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Eintracht Frankfurt: Amanatidis hat genug

Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis will nach dem Verlust der Kapitänsbinde alle Ämter niederlegen. Von Ingo Durstewitz

Amanatidis legt alle Ämter nieder.
Amanatidis legt alle Ämter nieder.
Foto: dpa

Am Morgen nach dem Paukenschlag war bei Ioannis Amanatidis eine gewisse Grundaggressivität im Training zu spüren. Der von Eintracht-Trainer Michael Skibbe am Vortag zum Vizekapitän degradierte Stürmer der Frankfurter warf sich wagemutig in die Zweikämpfe, er stürzte sich mit Verve in die Duelle, er zog keinen Millimeter zurück und dann passierte das, was nach der Demontage vom Mittwoch fast schon abzusehen war und ganz vortrefflich ins Bild passte.

Nach einem Tritt von Mitspieler Habib Bellaid gegen Amanatidis' Schienbein sah der Grieche rot und ging wutentbrannt auf den Verteidiger los. Die beiden gerieten heftig aneinander, Amanatidis schubste den Franzosen mehrfach kraftvoll gegen die Brust erst Patrick Ochs und drei, vier weitere Mitspieler konnten Schlimmeres verhindern und die Streithähne trennen. Amanatidis, der in seiner Ehre gekränkte Stürmer, stänkerte auch danach noch lautstark gegen Bellaid.

Und auch nach der Übungseinheit war er noch auf 180. "Im Spiel scheißen wir uns in die Hosen, aber im Training hauen wir uns dafür um. Das kann er sicher nicht bei mir machen", polterte Amanatidis. Man kann erahnen: Als Kapitän wäre er nicht so aufgebraust, eine derartige Entgleisung hätte er sich nie und nimmer erlaubt. Als Mannschaftsführer war er stets darauf bedacht, das große Ganze im Blick zu behalten und für die Kameraden ein Vorbild zu sein. Nun wird er sich in die innere Immigration zurückziehen und, salopp gesprochen, sein Ding durchziehen. Schon vor seiner Ernennung zum Kapitän durch Ex-Trainer Friedhelm Funkel war Amanatidis nicht unbedingt ein leicht zu führender Spieler, sondern eher ein Egozentriker.

Vereinswechsel steht momentan eher nicht an

Der Zorn des griechischen Nationalspielers war auch am Donnerstag noch nicht verraucht, er habe eine Nacht über die Sache geschlafen und "dann werdet ihr von mir noch ein paar Worte hören", verkündete er nach dem Vormittagstraining. Nach der Einheit am Nachmittag informierte er dann Trainer Skibbe, dass er das Amt des stellvertretenden Mannschaftskapitäns nicht annehmen und auch aus dem Mannschaftsrat austreten will. "Ich werde meine Konsequenzen ziehen", hatte er schon vorher im FR-Interview angekündigt.

Ob er womöglich gar daran denke, die Eintracht zu verlassen? Das steht zurzeit eher nicht zur Debatte, doch Amanatidis ist tief getroffen. Es war auch die Begründung von Skibbe, wonach Defensivspieler nicht so oft verletzt seien, häufiger spielten und nicht so oft auf die Bank müssten wie Stürmer, die Amanatidis so schwer enttäuschte. Nicht nur Amanatidis hält sie für an den Haaren herbeigezogen.

Skibbe von Reaktion Amanatidis' überrascht

Skibbe , 43, war gestern ein wenig überrascht von der heftigen Reaktion des 27-jährigen Angreifers. Dabei war diese auch in dieser Form zu erwarten. Wer Amanatidis ein bisschen kennt, der weiß um sein großes Ehrgefühl und sein durchaus auch ausgeprägtes Ego. Skibbe sagte, er habe zwar durchaus Verständnis für die tiefe Enttäuschung des gekränkten Profis: "Ich kann seine Empfindungen nachvollziehen, er ist ein sehr emotionaler Spieler." Aber er, Skibbe, hätte es besser gefunden, wenn Amanatidis in sich gegangen und ein paar Tage ins Land hätte ziehen lassen. "Da kann man sich in Ruhe ein paar Gedanken machen."

Seine Entscheidung, betonte der Fußballlehrer, habe er aber nicht gegen die Person Amanatidis getroffen: "Er bleibt ein werthaltiger und wichtiger Spieler. Ich schätze ihn als Menschen und als Spieler." Doch schließlich sei der neue Kapitän Christoph Spycher ja auch schon lange Jahre ein fester Bestandteil der Eintracht. Skibbe hat die Hoffnung nicht aufgegeben, "dass Ioannis gut damit umzugehen weiß, wenn der erste Schmerz vorüber ist". Das ist eher zweifelhaft.

Am frühen Donnerstagmorgen trat der Eintracht-Trainer übrigens im Radio bei HR 3 auf. Als eine Anruferin von ihm wissen wollte, welchen Spieler er für ein Managerspiel holen würde, antwortete Skibbe doch glatt und vollen Ernstes: "Amanatidis."

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  31 | 7 | 2009
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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