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Eintracht Frankfurt
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30. März 2013

Eintracht Frankfurt - Greuther Fürth: Tage der Entscheidung

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Werden in Fürth wohl auf dem Platz stehen: Srdjan Lakic und Sebastian Rode (rechts).  Foto: Jan Huebner

Für Eintracht Frankfurt geht es in Fürth auch darum, die Wende zu einem positiven Saisonabschluss zu schaffen. „Wenn wir was reißen wollen in dieser Saison, müssen wir da einen Dreier holen“, sagt Trainer Veh.

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Für Eintracht Frankfurt geht es in Fürth auch darum, die Wende zu einem positiven Saisonabschluss zu schaffen. „Wenn wir was reißen wollen in dieser Saison, müssen wir da einen Dreier holen“, sagt Trainer Veh.

Natürlich dreht sich nun, da die halbe Liga ein Auge auf den begehrten vierten Platz geworfen hat oder zumindest verschämt dorthin schielt, auch in Frankfurt vieles um Europa. Diese riesige Chance, sich womöglich gar mit den Besten des Kontinents zu messen, ist allgegenwärtig bei der Eintracht. Bei Trainer Armin Veh spürt man trotz aller Gelassenheit und Coolness diese Gier, den Überraschungscoup zu landen und nächstes Jahr internationale Festakte im Stadtwald zelebrieren zu dürfen. „Es ist zwar nicht unser Ziel, aber wenn wir die Chance haben, wollen wir da rein, da sind wir schon geil drauf.“

Auch die Spieler seien sich darüber im Klaren, welch womöglich historische Chance ihnen da auf dem Silbertablett serviert wird. Sie müssen ja nur zupacken. Veh will den Bogen aber nicht überspannen. „Wir sprechen darüber, aber ich überhöhe es nicht“, sagt der 52-Jährige. Er sieht es als kontraproduktiv an, seine Spieler unnötig unter Druck zu setzen. „Ich erachte es als wenig sinnvoll, ihnen zu sagen: Ihr habt jetzt diese Chance − wenn ihr die nicht nutzt, habt ihr nie mehr eine Chance.“ Zumal er die leise Hoffnung hat, die Überraschung zur Regel machen zu können.

Ende der Dürre

Es dürfe keinesfalls der Eindruck entstehen, „dass wir was verloren haben, wenn wir es nicht schaffen sollten“. Veh sieht da offenbar in der öffentlichen Wahrnehmung eine ganze Saison in Gefahr, den Anflug von Enttäuschung verbietet er sich − auch wenn die Eintracht am Ende mit leeren Händen dastehen sollte. Dass die Hessen trotz respektabler Schwächephase (sechs Spiele ohne Sieg und mit nur einem Tor) immer noch auf Rang vier parken, kann der Ausgeglichenheit unterhalb der Spitze angerechnet werden.

In Frankfurt haben sie daher die Hoffnung, dass jetzt, da Klarheit herrscht und Armin Veh seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hat, das Ende der Dürre absehbar ist. Vielleicht ist das Team befreit, weil das „unerträgliche Rumgeeier“ (Veh) von und mit Trainer Veh beendet ist. „Ich weiß es nicht“, kommentiert der Coach. „Ich erhoffe es mir. Auf alle Fälle glaube ich, es ist besser, wenn Ruhe herrscht.“ Wenn die These stimmt, dass fast jede Mannschaft während einer Saison mal von einer kleinen Durststrecke befallen wird, dann hat die Eintracht sich im Winter 2013 ihre Schaffenskrise genommen.

Jetzt ist die Mannschaft am Zug, sie muss Farbe bekennen, zeigen, ob sie gut genug ist, oben dranzubleiben oder ob sie vielleicht doch lange Zeit über ihre Verhältnisse gespielt hat. Entweder sie bekommt nun die Kurve − oder die Chance ist ziemlich hoch, im Endspurt auf der Strecke zu bleiben.

