Am Sonntag ist Heribert Bruchhagen gefragt worden, ob er noch immer im Ausland im Urlaub weile. Der Vorstandschef der Frankfurter Eintracht zögerte einen Moment und bedeutete dem Anrufer dann: "Ich bin jedenfalls nicht in Deutschland." Hört sich doch eher nach hitziger Spielerjagd an. Bruchhagen verneint: "Als heiße Suche würde ich das nicht beschreiben. Wir machen uns Gedanken."
Klarheit hat er in der Personalie Andreas Ottl. Vom defensiven Mittelfeldspieler des FC Bayern München holte er sich nämlich einen Korb. "Sein Berater Roman Grill hat mir gesagt, dass er in München bleiben wird", sagt Bruchhagen. Und das, obwohl die Bayern den 24-Jährigen nur allzu gerne abgeben würden. Der gebürtige Münchner, seit 1996 im Verein, gilt aber als heimatverbunden und bequem. Ottl, ein Wunschspieler von Ex-Trainer Friedhelm Funkel, hat der Eintracht schon zum dritten Mal abgesagt. Das ist rekordverdächtig.
Alles beim Alten im neuen Look
Die Eintracht sucht also weiter Ersatz im Mittelfeld für Michael Fink (Besiktas Istanbul) und Junichi Inamoto (Stade Rennes) die Neuen sollen vor allen Dingen flinker auf den Beinen sein als die Abgewanderten. Ein Kriterium, das auf Ottl ohnehin nicht wirklich zugetroffen hätte.
Die Frankfurter haben ein weltumfassendes Netzwerk gespannt, um die geeigneten Kandidaten herauszufiltern. Doch Bruchhagen versprüht nicht gerade übermäßigen Optimismus. "Wir werden schon was finden", sagt er lapidar. Besonders teuer dürfen die Neuen nicht sein. "Wir haben eine Verantwortung, und der müssen wir gerecht werden", sagt der Vorstandsvorsitzende, der auch darauf verweist, dass die Logen und Business-Seats ganz sicher nicht mehr wie im Vorjahr eine Auslastung von 100 Prozent haben werden.
Bruchhagen, ein bisschen zermürbt von den Vorwürfen, er rede sein eigenes Produkt klein und damit schlecht, ruft mit bittersüßer Stimme das Ende des Frankfurter Realismus aus: "Wir lassen der Fantasie jetzt freien Lauf." Ganz so ernst muss man das nicht nehmen. Vieles spricht eher dafür, dass der neue Trainer Michael Skibbe schon merklich eingebremst wurde. Er fügte sich etwa, die beiden schon unter Vorgänger Funkel gebuchten Trainingslager zu übernehmen. Von den geforderten drei neuen Spieler sind nur noch ein bis zwei geblieben und ein neuer Stürmer muss auch nicht mehr unbedingt kommen. Man könnte schließen: Alles beim Alten bei der neuen Eintracht.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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