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Eintracht Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt

06. Februar 2014

Eintracht Frankfurt: Die Eintracht und ihr Tafelsilber

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Der Adler wacht, und manchmal auch nicht: Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt.  Foto: Storch

Das Zusammenleben vom finanziell arg gebeutelten Mutterverein und der Tochtergesellschaft AG währt inzwischen seit fast 14 Jahren und ist nicht immer ganz frei von Scharmützeln.

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Es war ein Paukenschlag. Auch Branchenkenner wurden überrascht, als Hertha BSC am Freitag die Zusammenarbeit mit dem Finanzinvestor KKR bekannt gab. Eine US-amerikanische Heuschrecke hat sich beim Fußball-Bundesligisten eingekauft: Knapp zehn Prozent der Anteile übernimmt die Beteiligungsgesellschaft sofort – mit Aussicht auf bis zu 33,3 Prozent. 61,2 Millionen Euro fließen, ein Drittel als Kaufpreis, zwei Drittel als Darlehen für den mit 38 Millionen Euro verschuldeten Hauptstadtklub.

Existenzgefährdendes Liquiditätsloch

Auch Eintracht Frankfurt hat im vergangenen Jahr tief in der Schuldenfalle gesteckt. Wobei eine präzise Betrachtung notwendig ist: Nicht die im Juni 2000 gegründete Aktiengesellschaft, die den Profifußball managt, geriet ins Taumeln, sondern der seit 1899 bestehende eingetragene Verein (e.V.). Er hatte sich beim Bau eines am Ende 14,5 Millionen Euro statt der zuvor kalkulierten weniger als zwölf Millionen Euro teuren Leistungszentrums am Riederwald übernommen, fand keine Bank für die Finanzierung und wurde zudem von Steuernachforderungen in Höhe von 2,5 Millionen Euro überrascht. Im Frühjahr klaffte laut des neuen Schatzmeisters Thomas Förster ein „existenzgefährdendes Liquiditätsloch“ von sechs Millionen Euro.

Das Präsidium unter dem seit 2000 amtierenden Peter Fischer verständigte sich auf eine ähnliche Geldbeschaffungsmaßnahme wie die Hertha – mit einigen bedeutenden Unterschieden. Zwar verkaufte auch die Eintracht Klubanteile, allerdings nicht an ein weitgehend unbekanntes Wesen wie die in New York beheimatete KKR, sondern an das befreundete Frankfurter Privatinstitut BHF-Bank, das ohnehin schon Aktien besaß. Als Eintracht Frankfurt e.V. im Frühjahr 2013 ein fünfprozentiges Aktienpaket mit 156 250 Papieren im Wert von 1,25 Millionen Euro veräußerte, wurde die Transaktion lieber geheim gehalten, um öffentliche Aufregung zu vermeiden. Eine vertraglich vereinbarte Rückkaufoption ermöglicht es dem e.V., in den kommenden fünf Jahren jeweils ein Prozent der Anteile wieder zu erwerben. „Das Tafelsilber wird nur verliehen, das wollen wir zurück“, sagt Verwaltungsratschef Max Schumacher.

"Freunde der Eintracht" sind die Rettung

Allerdings besitzt der e.V. nur noch 62,5 Prozent seines Tafelsilbers, das er zudem zu Schleuderpreisen abgeben musste. Denn im Sommer 2002 konnte die Eintracht nur mit allergrößter Mühe in letzter Instanz einen bereits beschlossenen Lizenzentzug durch die Deutsche Fußball Liga verhindern. Nach dem Ausstieg des US-Vermarkters Octagon, der mit der Eintracht das große Geld an der Börse machen wollte, dem das nach nur anderthalb Jahren abgebrochene Abenteuer am Ende aber insgesamt 67 Millionen Mark (rund 33,5 Millionen Euro) kostete, benötigte der völlig ausgeblutete Adlerklub Kapital und starke Partner an seiner Seite.

2003 erwarb die eigens dafür gegründete „Freunde der Eintracht AG“ 28,5 Prozent des Aktienpakets des Vereins zum Sparpreis von vier Euro pro Aktie. 4,5 Millionen Euro flossen so an die Eintracht. Der Deal wurde jahrelang unter der Decke gehalten, da die neuen Partner (unter anderem das Bankhaus Metzler, die DZ Bank, die Hessische Landesbank und die BHF Bank) kein Interesse hatten, mit dem maroden Klub öffentlich in Verbindung gebracht zu werden. Es gilt als offenes Geheimnis, dass die Freunde der Eintracht die Eintracht damals gerettet haben. Der Zusammenschluss hat sich als verlässlicher Partner erwiesen, der seine Sperrminorität noch nie nutzte.

Das Innenleben der Eintracht  Foto: FR

Grafik im Großformat

Mit dem Einstieg von Heribert Bruchhagen als Vorsitzender der Eintracht Frankfurt Fußball AG vor etwas mehr als zehn Jahren begann eine Konsolidierungsphase. Bruchhagen machte den Verein wieder salonfähig. Der Ostwestfale und der damalige Finanzchef Thomas Pröckl verfuhren streng nach dem kaufmännischen Prinzip, mehr Geld einzunehmen als auszugeben. Und häuften so in der Aktiengesellschaft mit den Jahren rund 16 Millionen Euro an. Von diesem Eigenkapital sind seit dem Abstieg im Mai 2011 nur noch knapp drei Millionen Euro übrig geblieben. So teuer waren Wiederaufstieg und Konsolidierung in der Bundesliga bis hin zur Europa League. Der Vorstand der AG strebt ein dauerhaftes Eigenkapital von fünf Millionen Euro an. Um handlungsfähig zu bleiben, hat die Eintracht zwei Kreditlinienverträge in Höhe von je drei Millionen Euro abgeschlossen, die bislang aber noch nicht in Anspruch genommen werden mussten.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Nicht immer konfliktfreies Miteinander von e.V. und AG

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