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Eintracht-Boss Bruchhagen: "Werder könnten wir kassieren"

Wo Heribert Bruchhagen Zement bröckeln sieht und mit wem die Eintracht nicht mehr mithalten kann. Von Jan Christian Müller

Heimliche Ziele: Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen.
Heimliche Ziele: Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen.
Foto: Storch

Vorstandschef Heribert Bruchhagen glaubt daran, dass Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt sich "langfristig" in der oberen Hälfte der Tabelle etablieren kann. "Wenn Werder Bremen jetzt drei Jahre lang nicht in den internationalen Wettbewerb gelangt, könnten wir die Bremer kassieren", sagte der 60-Jährige, der seinen Weihnachtsurlaub noch nicht angetreten hat, am Donnerstag.

Gleichwohl warnt er weiterhin entschieden davor, einen Aufstieg in die Elite der Eliteliga als gegeben zu betrachten, denn: "Mit Hoffenheim, Wolfsburg und Leverkusen können wir genauso wenig mithalten wie mit Bayern München." Dagegen macht sich Bruchhagen durchaus Hoffnungen, eines Tages den auch kreditfinanzierten sportlichen Erfolg des Hamburger SV, von Borussia Dortmund, Schalke 04 und Hertha BSC Berlin mittels seiner soliden Finanzpolitik ablösen zu können. Er wies darauf hin, dass er sich an einen Aufsichtsratsbeschluss zu halten habe, der eine Schuldenpolitik, wie sie die Eintracht zu Beginn des Jahrtausends betrieben hat und fast an den Rand des Ruin trieb, ausschließt.

Bruchhagen wiederholte seine These, die Bundesliga sei zementiert. Gleichwohl sieht er mittels glücklicher Personalentscheidungen Chancen, den Zement zum Bröckeln zu bringen, nicht jedoch mit Hilfe einer risikoreichen Investitionspolitik. Eine aggressive Marketingstrategie, wie sie etwa Werder Bremen ("100 % Werder"), der VfL Wolfsburg("Weck den Wolf in Dir") oder Leverkusen ("Werkself") betreiben, plant die Eintracht nicht. Der Boss setzt auch nach fünf Jahren der Stabilisierung unter seiner Führung weiter auf Realismus und Bescheidenheit: "Unser Marketing ist das gute Verhältnis zur hiesigen Politik und Wirtschaft, das wir uns aufgebaut haben." Im kommenden Jahr könnte sich die Eintracht, so verlautete aus Hamburger Insiderkreisen, nach dem Vorbild der Sozialsponsoring-Initiative "Der Hamburger Weg" am HSV orientieren, freilich nur auf diesem Feld, keinesfalls in der Finanzpolitik, die der HSV vergleichsweise weniger konservativ angeht.

"Wir stoßen an Grenzen"

Bruchhagen hält eine wesentliche Steigerung der Einnahmen von derzeit rund 67 Millionen Euro auf Größenordnungen wie sie nach den unerreichbaren Bayern (328 Millionen Euro) bei Schalke 04 (155), in Hamburg (140), Stuttgart (132) oder bei Werder Bremen (112) inzwischen erreicht werden, für mittelfristig nicht realisierbar. "Wir stoßen an unsere Grenzen, zumal wir eine Stadionmiete von 8,5 Millionen Euro zahlen." Selbst für den Fall, so Bruchhagen weiter, " dass uns ein Investor 20 Millionen Euro zur Verfügung stellt und wir uns dafür drei Spieler kaufen können", sei die Gefahr groß, dass "die Party nach drei Jahren wieder vorbei ist".

Lieber setzt der ehemalige Gymnasiallehrer, auch aufgrund der wechselvollen Vergangenheit der Eintracht, auf nachhaltiges Wachstum. Interessant: Konkurrent Hertha BSC Berlin hat es in dieser Hinrunde geschafft, mit ähnlichen Einnahmen (78 Millionen Euro) zumindest in der Halbjahreswertung Platz drei zu erreichen. Allerdings: Die Hertha drücken noch rund 30 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Die Eintracht ist schuldenfrei, aber Zwölfter.

Autor:  JAN CHRISTIAN MÜLLER
Datum:  19 | 12 | 2008
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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