Abo | ePaper | App | Newsletter | Facebook | Anzeigen | Trauer

Eintracht Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt

12. September 2011

Eintracht: Nach dem 3:3 in Cottbus: Frankfurter Lufthoheit

 Von Thomas Kilchenstein, Ingo Durstewitz und Andreas Hunzinger
Noch in Schieflage. Diesen Zweikampf hat Rob Friend (re.) gegen Uwe Hünemeier noch verloren. Später schlug er dann per Kopf zu.  Foto: dpa/Thomas Eisenhuth

Mit den beiden Stoßstürmern Mohamadou Idrissou und Robin Friend hat die Eintracht eine neue Qualität hinzugewonnen − auf Kosten des spielerischen Elements?

Drucken per Mail

Mit den beiden Stoßstürmern Mohamadou Idrissou und Robin Friend hat die Eintracht eine neue Qualität hinzugewonnen − auf Kosten des spielerischen Elements?

Cottbus –  

Am Tag nach dem verrückten 3:3 von Cottbus hat der Frankfurter Trainer Armin Veh den Blick schon wieder nach vorne gerichtet. Oder besser gesagt: nach unten. Am Sonntagmorgen wollte sich der Coach ein Bild von der aktuellen Rasenbeschaffenheit in der Frankfurter Arena verschaffen. Da gibt es seit Wochen eine Reihe von Irritationen, Veh empfindet den Rasen schlicht als „Katastrophe“, an der Oberfläche viel zu weich und zu rutschig, der Stadionbetreiber findet den Platz indes okay und lässt Gutachten auffahren: Bis zum nächsten Heimspiel am kommenden Freitag gegen Hansa Rostock sei das Grün in einem guten Zustand, wurde dem Coach bedeutet. Am Sonntag also wollte er sich per Augenschein davon überzeugen − allein, er stand im eigenen Stadion vor verschlossenen Türen.

Dreimal wurde Veh woanders hingeschickt, erst dann konnte er den Rasen prüfen. Überzeugt war der Trainer von der aktuellen Qualität nicht, „aber es ist ja noch nicht Freitag.“ Skeptisch will er bleiben, nicht streitlustig, er will einen „angemessenen Rasen“, sagt Veh. „Dieser Rasen ist eines Zweitligisten nicht würdig.“ Von der Ersten Bundesliga sprach er ganz bewusst nicht.

Statistik
Blog G - mitreden!
Video
Live!
Spielplan
Mehr

Wo steht die Eintracht? Ergebnisse, Heim-, Auswärts- und Kreuztabelle sowie weitere Statistik zur 1. Fußball-Bundesliga.

Anmerkungen zum Verein des Herzens - subjektiv, unqualifiziert, völlig unreflektiert. Reden Sie mit! Im Blog-G.

Wie sieht die FR-Redaktion die Eintracht? Sehen Sie selbst - unsere Videokolumnen "Volltreffer!" und "Waldstadion".

Verfolgen Sie die Eintracht im Live-Ticker zur Fußball-Bundesliga. Und wenn Sie möchten, andere Begegnungen gleich mit. Auch auf dem Handy unter mobil.fr-online.de/liveticker. In Twitter berichtet unsere Sportredaktion aktuell unter FR_Sport.

Wer sind die nächsten Gegner? Der Spielplan der Eintracht.

Lesen Sie viele weitere Berichte - gesammelt in unserer Eintracht-Rubrik auf FR-Online.de

3:3 in letzter Sekunde − nach 0:2 und 1:3-Rückstand: Hat Eintracht Frankfurt, der Aufstiegskandidat Nummer eins, nun einen Punkt gewonnen, weil der Ausgleich in der 90. Minute gefallen war? Oder sogar zwei Zähler verloren, weil die Hessen fast 60 Minuten lang überhaupt keinen Zugriff auf diese Partie finden konnten? Ist die Moral zu loben, zweimal zwei klare Rückstände aufgeholt zu haben? Ist gar die Leistung herauszuheben, nach sieben Spielen in der zweiten Liga weiterhin ungeschlagen zu sein, erneut, im vierten Auswärtsspiel, mindestens drei Tore erzielt zu haben? Oder ist die spielerische Armut zu tadeln, auch die erschreckende Einfallslosigkeit, über weite Strecken des Spiels? Und wieso glaubten die Eintracht-Profis eigentlich, mit so einer geringen Laufleistung Erfolg haben zu können? So wenig, zürnte Veh, sei die Mannschaft bislang noch nie gelaufen. Das sei statistisch belegt. Vielleicht hat der Dino der Mannschaft, Kapitän Oka Nikolov, diese seltsamen 90 Minuten am besten zusammengefasst: „Die erste Halbzeit war richtig schlecht, und die zweite war auch nicht gut.“

Am Sonntag bat Armin Veh ein wenig um Verständnis dafür, dass noch gehörig Sand im Getriebe knirschte. Die beiden Neuzugänge, Rob Friend und Mohamadou Idrissou, fremdelten noch, „wir konnten wenig einstudieren.“ Fast scheint es Veh, als beginne die Vorbereitung neu. „Das alles braucht Zeit.“ Jetzt erst, am siebten Spieltag, hat der Trainer sein Team zusammen. Veh will das spielerische Element weiter fördern, will attraktiven Fußball mit Kombinationen sehen, will Fußball nicht arbeiten. Das sagte er erst am Sonntag wieder.

