Aktuell: Paralympics 2016 in Rio | Sport A-Z | Fußball-News | Eintracht Frankfurt | Blog-G
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Eintracht Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt

26. Mai 2014

Eintracht Frankfurt: Der Angler

 Von 
 Foto: imago sportfotodienst

Spieler kommen und gehen: Erwin Hoffer trifft regelmäßig in Liga zwei und jetzt für Fortuna Düsseldorf. Eintracht-Serie Teil vier.

Drucken per Mail

Der Österreicher Erwin Hoffer ist jetzt nicht der Typ Spieler, der ständig einen guten Spruch raushaut. Da gibt es eine Menge anderer, die das besser können. Erwin Hoffer mag es viel mehr, wenn er gar nicht reden muss. Am zweitliebsten sitzt er an See oder Fluss und hält die Angelrute ins Wasser. Da muss man nicht viel reden. Am liebsten aber steht er auf dem Rasen und schießt Bälle ins Tor, die ihm vorher in den Lauf gespielt werden und er seinen Turbo zünden und dann draufhalten kann.

Und doch hat der in Baden, 30 Kilometer vor Wien, geborene Österreichischer die Fußballsprache um einen besonderen Begriff erweitert: „Geschupft.“ Das bedeutet in etwa gelupft, also wenn man den Ball mit viel Gefühl über den sich werfenden Torwart hebt. Und das macht einer wie Hoffer nie. Der Mann, inzwischen auch schon 27 Jahre alt, knallt den Ball lieber brachial und mit Vollspann ins Tor. Halbe Sachen macht der Hoffer nicht.

Klar, daher rührt auch sein Spitzname, „Jimmy“. Den hat ihn, noch zu seiner Zeit bei Admira Wacker Wien, der Nachwuchstrainer Karl Brauneder verpasst, nach „Jimmy die Tulpe“: Das war der Killer Jimmy Tudeski in dem US-Streifen „Keine halben Sachen“, und ähnlich gnadenlos vor dem Tor agierte auch der schnelle Mann.

Eintracht-Serie

Drei Jahre sind im normalen Leben keine lange Zeit, im Fußball reicht das mitunter, um eine Ära beginnen zu lassen. In den drei Jahren unter Trainer Armin Veh haben wir eine Menge Spieler kommen und gehen gesehen. In einer losen Serie schaut die FR, was aus ihnen geworden ist.

Zur Eintracht kam Erwin Hoffer zum Beginn der Zweitliga-Saison, er wurde vom SSC Neapel ausgeliehen, bei denen er einen lukrativen Vierjahresvertrag bis 2013 abgeschlossen hatte, aber insgesamt nur achtmal spielte und eigentlich nie da gewesen war. Es kam ins Trainingslager nach Leogang ein schüchterner, junger, mehr als zurückhaltender Mann, der so richtig nur auf dem Fußballplatz aus sich rausgeht.

Acht Geschwister

Für die Eintracht war der Österreichischer, der mit acht Geschwistern groß wurde, ein Gewinn, in der Aufstiegssaison erzielte Hoffer, 28-facher Nationalspieler, neun Tore und bereitete zwei Treffer vor. Nur Alexander Meier (17) und Mohammad Idrissou (14) trafen öfter. Trainer Armin Veh hielt anfangs auch viel von seinem stillen Stürmer: „Er läuft und rackert für die Mannschaft, er ist fleißig“, sagte der ehemalige Trainer, allerdings hatte Hoffer schon damals den Kopf oft viel zu tief. Ihm fehlte es ein wenig am Überblick, oft genug rannte er in ein ganze Knäuel von Abwehrbeinen und blieb hängen. Das fand Veh dann nicht mehr so gut.

In der Bundesliga kam der Naturbursche über Kurzeinsätze nicht hinaus, Olivier Occean spielte zunächst in der Spitze, Stefan Aigner und Takashi Inui auf den Außenpositionen, für Hoffer, der kein Kombinationsspieler ist, blieb nur die Ersatzbank und die Rolle des Jokers. Einmal kam Erwin Hoffer in der Bundesliga noch zu einem Torerfolg, beim 2:1-Sieg beim 1. FC Nürnberg erzielte er die Führung. Für die Hessen absolviert er in eineinhalb Jahren 36 Partie und schoss zehn Tore. In der Winterpause wechselte er erneut auf Leihbasis zum 1. FC Kaiserslautern, wo er zwei Jahr zuvor schon einmal spielte, in 14 Spielen erzielte er dort drei Tore, zu wenig für seinen Anspruch.

Mehr dazu

Zur neuen Saison blieb er zweitklassig und ging zu Fortuna Düsseldorf, wo er einen Vertrag bis 2015 unterzeichnete. Hoffer brauchte anfangs ein wenig Anlaufzeit, seinen ersten Treffer erzielte er erst im letzten Hinrundenspiel, ausgerechnet gegen die Roten Teufel aus der Pfalz. Nach und nach kam der schnelle Angler, der gerne mit seinem Ferrari durch die Straßen braust, immer besser in Tritt. Vor allem seit Oliver Reck interimsweise für den erkrankten Lorenz-Günter Köstner bei der Fortuna das Sagen hat, blühte der Österreichischer immer mehr auf.


Eintracht Frankfurt aus Sicht der FR-Sportredaktion -
auch unterwegs auf dem Laufenden mit „FR News“.
Unsere beliebte App für iPhone und Android-Smartphones.

Am Ende hatte er es wieder auf neun Treffer gebracht, allerdings in nur 24 Spielen. Und wieder traf er gegen den 1. FC Kaiserslautern am letzten Spieltag beim 4:2, womit selbst die nur noch theoretischen Chancen der Pfälzer auf ein Relegationsspiel dahin waren. Jimmy Hoffer macht keine halben Sachen und geschupft wird bei ihm auch nie.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt.

Alles zur Eintracht Frankfurt

Reden Sie mit! Im Blog-G.

Verfolgen Sie die Spiele im Bundesliga-Live-Ticker.

Der aktuelle Spielplan von Eintracht Frankfurt.

Der Kader der Eintracht.

Sehen Sie die FR-Videokolumnen.

Fußball-Nachrichten

FR-Videokolumne vom 26. September

Take 2!

Anzeige

Aus den Sportarten
Weblog

Eintracht: Berichte | Spielplan | Team | FR-Videos

FR-App und E-Paper

Bei uns bekommen Sie das neue iPad Air von Apple im Paket mit der preisgekrönten FR-App - einschließlich aller FR-Ausgaben im Layout der Zeitung als E-Paper.

Twitter