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Eintracht Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt

20. Dezember 2012

Eintracht Frankfurt: Die Umschwärmten

 Von Ingo Durstewitz
Jung (l.) und Rode sind das Doppelherz der Eintracht. Foto: imago

Ein kurzer Blick zurück: Wie die Eintracht um ihre Juwele Sebastian Rode und Sebastian Jung kämpft / Teil 2 der FR-Serie.

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Ein kurzer Blick zurück: Wie die Eintracht um ihre Juwele Sebastian Rode und Sebastian Jung kämpft / Teil 2 der FR-Serie.

Es soll tatsächlich den einen oder anderen hochklassigen Verein geben, der kein Interesse an einer Verpflichtung Sebastian Jungs angemeldet hat. Das ist eine gute Nachricht für Eintracht Frankfurt. Denn in den vergangenen Monaten waren die Gerüchte ins Kraut geschossen, da tauchte in schöner Regelmäßigkeit ein neuer potenzieller Arbeitgeber auf, der den Sebi aus Königstein mit einer Menge Zaster ködern wollte.

Im Sommer hieß es, die italienischen Spitzenklubs Inter Mailand und AS Rom hätten ihre Fühler nach dem hessischen Rechtsverteidiger ausgestreckt, aus der Bundesliga fielen immer wieder die Namen Werder Bremen und VfB Stuttgart. Jetzt ist noch einer hinzugekommen: der VfL Wolfsburg. „Ich habe das nur gelesen, ich weiß von nichts“, sagte Jung selbst. Sein Trainer, Armin Veh, glaubt nicht mal an eine Luftnummer: „Das ist doch nichts Neues, das kann ich nachvollziehen.“ Mittlerweile gehen sie in Frankfurt mit Spekulationen, Anfragen oder Offerten ganz locker um, denn: „Sebi hat doch gesehen, dass er bei der besseren Mannschaft spielt“, begründete Sportdirektor Bruno Hübner am Samstag in Wolfsburg und grinste. Hörte sich scherzhaft an, war aber ernst gemeint.

Nicht kleiner machen

Die Eintracht demonstriert neues Selbstvertrauen im Poker um ihre umschwärmten Spieler, neben Sebastian Jung ist das natürlich Sebastian Rode, der sogar noch begehrter sein dürfte. Die Hessen wollen sich nicht kleiner machen als sie sind, der derzeitige Erfolg stärkt ihre Verhandlungsposition, liefert gute Argumente für einen Verbleib, weil die allseits geforderte Entwicklung augenscheinlich ist. „Wir müssen den Spielern eine Perspektive bieten“, sagt Trainer Armin Veh und setzt hinzu: „Die Mannschaft bastelt im Moment ja selbst an ihrer Perspektive.“

Natürlich wollen die Spieler neben einer entsprechenden finanziellen Ausstattung ihres Arbeitspapiers auch einen sportlichen Anreiz haben. Das ist nachzuvollziehen, es gehört zur Natur des Sportlers, sich mit den Besten messen zu wollen. In diesem Fall heißen die Ambitionen Europapokal, bestenfalls Champions League, und Nationalmannschaft.

Das bisherige Abschneiden der Eintracht, der vierte Tabellenplatz, die 30 Punkte, die vielen Vollgas- und Spaßveranstaltungen im Stadtwald sind gute Gründe für den Standort Frankfurt. Internationale Fußballspiele mit Beteiligung der Eintracht sind in der kleinen Mainmetropole nicht garantiert, aber durchaus möglich. Der Klub kann sehr wohl ein Sprungbrett zur Nationalmannschaft sein, Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich unlängst sehr positiv zur Eintracht im Allgemeinen und den Spielern Jung und Rode im Besonderen. Sebastian Jung wurde ja auch zum letzten Länderspiel in den Niederlanden ins Aufgebot berufen, jedoch nicht eingesetzt. Auch Sebastian Rode hätte Mitte November eine Einladung in den Elitekreis erhalten, hätte ihn ein angeknackster Zeh nicht gehindert.

Doch bleiben die beiden gebürtigen Hessen der Eintracht erhalten? „Ich bin optimistisch“, sagt Sportdirektor Hübner. Das ist er jetzt schon eine ganze Weile.

Die Verhandlungen mit den Jungstars sind ins neue Jahr vertagt, doch mit einer schnellen Einigung ist auch dann nicht wirklich zu rechnen. Jung hat für den kommenden Sommer eine Ausstiegsklausel, für eine Ablösesumme von sehr moderaten 2,5 Millionen Euro könnte er den Klub wechseln. Will er das auch? „Mein erster Ansprechpartner ist und bleibt die Eintracht“, sagt Jung, der in Königstein aufgewachsen ist und seit der F-Jugend am Riederwald Fußball gespielt hat. Mehr Eintracht geht nicht. Natürlich fühlt sich der 22-Jährige am Main zu Hause und pudelwohl. Und doch wird sich die Eintracht, neben aller sportlicher Perspektive, finanziell bis an die Decke strecken müssen, um eine Chance zu haben. Dazu ist sie bereit. Dass sich Jung dem VfL Wolfsburg anschließt, scheint wenig realistisch. Jung hält noch Kontakt zu Patrick Ochs und Marco Russ, das sind warnende Beispiele. Er weiß, wie schnell eine Karriere ins Stocken geraten oder sogar den Bach herunter gehen kann. Dazu ist er zu bodenständig und auch zu gut beraten: Alen Augustincic ist ein erfahrener Agent, der gute Kontakte zur Sportlichen Leitung der Eintracht hält.
Bei Rode, dem Seppl aus Alsbach-Hähnlein, ist der Fall anders gelagert, der Dominator aus dem Mittelfeld ist bis 2014 gebunden, er hat keine Ausstiegsklausel im Vertrag verankert. Normalerweise läuft das in der Bundesliga dann so, dass der Spieler entweder seinen Kontrakt verlängert oder ein Jahr vor Vertragsende verkauft wird, um noch einen Transfererlös zu erzielen. Der wäre bei Rode, dem Juwel der Eintracht, sicherlich beträchtlich. Doch Vorstandschef Heribert Bruchhagen schiebt da einen Riegel hervor, er hat sich noch nie so weit aus dem Fenster gelehnt wie bei dem 22-jährigen Südhessen: Rode werde nicht verkauft, er bleibe bis 2014. Egal, wie hoch die Ablöse auch sei. Auch auf die Gefahr hin, dass er 2014 den Verein ablösefrei verlassen werde.

Von Bruchhagen geadelt

Bruchhagen sagt das nicht ohne Grund, er hat den Semmelblonden unlängst als besten Eintracht-Spieler der zurückliegenden zehn Jahre geadelt. Rode bleibt gelassen, er habe noch anderthalb Jahre Vertrag, wiederholt er gebetsmühlenartig, er sehe keinen Grund zur Eile. Seine Leistung hat nicht gelitten, er ist nach wie vor in herausragender Verfassung.
Es gibt ernsthafte Interessenten, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sind in der Verlosung, beide können weitaus mehr Gehalt bezahlen und die Wahrscheinlichkeit, dauerhaft international zu spielen, ist bei beiden Klubs ungleich höher als in Frankfurt. An der finanziellen Ausstattung des Frankfurter Angebots, glaubt Finanzvorstand Axel Hellmann, werde es eher nicht scheitern. „Ich denke, damit ist er schon zufrieden.“

Armin Veh hat Jung und Rode vor Kurzem als Herz der Eintracht bezeichnet. Aber schlägt das Doppelherz auch weiter in Frankfurt?

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