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Eintracht Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt

21. Oktober 2012

Eintracht Frankfurt: Das Eintracht-Märchen geht weiter

 Von Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein
Frankfurter Freude: Auch gegen Hannover gab es für die Eintracht was zu feiern.  Foto: getty

Eintracht Frankfurt siegt gegen Hannover 96 und liefert schon wieder ein beeindruckendes Spektakel. Die Hessen wollen die Bodenhaftung nicht verlieren - dabei fallen einem immer weniger Gründe ein, weshalb diese Eintracht aus der Spitzengruppe purzeln sollte.

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Eintracht Frankfurt siegt gegen Hannover 96 und liefert schon wieder ein beeindruckendes Spektakel. Die Hessen wollen die Bodenhaftung nicht verlieren - dabei fallen einem immer weniger Gründe ein, weshalb diese Eintracht aus der Spitzengruppe purzeln sollte.

Natürlich läuft es bei Eintracht Frankfurt nicht schlecht, der Saisonstart ist halbwegs gelungen. Aber es gibt ein paar unschöne Fakten:

- Mal wieder haben die Hessen ein Gegentor kassiert.

- Insgesamt hat Torwart Kevin Trapp schon elfmal hinter sich greifen müssen, nur einmal schaffte er ein zu Null.

- Der Abstand zu den Bayern beträgt schon fünf Punkte.

- Das Stadion war mit 50500 Zuschauern nicht ausverkauft.

- Eines von den fünf Heimspielen konnte nicht gewonnen werden, gegen die Dortmunder gab es nur ein 3:3. Dabei liegen die sieben Zähler hinter der Eintracht.

- Der Spielstil ist doch recht eindimensional: Immer nur nach vorne − wie öde.

Mit großer Anstrengung könnte man vielleicht noch ein paar Härchen mehr in der Suppe finden, aber wir wollen mal nicht zu miesepetrig sein. Andererseits könnte man, bei seriöserer Betrachtungsweise, auch zu dem Schluss kommen, dass das, was zurzeit in Frankfurt abläuft, fast schon einem Märchen gleichkommt.


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Sechs Siege in acht Partien

Nach dem neuerlichen Spektakel im Stadtwald, dem 3:1 gegen Hannover 96 (auch nicht als Laufkundschaft bekannt), hat der auf Rang zwei liegende Bundesliga-Rückkehrer sechs Siege in acht Partien eingefahren, die Frankfurter sind der beste Aufsteiger der Bundesliga-Historie, sogar zwei Tore besser als der 1. FC Kaiserslautern zum vergleichbaren Zeitpunkt der Pfälzer Meistersaison. 19 Zähler sind aufs prall gefüllte Konto gepackt, der Vorsprung auf Rang vier, der immer noch zur Qualifikation zur Champions League berechtigen würde, beträgt sieben Punkte.

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Es fallen einem immer weniger Gründe ein, weshalb diese Mannschaft aus der Spitzengruppe purzeln sollte. Und doch wollen diese losgelösten Frankfurter die Bodenhaftung nicht verlieren. „Wir werden unsere Zielsetzung nicht ändern, da wären wir ja völlig verblödet“, sagte Trainer Armin Veh. In der Mannschaftsbesprechung zeigte er seiner Mannschaft allerdings klipp und klar auf, „dass wir uns oben festsetzen, wenn wir Hannover schlagen“, wie Linksverteidiger Bastian Oczipka erzählte.

Das ist nun also Realität geworden. Längst ist der europäische Wettbewerb zumindest irgendwo im Vagen ein Thema. Der Hannoveraner Trainer Mirko Slomka staunte etwa über den voll besetzten Presseraum in der WM-Arena: „Armin, wenn ihr international spielt, müsst ihr hier aber anbauen.“ Und Finanzchef Axel Hellmann erzählte schmunzelnd die Geschichte von Bankdrücker Vadim Demidov, für den die Eintracht im Falle einer Champions-League-Qualifikation noch eine Zusatzzahlung an Real San Sebastian leisten müsse. „Damals haben wir diesen Aspekt doch etwas vernachlässigt, heute bekommt unser Prokurist schon schwitzige Hände.“

Erinnerungen an Fußball 2000

In der Mainmetropole fühlen sich viele an eine Zeit in den 90er-Jahren erinnert, als die Eintracht das zeigte, was als Fußball 2000 in die Annalen eingehen sollte. Es waren die Tage, als Bein und Yeboah, Okocha und Gaudino die Fans in Verzückung versetzten, als die Eintracht einen wunderschönen Fußball auf den Rasen warf.

Heute, im Herbst 2012, hat sich die Eintracht selbst eingeholt und übertroffen, sie hat sich neu erfunden. Die Spielweise ist mit der von damals nicht zu vergleichen, damals war die individuelle Klasse höher, die Frankfurter der Gegenwart pflegen einen kraftraubenden, laufintensiven Offensivstil, der über die Außen vorgetragen wird. Das Spiel ist von derlei Power, Intensität und Inbrunst, dass selbst die Gegner den Hut ziehen.

Nach dem 3:3 vor vier Wochen gegen den Meister aus Dortmund adelte Jürgen Klopp das rassige Eintracht-Spiel. Nun lobte Mirko Slomka: „Gratulation an die Eintracht, sie hat eine extrem gute Mannschaft. Das war beeindruckend“, sagte er. „Wir waren überrascht von der Dynamik, dem Willen und der Dominanz. Wir sind hergespielt worden.“

Die ersten 25 Minuten waren sicherlich das beste, was eine Frankfurter Mannschaft seit langer, langer Zeit auf den Rasen brachte, schon nach fünf Minuten führten die Platzherren durch Karim Matmour. „Die Hannoveraner waren von unserem Angriffswirbel überrascht“, urteilte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, „fast jeder Angriff mündete in einer Torchance.“

Immense Beachtung für die Eintracht

Es war eine Augenweide, diese ungezügelte und technisch hochwertige Darbietung in Augenschein zu nehmen. „Das war ein Riesenfeuerwerk“, sagte Oczipka, der als zweiter Eintracht-Spieler binnen kurzem ins Aktuelle Sportstudio eingeladen worden war. Auch das zeigt die Wertschätzung für die Überraschungself, die bundesweit immense Beachtung erfährt.

Stellvertretend für die Fußballkunst der Hessen steht sicherlich das zweite Tor, als die Eintracht den Ball nahezu eine Minute in den eigenen Reihen und über 19 Stationen rollen ließ, ehe Sebastian Jung die Kugel zum 2:0 ins Netz hämmerte (18.). Spätestens da war klar: Das Spektakel ist im Stadtwald fast schon zur Normalität geworden. Dass die Eintracht dieses Tempo nicht würde durchhalten können, war auch klar. Zu mehr als den Treffer von Mohammed Abdellaoue sollte es für die Niedersachsen nicht reichen.

Auch das 3:1 durch Alexander Meier nach überfallartigem Konterspiel über Sebastian Rode war schlicht atemberaubend. An Rode war auch die nette Botschaft der Fans gerichtet, die nach der Gala ein Plakat ausrollten: „Rode, du bist noch jung, sei kein Ochs.“ Patrick Ochs, der Frankfurter Bub, lief vor eineinhalb Jahren zum VfL Wolfsburg über.

Die Hannoveraner waren für die Frankfurter freilich auch ein dankbarer Gegner, weil sie mitspielen, weil sie sich nicht einigeln. Das mögen die Mannen von Armin Veh gar nicht.

Noch ein Haar in der Suppe.

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