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08. März 2016

Eintracht Frankfurt : Letzte Hoffnung Niko Kovac

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Erster Arbeitstag der Gebrüder Kovac. Und es bestand Redebedarf mit verunsicherten Eintracht-Profis.  Foto: Jan Huebner

Eintracht Frankfurt wagt mit der Verpflichtung der Gebrüder Kovac wieder einen Neuanfang. Neun Spiele bleiben den "Schmieden", um den Klassenerhalt noch zu schaffen.

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Am Dienstagmorgen hat noch einmal der Co-Trainer des geschassten Armin Veh das Training der Profis von Eintracht Frankfurt geleitet. Es herrschte ziemliche Tristesse draußen im Stadtwald, grau der Himmel. Kalt fegte der Wind und ein Laubbläser in ohrenbetäubender Lautstärke störte vernehmlich. Reiner Geyer leitete da ein trostloses Ensemble an, zudem verletzungshalber ausgedünnt: Carlos Zambrano, Marc Stendera, Aleksandar Ignjovski, Mijat Gacinovic, Alex Meier, sogar Lukas Hradecky (Hexenschuss) – sie alle fehlten. Die Stimmung draußen im Wald passte perfekt zu der des in die Bredouille geratenen Klubs.

Am Nachmittag dann ein völlig anderes Bild. Die Sonne schien, der Himmel war blau, und das Training leitete der neue Hoffnungsträger, der Mann, der Eintracht vor dem fünften Abstieg retten soll: Niko Kovac. „Ich bin gekommen, um in der Liga zu bleiben. Ich gehe voran, ich werde Vorbild sein“, sagte er.

Wenige Stunden zuvor war gerade die Tinte getrocknet unter dem Vertrag, den der gebürtige Berliner mit Eintracht Frankfurt geschlossen hatte. Die Zusammenarbeit mit den Hessen ist bis zum 30. Juni 2017 befristet, vorbehaltlich des Erreichens des Klassenziels. Für die zweite Liga gilt der Kontrakt nicht. Das war im Sinne des 44 Jahren alten Kroaten. „Da denke ich gar nicht dran. Und ich will mir auch kein Hintertürchen offen halten.“ Niko Kovac bringt, wie immer, seinen drei Jahre jüngeren Bruder Robert als Assistent mit. „Wir haben ein sehr enges und inniges Verhältnis.“ Erstmals gibt es in der Bundesliga ein Brüder-Paar auf der Trainerbank.

Sportdirektor Bruno Hübner hatte Niko Kovac schon lange im Auge. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres hat er die Angel nach dem „Kind der Bundesliga“ (Kovac) ausgeworfen, der in 18 Profijahren 241 Bundesligaspiele für Hertha BSC, Bayer Leverkusen, Hamburger SV und Bayern München absolviert hat. Doch da konnte man die Verpflichtung nicht realisieren, weil Niko Kovac seinerzeit die kroatische Nationalmannschaft trainierte. Der Kontakt zu dem Berliner, der zuletzt mit der Familie in Salzburg lebte, sei nie abgerissen. „Ein Feuerwehrmann gilt ja meistens als Chance für den Verein. Bei ihm es so: Es ist eine Chance für ihn. Er ist ein junger, unverbrauchter Trainer, der Eintracht Frankfurt als Chance sieht. Es ist eine win-win-Situation“, sagte Bruno Hübner am Dienstag. Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing nickte die Verpflichtung ebenfalls zufrieden ab: „Einen Mann wie ihn haben wir gebraucht. Zuletzt hat die Mannschaft irgendwie nicht ineinander gegriffen, vielleicht können wir das jetzt beheben“, sagte er der FR. Klubchef Heribert Bruchhagen war der festen Auffassung, „die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Mit dem heutigen Tag wollen wir einen Neubeginn starten.“

In der Tat bleibt den Gebrüdern Kovac nicht mehr viel Zeit, die Wende zum Guten zu schaffen. Ganze neun Spiele stehen nur noch an, darunter gegen Kracher wie gegen Mönchengladbach (am nächsten Samstag), Bayern München, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund. Die Kovacs können sich also ein ruhiges Hineinwachsen in ihre neue Arbeit gar nicht leisten. „Wir müssen schnell lernen, wir müssen viel lernen“, gab der 83-fache Nationalspieler den Spielern mit auf den Weg. Er listete gleich einen ganzen Katalog an Dingen auf, die es bei Eintracht Frankfurt zu verbessern gilt: Die Balance zwischen Offensive und Defensive müsse wieder stimmen, das Umschaltspiel verbessert werden und unabdingbar sei „eine gute Organisation und Struktur. Wir müssen gewisse Abläufe automatisieren und kompakt spielen. Das müssen die Jungs schnell intus kriegen“, sagte Kovac: „Wir haben nur zwei Monate.“

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