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Vorwürfe: Bruchhagen verteilt Ohrfeigen

Der Eintracht-Boss knöpft sich seine redseligen Profis vor und wirft ihnen vor, sich in Interviews besser zu schlagen als auf dem Platz.

Heribert Bruchhagen freut sich nicht gerade über die Redseligkeit seiner Profis.
Heribert Bruchhagen freut sich nicht gerade über die Redseligkeit seiner Profis.
Foto: Michael Schick

Heribert Bruchhagen steht sicher nicht im Verdacht, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Der Ostwestfale neigt gewiss nicht zum Größenwahn, schon gar nicht als Boss des hessischen Erstligisten Eintracht Frankfurt, den er in seinen fast sieben Jahren als Vorstandschef zu einer festen Größe in der Fußball-Bundesliga entwickelt hat. Deshalb sei er nach der 1:2-Niederlage zum Saisonauftakt in Hannover auch nicht geschockt gewesen. „Ich habe die Berichterstattung in den Zeitungen im Vorfeld genau verfolgt“, erzählte Bruchhagen am Montag und nannte Namen: „Franz, der Superheld, ist in allen Medien zu Hause. Schwegler wurde als der Kopf der Eintracht gepriesen. Es war doch typisch, dass all diese Helden Probleme auf dem Platz hatten.“ Einmal in Fahrt, nahm er auch Ioannis Amanatidis aufs Korn: „Herr Amanatidis gibt auch ein schlaues Interview nach dem anderen, aber aus drei Metern trifft er das Tor nicht.“ Kurzum: „Die Interviews haben sich auf dem Platz nicht wiedergefunden.“

Waren sich die Frankfurter Profis, die heute im Testspiel bei Viktoria Aschaffenburg (18 Uhr) anzutreten haben, schlicht zu sicher? War etwa gar Hochmut im Spiel? „Die Realitäten spiegeln sich immer auf dem Platz, Hochmut möchte ich der Mannschaft aber nicht unterstellen, sie hat gekämpft“, erwiderte Bruchhagen. Aber dennoch schlichen die Frankfurter als Verlierer vom Platz. „Die Hannoveraner waren so schlecht, wir waren in allen Belangen besser“, ärgerte sich Bruchhagen über die liegengelassenen Punkte. Daran trage aber auch der Schiedsrichter eine Mitschuld, behauptete Bruchhagen. „Ich habe es im Fernsehen noch einmal genau gesehen: Herr Aytekin sieht das Handspiel (Ya Konan, 54. Minute; Anmerk. d. Red.), dreht sich sofort um und läuft zur Mitte. Er wollte einfach keinen Elfmeter und Platzverweis geben.“

Abgehakt. Es gibt nun Wichtigeres. „In den nächsten zwei, drei Tagen wird es turbulent zugehen“, versprach Bruchhagen. Die Eintracht möchte schließlich noch ein paar Spieler abgeben: Markus Steinhöfer, Cenk Tosun, Marcel Titsch-Rivero und Habib Bellaid stehen im Schaufenster. Nikola Pekovic ist schon weg. Er kickt jetzt in Russland, allerdings nicht für Perm, sondern für den Ligakonkurrenten Tom Tomsk. „Mein Fehler, ich habe mich einfach versprochen“, sagte Bruchhagen. „Er steht auch schon auf der Internetseite des neuen Klubs. Ich kann zwar kein kyrillisch, aber sein Bild habe ich gesehen.“

Autor:  Jörg Hanau
Datum:  23 | 8 | 2010
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