Wir spielen immer auf Sieg, egal, ob auswärts oder zu Hause.“ So ist Eintracht Frankfurt: frech, forsch, erfolgreich. Und Trainer Armin Veh würde es nicht einmal im Traum einfallen, auch nur ein Jota von dieser Vorgabe abzurücken. Warum auch? Allenthalben heimst der hessische Neuling Lob aus der Bundesliga ein für ein attraktives Offensivspiel, und die Punktausbeute ist mit 27 Zählern nicht so übel. Und lässt sich heute, allerdings beim VfL Wolfsburg, gar ausbauen.
Dummerweise spielt Eintracht Frankfurt in der Fremde. Da tut sie sich zuletzt ein bisschen schwer mit den Siegen. Ein Blick in die nackte Statistik zeigt Auffälliges: Die Hessen haben vier der letzten fünf Auswärtsspiele verloren, allein gegen den FC Schalke 04 (1:1) gab es einen Punkt, der Rest − gegen Mönchengladbach (0:2), VfB Stuttgart (1:2), Bayern München (0:2), Fortuna Düsseldorf (0:4) − waren Pleiten. Die Eintracht rangiert in der Auswärtstabelle lediglich auf Platz 13 (sieben Punkte), der FC Augsburg (18.), Hoffenheim(17.), Greuther Fürth (16.), Hannover (15.) und Nürnberg (14.) dahinter. Dagegen ist die Eintracht zu Hause eine Macht, die Arena im Stadtwald eine Bastion: Die Frankfurter sind aktuell das heimstärkste Team der Liga (20 Punkte in neun Heimpartien), besser gar als Bayern München, Schalke oder Dortmund.
Nur in der Fremde klappt es nicht so gut. Dabei fing es prima an, die beiden ersten Auswärtsbegegnung − in Hoffenheim (4:0), in Nürnberg (2:1) − wurden gewonnen. Da begann jeweils die beste Elf, selbst wenn in Nürnberg bald Pirmin Schwegler und Olivier Occean passen mussten. Ein Fingerzeig? In Bestbesetzung spielten die Hessen auswärts auch auf Schalke und holten prompt ein Remis. In Stuttgart fiel das schwäbische Siegtor, nachdem Innenverteidiger Carlos Zambrano mit gebrochenem Zeh ausgewechselt (und gegen Vadim Demidov ersetzt) wurde. In allen anderen Spielen fehlte mindestens einer aus der Stammformation, gegen Düsseldorf sogar gleich drei Leistungsträger. Ist es also so, dass die Frankfurter, zumindest vor gegnerischem Publikum, stets die Allerbesten an den Start bringen müssen? Fast scheint es so.
Natürlich, das ist eine Binsenweisheit, gestalten sich Auswärtsspiele schwieriger: Der Gegner ist aggressiver, die Zuschauer lauter, man selbst agiert vorsichtiger, bekommt oft nicht so viele Möglichkeiten − und mitunter macht eine Gelb-Rote Karte schnell alle Bemühungen zunichte.
In Wolfsburg hat die Eintracht in der Bundesliga noch nie gewonnen, in zehn Spielen gab es sechs Niederlagen und vier Unentschieden. Eine so lange Serie ohne Sieg gibt es gegen keinen anderen Klub, fand der Kicker heraus. Die Wölfe sind so etwas wie der Angstgegner der Frankfurter.
Andererseits: In dieser Runde sind die Wolfsburger vor heimischen Publikum zu packen. Einmal nur ist ein Sieg gelungen, dreimal trennte man sich unentschieden, Wolfsburg holte nur sechs von 21 möglichen Zählern. Zu Hause ist nur Aufsteiger Greuther Fürth schwächer. Ist das die Chance für die Eintracht mit ihrem (nach den Bayern) torgefährlichsten Mittelfeld der Liga?
Immerhin können die Hessen (fast) in Bestbesetzung antreten − und womöglich doch auf Verteidiger Heiko Butscher zurückgreifen. Butscher, am Donnerstag noch mit Magen-Darm-Virus außer Gefecht, konnte gestern in Maßen mittrainieren, danach stieg er in den Mannschaftsbus. Sein Einsatz wird sich erst kurz vorm Spiel entscheiden. Sollte er ausfallen, käme Demidov ins Team. Das wäre statistisch gesehen nicht so gut: Bei seinen sechs Einsätzen bislang gab es fünf Niederlagen − alle auswärts.
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