Eintracht Frankfurt hängt durch. Die Hessen blieben am Freitagabend in der mit 51.500 Zuschauern ausverkauften Arena beim 0:1 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach auch im vierten Spiel hintereinander ohne Torerfolg und müssen fürchten, an diesem Samstag vom SC Freiburg vom vierten Tabellenplatz verdrängt zu werden. Das entscheidende Tor erzielten die am Ende glücklicheren Gäste gegen verzweifelt anrennende Frankfurter durch Mittelstürmer Luuk de Jong per Kopf nach 23 Minuten. Zu allem Überfluss sah der Frankfurter Sebastian Rode in der Schlussphase seine fünfte Gelbe Karte und fehlt am kommenden Sonntag in Hannover.
„In der ersten Halbzeit haben wir uns richtig schwergetan, wir kamen einfach nicht ins Spiel. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft richtig gut gespielt. Das Einzige, das gefehlt hat, war ein Tor“, fasste Eintracht-Manager Bruno Hübner das Gesehene zusammen. Schon kurz vor der Pause hatte Eintracht-Trainer Armin Veh, der später auf die Tribüne verbannt wurde, seine Unzufriedenheit kanalisiert, indem er eine Diskussion mit dem Vierten Schiedsrichter Markus Schmidt anzettelte. Veh hatte bis dahin keine einzige ernsthafte Torchance seiner harmlosen Mannschaft gesehen, sieht man einmal von einem Schüsschen von Takashi Inui nach 54 Sekunden ab, das eher die Härte eines Rückpasses hatte und vom Mönchengladbacher Torwart André ter Stegen dankbar zur Kenntnis genommen wurde.
Auch in der Folge wusste die Eintracht mit den beiden eng zusammenarbeitenden Viererketten der Gäste wenig anzufangen. Die Organisationsstruktur des Teams von Trainer Lucien Favre war darauf ausgerichtet, die Frankfurter Außenspieler nicht zur Grundlinie durchkommen zu lassen. So flankte vor allem Bastian Oczikpa zwar regelmäßig von links, aber meist aus dem Halbfeld, worüber sich vor allem die langen Gladbacher Innenverteidiger Martin Stranzl und Alvaro Dominguez freuten, die weder dem ungelenk wirkenden Srdjan Lakic noch Alex Meier Lufthoheit gewährten. Zudem gelang es der Eintracht viel zu selten, den Ball beim Pressing frühzeitig zu erobern, so dass die Gäste-Abwehr meist schon gut postiert war.
Die Gladbacher, die wegen Knöchelproblemen auf Juan Arango verzichten mussten, fanden da schon mehr Raum vor, was vor allem Patrick Herrmann auf der rechten Seite mitunter recht ansehnlich nutzte. In der 22. Minute setzte sich Herrmann gegen Bamba Anderson durch, passte auf den jungen Dribbelzwerg Amin Younes, dessen Schuss Sebastian Jung in höchster Not auf Kosten einer Ecke abblockte. Die Folge war unangenehm aus Sicht der Eintracht. Denn nach Havard Nordtveits Ecke verlängerte Torben Marx den Ball in Richtung des Niederländers Luuk de Jong, der zum 1:0 einköpfen konnte.
Die Eintracht war leicht geschockt. Sie kombinierte zwar recht gefällig, kam aber einfach nicht richtig auf Touren. Ein einziges Mal vor der Pause geriet die Borussia in Not, als Rode den Ball früh eroberte, aber Tony Jantschke im Strafraum gegen Lakic mühevoll klären konnte.
Nach dem Wechsel blieb Lakic in der Kabine, Stefano Celozzi kam, Veh stellte auf ein 4-4-2-System um, Stefan Aigner rückte gemeinsam mit Inui in die Doppelspitze – und der kleine Japaner hatte auch gleich eine Großchance, als er von Meier geschickt eingesetzt wurde und den Ball über ter Stegen, aber auch über das Tor hob. Die Eintracht drückte mit mehr Power, die Fohlen wussten sich mitunter nur mit Befreiungsschlägen Luft zu verschaffen. „Wir haben da viel Mühe gehabt, den Ball zu halten“, räumte der Gladbacher Trainer Favre später ein.
Die Borussen hatten Glück, als Inui sich im gegnerischen Strafraum auf den Beinen hielt, als er nach 71 Minuten von Nordveit mit einer brachialen Grätsche gestoppt werden sollte. Da hätte Schiedsrichter Deniz Aytekin wohl auf Strafstoß entschieden, wenn Inui nur gefallen wäre. „Die Mannschaft“, seufzte Hübner, „ist auch manchmal zu ehrlich.“
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