivilbeamter von einem Werder-Anhänger bei dessen Angriff auf Eintracht-Fans schwere Kopfverletzungen erlitten hatte.

Eintracht-Fansprecher Rudi Köhler sammelt derzeit noch Fakten, kommt aber zu dem Zwischenfazit: "Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Polizeiaktion überzogen gewesen sein könnte". (kil/jcm)

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