Eintracht Frankfurt
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25. August 2010

Eintracht Frankfurt: Bäumchen-wechsel-dich im Tor

 Von Thomas Kilchenstein
Oka Nikolov - hier hält er gegen Didier Ya Konan - wird die Eintracht für zwei Wochen nicht unterstützen können. Foto: Bongarts/Getty Images

Die Eintracht muss zwei lange Wochen auf ihren Keeper verzichten. Nun muss Trainer Skibbe unter der Latte umstellen. Fährmann ist gefordert.

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Es geschah am Mittwochnachmittag beim Absprung. Da verspürte der Frankfurter Torhüter Oka Nikolov plötzlich ein leichtes Ziehen in der Kniekehle. Eigentlich wollte er noch weiter machen, doch dann brach er das Training vorsorglich ab und ließ sich von den Physiotherapeuten behandeln. Mit einer dicken, kühlenden Bandage ums linke Knie machte sich der 36-Jährige auf in die Kabine, beim Treppensteigen hatte er große Mühe. Da dürfte dem Oldie geschwant haben, was die ärztliche Diagnose später bestätigte: Der Schlussmann hatte sich gleich zwei Muskelfaserrisse in der Kniekehle zugezogen. Nikolov steht damit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am Samstag gegen den Hamburger SV nicht zur Verfügung. „Er wird wohl zwei Wochen pausieren müssen“, sagte Mannschaftsarzt Matthias Feld am Abend. Nach der Länderspielpause könnte er in Mönchengladbach wieder Bälle halten − auch wenn Muskelverletzungen bei Torleuten oft länger dauern.

Drei Spiele − neun Gegentore

Verletzt: Oka Nikolov bricht das Training ab.
Verletzt: Oka Nikolov bricht das Training ab.
Foto: Jan Huebner

Nun ist sie gekommen, die Stunde des zweiten Mannes. Ralf Fährmann, 15 Jahre jünger als Nikolov und einst von Schalke weggegangen als größtes deutsches Torwarttalent, wird am Samstag gegen den HSV im Kasten stehen (und der dritte Keeper, Andreas Rössl, auf der Bank sitzen). Es sind gerade zweieinhalb Wochen her, da hat der 21-Jährige großen Frust geschoben. Eintracht-Trainer Michael Skibbe hatte nach sechs Wochen Vorbereitung den ewigen Oka erneut zum Stammtorhüter ernannt. Fährmann hat das geschluckt, hatte es schlucken müssen, obwohl er den Abstand zur arrivierten Kraft zuletzt verringert hatte.

Fährmann hat die für ihn schmerzliche Entscheidung professionell genommen, er hat kein Theater gemacht und sich gefügt. Dafür ist er auch gar nicht der Typ. Irgendwann komme auch seine Chance, die wolle er dann nutzen, sagte der Chemnitzer. Nun ist sie schneller gekommen als gedacht.

„Richtig, richtig schnell“

Der junge Schlussmann ist nun gefordert. Bislang hat er Trainer Skibbe nicht restlos überzeugt, noch hat er nicht den Nachweis erbracht, Nikolov dauerhaft von der Linie verdrängen zu können. Drei Spiele in der Bundesliga hat er bislang für die Eintracht absolviert, alle drei gingen verloren − gegen Leverkusen (0:4), gegen Hoffenheim (1:2) und Wolfsburg (1:3). In Wolfsburg sah er zudem bei zwei Treffern alles andere als glücklich aus. Andererseits gibt es momentan keinen besseren Zeitpunkt, um auf sich aufmerksam zu machen. Auch Oka Nikolov hatte zuletzt in Hannover nicht seinen besten Tag erwischt, mindestens das zweite Tor hätte er verhindern müssen.

Ausgerechnet gegen den offensivstarken HSV drücken Skibbe also ein paar Probleme in der Abwehr. Maik Franz (Zerrung im Oberschenkel) hatte erwartungsgemäß am Mittwoch nicht trainieren können, bei Chris stehen die Einsatzchancen noch geringer. Der 32 Jahre alte Kapitän hat Trainingsrückstand, „mir fehlt noch die Kraft“. Womöglich wird Skibbe die Mannschaft taktisch umbauen, statt eines 4-4-2 wie in Hannover ist auch ein 4-2-3-1 denkbar. „Wir müssen die Schnelligkeit des Gegners in den Griff kriegen“, warnt Skibbe. Vor allem auf beiden Flügeln sei der HSV „richtig, richtig schnell.“ Da werde die Eintracht enger zusammenrücken müssen. Und auf einen guten Torwart vertrauen.

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