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Eintracht Frankfurt
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05. November 2012

Eintracht Frankfurt: Die Achillesferse

 Von Ingo Durstewitz
Lief meist nur hinterher: Olivier Occean.  Foto: S. Krieger

In Frankfurt beginnt die Diskussion, ob Stürmer Olivier Occean gehobenen Bundesliga-Ansprüchen genügt. Zukäufe im Winter schließt Vorstandschef Heribert Bruchhagen kategorisch aus.

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Am Wochenende hat Eintracht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen in einem Radio-Interview die eigenwillige These vertreten, der hessische Bundesligist verfüge über genügend stürmendes Personal, einen Zukauf im Winter werde es daher ganz sicher nicht geben. „Wir sind nicht gerade rar an Stürmern. Wir haben Occean und Hoffer“, sagte der Klubchef dem HR und versetzte überraschenderweise auch Köhler und Aigner noch schnell in den Angriff. Er hätte auch den aussortierten Rob Friend aufzählen können oder den seit Monaten unpässlichen Dorge Kouemaha, die beiden sind auch Stürmer, dummerweise von der ersten Elf in etwa so weit entfernt wie Zeugwart Franco Lionti.

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Die Frage nach Winterzukäufen kommt nur deshalb auf, weil es mittlerweile ernsthafte Zweifel gibt, ob Eintracht Frankfurt in der Sturmspitze wirklich gut genug besetzt ist, um nur leicht gehobenen Bundesliga-Ansprüchen zu genügen. Diese Bedenken hängen stark mit Olivier Occean zusammen.
Der 31-Jährige ist im Grunde der einzige Angreifer im Kader der Hessen, dem die Sportliche Leitung die Bundesliga uneingeschränkt zutraut. Erwin Hoffer und Kouemaha gelten als Ergänzungen, allenfalls. Kouemaha hat seine Tauglichkeit nicht nachweisen können und kämpft nach einer Achillessehnenverletzung um Anschluss. Hoffer wurde in den Spielen zuletzt schon gar nicht mehr eingetauscht, Karim Matmour hat dem österreichischen Hobby-Angler längst den Rang abgelaufen – Matmour ist eigentlich auf dem Flügel zu Hause. Das lässt tief blicken und sagt fast alles über die Besetzung des Frankfurter Angriffs.

Alles steht und fällt mit Olivier Occean. Eine riskante Personalpolitik. Schließlich spielte der Kanadier zuvor in Offenbach in der dritten und in Fürth in der zweiten Liga, die Franken schoss er allerdings mit 17 Treffern zum Aufstieg. Die Kardinalfrage bleibt, sie ist aktuell wie nie: Kann Olivier Occean auch Bundesliga?
Am Freitag gegen Fürth lieferte er eine fast schon schauderhafte Vorstellung ab, da machte er alles falsch, was man als Profifußballer falsch machen kann. Er hielt kaum einen Ball, verlor ihn leichterdings, vertändelte die Kugel, als er mal in aussichtsreicher Position war, und später dann, als er mit dem Mute der Verzweiflung einfach mal in drei Fürther hineindribbelte, verlor er den Ball – Sekunden später zappelte er im Frankfurter Netz. Die Zuschauer pfiffen auf die Darbietung des Mittelstürmers, sie skandierten gar „Occean raus“. Das freilich ist stillos, kontraproduktiv sowieso.

Trainer Armin Veh versuchte erst gar nicht, die Leistung seines Wunschspielers zu beschönigen, er hatte aber Erklärungsansätze. Occean habe durch Verletzung und Krankheit keinen Rhythmus, ihm fehlten die Spiele, und schließlich müsse er sich ja erst mal akklimatisieren in der neuen Spielklasse. „Er hat ja vorher noch nicht in der ersten Liga gespielt.“ Der Fußballlehrer ist von den grundsätzlichen Fähigkeiten aber weiter überzeugt: „Er wird das hinkriegen, ich sehe da nicht ganz so schwarz.“
Und doch war Occeans Nicht-Leistung gegen Fürth nur das i-Tüpfelchen. Schon in der Woche zuvor in Stuttgart bekam er kein Bein auf den Boden. „Harmlos wie ein Kuschelbär“, schrieb die FR in ihrem Klassenbuch. Und davor vergeigte er die Partie in Mönchengladbach fast im Alleingang, hinten spielte er einen kapitalen Fehlpass, vorne versemmelte er eine 100-prozentige Möglichkeit.

Die gestützten Spieler sind in der Bringschuld − ansonsten droht das große Murren

So eine große Hilfe war Olivier Occean bisher noch nicht für Eintracht Frankfurt, auch wenn er viel läuft, rackert und versucht, die Bälle festzumachen. Von den zehn Partien hat er ohnehin nur sechs ganz bestritten (und 20 Minuten in Nürnberg), die Hälfte davon war schwach, ein Tor steht zu Buche. Das ist nicht viel. Trainer Veh hält bisher dennoch an seinem Konzept fest, will ihm die Zeit und Vertrauen geben, damit der Knoten platzt. Das macht Veh bei Takashi Inui, ebenfalls seit ein paar Spielen von der Rolle, ganz genauso. Das ist im Prinzip richtig, nur irgendwann muss eine entsprechende Gegenleistung erbracht werden, die gestützten und geschützten Spieler sind in der Bringschuld. Ansonsten kann der Trainer seine Entscheidungen vor den Reservisten nicht mehr glaubhaft vertreten, ansonsten wird das Murren zunehmen.

Der Coach wird darauf vertrauen müssen, dass ihn sein gutes Auge bei Occean nicht täuscht und der Stoßstürmer tatsächlich im Oberhaus wird mithalten können. Denn Geld, um nachzulegen, hat die Eintracht nicht. Im Winter soll der Kader verschlankt werden, Neuzugänge sind nicht geplant. Das steht in Stein gemeißelt.
Das wiederum bedeutet, dass auch die Abwehr in dieser oder ähnlicher Formation zusammenwachsen muss. Die Defensive ist die zweite Achillesferse der Eintracht, auch das war vor der Saison so erwartet worden. Nach dem Ausfall von Carlos Zambrano, dem stabilsten und besten Innenverteidiger, versuchten sich nun Bamba Anderson und Vadim Demidov in der zentralen Deckung. Das ging lange gut, doch im zweiten Abschnitt irrten beide einigermaßen orientierungslos übers Feld, gerade Anderson streute zum wiederholten Male kapitale Fehler in sein Spiel und lädt den Gegner in schöner Regelmäßigkeit zum Toreschießen ein. Das Gute: Meistens blieben die Bolzen folgenlos. Das Schlechte: Das wird nicht immer so bleiben.

FR-"Volltreffer" vom 05.11.2012

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