Zurück zum alten System

Dem Spiel bei Greuther Fürth, dem Schlusslicht, dem Veh keine Chancen auf den Klassenerhalt mehr einräumt, kommt daher entscheidende Bedeutung zu. „Wenn wir was reißen wollen in dieser Saison, müssen wir da einen Dreier holen“, sagt Veh. Es wäre der erste seit fast zwei Monaten.

Mit welcher Taktik der Fußballlehrer die heimschwachen Franken (kein Sieg, vier Tore) am Sonntag (17.30 Uhr) in die Knie zwingen will, ließ er offen. Vieles spricht dafür, dass er zum alten Erfolgssystem mit der Doppelsechs und einer Spitze (Srdjan Lakic) zurückkehren wird. Entgegen seiner Gepflogenheiten wollte es Veh noch nicht verraten. „Entweder Lakic sitzt um 17.32 Uhr auf der Bank oder er versucht, ein Tor zu schießen“, erzählt er. „Auf der Tribüne wird er nicht sitzen.“

Auf allen Fälle werden Carlos Zambrano („Er fühlt sich gut“) und Sebastian Rode zur ersten Elf gehören. Bei Rode war das auch nicht so sicher, denn der Mittelfeldspieler hatte sich gegen Stuttgart eine Oberschenkelverletzung zugezogen, musste aber dennoch mit der U21 zum Länderspiel nach Israel reisen. Zum Einsatz kam er dort nicht, konnte er auch nicht. Denn die Einblutung im Oberschenkel habe das nicht zugelassen. Veh versteht nicht, weshalb Rode dennoch mitfliegen musste: „Er ist acht, neun Tage in Israel, obwohl klar ist, dass er nicht spielen kann. Das ist mir zu hoch, das kapiere ich nicht.“ Das Misstrauen zwischen dem DFB und den Vereinen ist wohl größer als angenommen.

Die Eintracht hat den umworbenen Antreiber im Mittelfeld ja bekanntlich für unverkäuflich erklärt, auch wenn ihr dadurch im Sommer eine fette Ablöse durch die Lappen gehen könnte. Veh will seine Mannschaft zusammenhalten, das fängt bei einem Innenverteidiger wie Carlos Zambrano an. „Würden Sie ihn für sieben, acht Millionen Euro verkaufen?“, fragt der Trainer rhetorisch. Man ahnt: Er würde es nicht. Veh will mit der Eintracht, das ist bekannt, eine Perspektive haben, das Team müsse verbessert werden. „Ich muss auch ein bisschen mehr variieren können“, sagt er. Zumal dann, wenn der Zug doch noch nach Europa fährt. Und auch die Talente im eigenen Stall könnten nur durchstarten, wenn die „Qualität im Training erhöht wird“.

„Man kann uns zuschauen.“

Veh weiß, dass die finanziellen Möglichkeiten begrenzt sind, selbst „drei Millionen mehr“ für Transferausgaben seien nicht die Welt. Elf, zwölf Vereine seien weiter, wenn es normal laufe, „dann haben wir in der neuen Saison mit hinten nichts zu tun. Aber wenn wir vieles richtig machen, krabbeln wir nach oben, dann können wir überraschen. Es geht darum, eine Chance zu haben, nach oben zu kommen.“ Und er, der Fußball-Ästhet, hat noch etwas anderes im Sinn: „Eintracht Frankfurt sollte für etwas stehen, wir wollen ansehnlichen Fußball spielen, auch wenn wir weniger gewinnen als die anderen mit den höheren Etats.“

Für ihn sei „der Kick, der Antrieb, unseren Spielstil beizubehalten und die Zuschauer zu begeistern“. Das hat zuletzt nicht mehr so geklappt, aber selbst schwächere Spiele seines Teams findet Veh ganz manierlich: „Man kann uns zuschauen.“ Das ist ihm generell wichtiger als ein ermauertes 1:0. Vielleicht nur nicht morgen in Fürth.

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