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Eintracht Frankfurt
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07. Januar 2016

Eintracht Frankfurt: Der Mann für einfach alles

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Abschluss der Nachmittagseinheit: Slobodan Medojevic, Haris Seferovic und Yannick Zummack (von links) am „Hügel der Leiden“.  Foto: Heiko Rhode

Der Frankfurter Angreifer Haris Seferovic steckt voller Widersprüche, aber er kann sie prima aushalten. „Unser Spiel ist es, nach vorne zu spielen und Tore zu provozieren“.

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Haris Seferovic ist ein Mensch, der gerne länger schläft. Im schönen Abu Dhabi muss er aber ziemlich früh raus, um 7.30 Uhr Ortszeit (4.30 Uhr MEZ) geht es schon hinaus zum ersten Lauf. Doch er findet, die Bedingungen im Wintercamp seien hervorragend, der Platz ein wahrer Teppich; dann sagt er: der Platz sei hart, weswegen er nach einer Einheit einen dicken Eisbeutel prophylaktisch ums Knie trägt. Er sagt, sein Spiel sei auch, als Vorbereiter da zu sein, für die Mannschaft zu malochen, schon fünf Assists stehen bei ihm zu Buche, und er sagt, fast im gleichen Atemzug, ein Stürmer werde an Toren gemessen: „Wenn mich jemand kaufen will und guckt, wie viele Tore ich gemacht habe, dann steht da bisher eine Drei. Nicht viel.“ Er sagt, er laufe vielleicht für einen Stürmer zu viel, andererseits „bin ich überall, rechts, links, vorne, hinten. Ich bin ein Typ, der gerne die Bälle holt, auch im Mittelfeld.“

Haris Seferovic ist ein Mann der Widersprüche. Er gibt sich zuweilen rotzig, barsch, unnahbar, er pflegt auch sein Macho-Image mit frechen Sprüchen und großflächigen Tätowierungen. Und dann sitzt er nach dem Bremen-Spiel wie ein Häufchen Elend auf dem Rasen, er konnte die Tränen nicht zurückhalten, weil er dreimal allein aufs Tor gelaufen ist und jedes Mal, fast schon grotesk, danebengeschossen hat. Er sagte, er habe sich für das Team „geopfert“ und deswegen beim Abschluss „keine Energie“ mehr gehabt. Anderntags hat er die ganze Facebook-Welt wissen lassen, dass er vom Papa Hausarrest erhalten habe, „weil ich so blind war.“ Jetzt sagt er nach der morgendlichen Trainingseinheit in Abu Dhabi: „Das Bremen-Spiel ist schon längst vergessen.“ Trotzdem hat ihn das gewurmt. „Wenn es mich nicht kratzen würde, was wäre ich dann für ein Stürmer?“

So ist er, der Haris Seferovic. Ein Mann voller Widersprüche, aber auch einer, der diese Widersprüche locker aushalten kann. Und der sich auch nicht sonderlich viele Gedanken über Vergangenes macht. Er lebt im Jetzt. Für Eintracht Frankfurt jedenfalls gehört der 23 Jahre alte Schweizer mit bosnischen Wurzeln zu den ganz wichtigen Spielern, weil er der Mannschaft eine Qualität beifügt, die sie sonst nicht hätte: Seferovic, der trotz seiner Jugend schon bei sechs Vereinen in vier Ländern gespielt hat, ist in der Spitze immer anspielbar, da kann der Ball noch so schwer zu verarbeiten sein. Seferovic kann ihn behaupten. Und er hat keine Angst, ein Aspekt, der gerade in der sportlichen Krise nicht zu gering geschätzt werden sollte. „Ich bin ein ekliger Spieler“, hat er im FR-Interview gesagt und damit gemeint, dass kein Gegenspieler gerne gegen ihn spielen würde.

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