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Die Eintracht in Köln: Viel Gestochere und ein Fehltritt

In Unterzahl stemmt sich die Eintracht gegen eine drohende Niederlage - und sichert sich am Ende mit Glück, Können und Einsatzfreude einen Punkt in Köln. Von Thomas Kilchenstein und Jörg Hanau

Augen zu und durch: Patrick Ochs säbelt Kölns Fabrice Ehret um.
Augen zu und durch: Patrick Ochs säbelt Kölns Fabrice Ehret um.
Foto: getty

Friedhelm Funkel, der alte Trainer der Kölner und Frankfurter, blickte von oben milde, entspannt und in charmanter Begleitung auf das torlos umkämpfte Gestochere, als das einzutreffen schien, was sich jeder Trainer insgeheim wünscht: Die unterlegene Mannschaft fährt einen allerletzten Konter, schließt ihn mit einem Tor ab und gewinnt so die Partie. Fast wäre es so in Köln gekommen, Benjamin Köhler legt in der Nachspielzeit nicht ganz perfekt quer auf den mitgelaufenen Alexander Meier, sechs, sieben Meter vor dem Tor, doch dem Schlaks springt der Ball ein klein wenig zu weit vom Fuß. Ein Kölner Verteidiger blockt den Schuss noch ab. Danach pfeift Schiedsrichter Manuel Gräfe ab.

Wahrscheinlich wäre das ein bisschen des Guten zu viel gewesen. Auch so war Eintracht Frankfurt zufrieden mit dem Punkt. "Das war fußballerisch nicht wirklich ein Hochgenuss, aber unglaublich intensiv", fasste Eintracht-Trainer Michael Skibbe die 93 mehr oder weniger packenden Minuten zusammen. "Wir haben das 0:0 exzellent verteidigt." Exzellent aber nur deswegen, weil die Frankfurter in Unterzahl mauern mussten. Es war eine lange Zeit Unterzahl, 39 Minuten, um genau zu sein.

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Und das kam so: Nach 54 Minute spielt Meier in der Vorwärtsbewegung einen katastrophalen Querpass an der Mittellinie, der Kölner Fabrice Ehret ging dazwischen und lief aufs Frankfurter Tor zu. Patrick Ochs setzt nach und holt den Kölner Spieler rüde von den Beinen. Die logische Konsequenz: Rote Karte. Über die Berechtigung des Platzverweises gab es keine zwei Meinungen, Skibbe sprach hinterher von "einer harten, aber sicherlich vertretbaren" Entscheidung, Klubchef Heribert Bruchhagen war gar ziemlich angefressen von dieser dummen Aktion: "Patrick muss sich gut überlegen, ob solche Aktionen für die Mannschaft die richtigen sind. Ganz sicher muss er nicht so reingehen." (Siehe auch nebenstehenden Artikel).

Dessen ungeachtet schwang sich die Eintracht danach zu einer sehr respektablen, kämpferisch starken Leistung auf. "Toll, die Mannschaft hat sich in Unterzahl mächtig gut verkauft", lobte Skibbe. Jeder Spieler legte noch eine Schippe extra drauf, vor allem die Innenverteidigung um Aleksander Vasoski und Marco Russ sowie Chris als Staubsauger vor der Abwehr ragten heraus und sorgten letztlich dafür, dass der 1. FC Köln zwar klar feldüberlegen war, aber im zweiten Abschnitt keine ernsthafte Torchance hatte. In der Statistik steht bei Kölner Schüssen aufs Frankfurter Tor: eine Eins. Oka Nikolov, der souveräne wiewohl kaum geprüfte Torhüter, hatte keinen schweren Ball zu halten gehabt.

1. FC Köln - Eintracht Frankfurt 0:0

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"Köln war über weite Strecken die bessere Mannschaft, aber zwingende Torchancen hatten sie auch nicht", sagte Marco Russ, der Punkt sei also durchaus verdient. "Wegen der Roten Karte ist das Spiel in der zweiten Halbzeit auseinander gefallen", sagte Ioannis Amanatidis, dem in der dieser zweiten Hälfte kaum mehr etwas gelingen sollte. Aber da ging es ja nur darum, den einen Punkt festzuhalten.

Spycher: "Die Mannschaft hat Charakter bewiesen"

Nur in der ersten Halbzeit kombinierten die Frankfurter zeitweise ordentlich, aber auch sie hatten kaum eine ernsthafte Möglichkeit. Zwei halbe Chancen des überraschend für Köhler aufgebotenen Nikos Liberopoulos blieben die einzige Ausbeute. Skibbe hatte mutig aufgestellt: Fünf offensiv ausgerichtete Spieler standen beim Anpfiff auf dem Platz, und auch dieses Mal wurde ersichtlich, dass sich die Eintracht aus vielen misslichen Situationen mittlerweile auch spielerisch zu befreien weiß. Zeitweise war das Vorwärtsspiel ganz hübsch anzusehen, wenn auch die erforderliche Durchschlagskraft fehlte.

Glück hatten die Frankfurter nur ganz am Anfang, als Milivoje Novakovic ein flaches Zuspiel von Linksfuß Ehret um Haaresbreite verpasste. "In der zweiten Halbzeit haben wir zu schlecht nach vorne gespielt", urteilte Skibbe. Auch deswegen hatte Klubchef Bruchhagen Mitte der zweiten Halbzeit Sorgen, dass "noch einer durchrutschen könnte". Allerdings waren die Kölner nur bei Standardsituationen gefährlich, aus dem Spiel heraus lief bei ihnen wenig zusammen.

Nach drei Spielen ohne Niederlage und fünf Punkten bei zwei Auswärtsspielen kann der Start in die neue Runde für Eintracht Frankfurt als durchaus gelungen bezeichnet werden. "Darauf lässt sich aufbauen", sagte auch Kapitän Christoph Spycher, selbst wenn seriöse Rückschlüsse auf die neue Saison noch nicht gezogen werden können. "Die Tendenz ist aber positiv", sagte auch Maik Franz, der den Part von Ochs hinten rechts sehr ordentlich ausfüllte. "Das war okay heute", sagte schließlich Ioannis Amanatidis. "Die Mannschaft hat Charakter bewiesen", meinte Spycher. Das ist ja auch schon einiges.

Was den Hessen noch fehlt, ist Konstanz. "Es gab bessere Phasen, und es gab schlechtere Phasen in unserem Spiel", urteilte der Kapitän. Irgendwie sei das Spiel in Köln ein Mittelding aus den bisherigen Bundesligaspielen gewesen - dem sehr guten in Bremen und dem eher schwachen gegen Nürnberg, sagte der Spielführer. Nun kommt Borussia Dortmund nach Frankfurt - danach wird man wieder etwas schlauer sein.

Autor:  Thomas Kilchenstein und Jörg Hanau
Datum:  23 | 8 | 2009
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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