Nur noch lange Bälle

In Cottbus war davon lange, sehr lange Zeit nichts zu sehen. Das lag aus Sicht des Trainers nicht daran, dass gleich beide Stoßstürmer von Anfang an spielten. Man hatte den Eindruck gewinnen können, im Wissen um die neue Kopfballstärke der Eintracht spielten nun plötzlich alle nur noch den langen Ball. Sebastian Jung, der das 0:1, wie er selbst zugab, per Eigentor fabrizierte, sagte anderntags: „Dadurch, dass wir wissen, neuerdings sehr groß aufgestellt zu sein, schlägt man den Ball vielleicht diagonal oder nach vorne, wenn es mal nicht so läuft.“ Es lief lange Zeit nicht viel zusammen bei der Eintracht, so wenig, dass der hochgradig erregte Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem Spiel schäumte. „Das war naiv gegen einfallslos. Einfallslos hat drei Tore geschossen. Das Spiel müssen wir in der ersten Halbzeit entscheiden.“

Veh nannte vier Gründe für den in der ersten Stunde inakzeptablen Auftritt: „Wir sind viel zu wenig gelaufen. Wir waren nicht aggressiv genug, in jedem Trainingsspiel ist mehr Aggressivität. Wir haben zu viele leichte Bälle verloren. Wir haben in der Defensive zu viele Fehler gemacht.“ Insbesondere Gordon Schildenfeld, der ein Unsicherheitsfaktor war und schlecht aussah bei den Gegentreffern zum 0:1 und 1:3, aber auch Constant Djakpa hatten „keinen guten Tag“ erwischt, tadelte Veh. Einmal rannten sich Schildenfeld und Djakpa gegenseitig über den Haufen, ein anderes Mal guckte Djakpa träumend hoch auf die Tribüne und verpasste so ein Zuspiel. „Die Abwehr war zu sorglos“, sagte Veh.

Schwegler kehrt zurück

Und dann, nach einer Stunde und einer Kabinenansprache, die Jung als „energisch“ bezeichnete, warf die Eintracht ihre neue Qualität in die Waagschale. Veh beorderte Idrissou, der zuvor mit Djakpa auf dem linken Flügel eher ein Slapstick-Duo bildete, zurück in die Abwehr, als linker Verteidiger. Das war eine faustdicke Überraschung. Dort blühte der Kameruner auf, er bereitete den Treffer von Ümit Korkmaz (72.) vor und erzielte den Ausgleich selbst (90.). Das erste Frankfurter Tor hatte Friend erzielt. „Mit langen Bällen sind wir jetzt gefährlich. Beide helfen uns bei Standards in der Luft. Das ist eine Waffe“, sagte Veh über seine neuen Stürmer. Tatsächlich resultierten zwei Tore nach Freistößen, die Benjamin Köhler bestens platzierte. Erstmals seit Jahren erzielte Eintracht Frankfurt drei Kopfballtore.

Eintracht Frankfurt, so viel steht fest, ist variabler geworden, kann sogar die Brechstange herausholen. Das ist neu und das Positive aus der Lausitz. Auf lange Sicht aber ist diese Nachricht erfolgversprechender: Stratege Pirmin Schwegler kehrt ins Training zurück, Einsatz am Freitag wahrscheinlich. Er bevorzugt das Kurzpassspiel.

Jetzt kommentieren

Ressort

Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt.

Alles zur Eintracht Frankfurt

Spielplan, Ergebnisse, Tabelle und mehr Statistik

Reden Sie mit! Im Blog-G.

Verfolgen Sie die Spiele im Bundesliga-Live-Ticker

Sehen Sie die FR-Videokolumnen.

FR-Videokolumne
Weblog
Eintracht-Comics
In jeder Heimspiel-Beilage der FR: Im Herzen von Europa - Die Eintracht-Comics von Michael Apitz.
FR-App und E-Paper

Bei uns bekommen Sie das neue iPad Air von Apple im Paket mit der preisgekrönten FR-App - einschließlich aller FR-Ausgaben im Layout der Zeitung als E-Paper.

Fußball

Hier verpassen Sie nichts: Alle Vereine, Begegnungen, Spieler und Aufstellungen - mit großer Livestatistik über Ballbesitz, Torschüsse, Zweikämpfe, Ecken, Fouls - und Ihrer individuellen Livekonferenz. Im Web oder in der schlanken Mobil-Version fürs Handy.

1. Liga | 2. Liga | 3. Liga | Uefa Europa L. | Champ. L.


  • 2. Bundesliga »
Liveticker Bundesliga

Alle Spiele, alle Treffer, minutenaktuelle Tabelle und Torschützenliste - mit uns sind Sie live beim Geschehen in der Fußball-Bundesliga dabei.

Die FR auf Ihrem Smartphone

Unterwegs top informiert - holen Sie sich FR-Online.de aufs Handy. Neben News bekommen Sie Sport-Liveticker, die Verkehrslage, das Kinoprogramm samt Trailer, TV-Tipps und das lokale Wetter. Ganz ohne App: mobil.fr-online.de.

Für Sportler in Not

Die Hilfsaktion der FR-Sportredaktion unterstützt arme, kranke und behinderte Sportler, die unverschuldet in Not geraten sind.

Ergebnisse, Tabelle & Spielplan
Ergebnisdienst

Von Basketball bis Volleyball: Ergebnisse und Statistiken zu Spielern und Vereinen - bis zur Kreisklasse.

Spezial

Nach dem Ironman ist vor dem Ironman - aber auch auf kürzeren Distanzen wird in Rhein-Main geschwommen, geradelt und gelaufen.

FR-Sportredaktion live