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Eintracht Frankfurt: Ein fast schon verwegenes Ziel

Trainer Skibbe setzt die Eintracht unter Druck. Platz neun soll es am Ende schon sein. Nicht nur Klubchef Bruchhagen hält diese Vorgabe für sehr, sehr mutig. Von Ingo Durstewitz

Kritischer Blick: Michael Skibbe.
Kritischer Blick: Michael Skibbe.
Foto: dpa

Die Pressekonferenz vor dem Bundesligastart am Samstag in Bremen nutzte Michael Skibbe auch mal schnell dazu, um das Saisonziel von Eintracht Frankfurt zu verkünden. In Absprache mit der Mannschaft gab der Trainer also die Losung aus: "Wir wollen einen deutlichen Schritt nach vorne machen. Wir wollen die gleiche Platzierung wie vorletzte Saison und in etwa den gleichen Punktestand." Übersetzt heißt das: Platz neun, 46 Punkte. Das ist ein ehrgeiziges, ein sehr ehrgeiziges, fast schon verwegenes Ziel. Die Eintracht müsste dazu nicht nur alle vermeintlich schwächeren Teams (Mainz, Nürnberg, Freiburg, Bochum) und die Mannschaften auf Augenhöhe (Gladbach, Köln, Hannover) hinter sich lassen, sondern mindestens auch noch zwei der eigentlich höher anzusiedelnden Klubs.

Skibbe, 44, sagt dazu nur: "Wir fassen ambitionierte Dinge ins Auge. Die Mannschaft hat den Glauben in die eigene Stärke gefunden. Die Mannschaft möchte Souveränität ausstrahlen. Ich finde die Zielsetzung gut und realistisch." Sie ist vor allem: mutig. Selbst Vorstandschef Heribert Bruchhagen mag nicht so recht daran glauben, wie er im FR-Interview deutlich macht.

Einerlei: Es soll alles besser werden unter Skibbe. 33 Punkte, wie in der abgelaufenen Runde, hält der Fußballlehrer zu Recht für indiskutabel: "So was wie letzte Saison will ich hier nicht." Mehr darf es schon sein. Insgesamt sieht der Coach seinen Kader natürlich nicht so gut aufgestellt wie jenen zu seiner Leverkusener Zeit. "Es gibt ein größeres Leistungsgefälle, mannschaftlich sind wir nicht so gut besetzt. Aber in der Spitze haben wir auch einige sehr gute Spieler, die da mithalten können." Namentlich nannte er Chris, Ioannis Amanatidis und Christoph Spycher.

Für das Spiel in Bremen hat Skibbe, wie er sagt, "keine großen Veränderungen" ins Auge gefasst. Er will auch keine zusätzliche Absicherung im defensiven Mittelfeld einbauen. Womöglich wird Chris in die erste Elf rutschen, der Brasilianer konnte allerdings am Donnerstag wegen muskulärer Problemen im Oberschenkel nicht trainieren, am Freitag soll er aber das Abschlusstraining mit der Mannschaft bestreiten. Wenn er fit ist, wird einer weichen müssen. Selim Teber und Benjamin Köhler sind die Kandidaten. Chris würde dann zentral vor der Abwehr spielen und Pirmin Schwegler auf eine der beiden Halbpositionen wechseln.

Saisoneröffnung bei Eintracht Frankfurt

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Skibbe hat Respekt vor den Bremern, gegen die es in der abgelaufenen Saison zwei derbe 0-5-Klatschen setzte. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf habe eine "erstaunliche Frühform, die sind schon sehr gut drauf". Seine Elf müsse da höllisch aufpassen, aber auch eigene Akzente setzen. "Wenn wir zu viel Respekt zeigen, werden wir von der spielerischen Klasse der Bremer erschlagen." So sieht es auch Torwart Oka Nikolov, der Ruhepol. Dem Routinier ist offenbar sogar egal, wer da am Samstag eigentlich zu schlagen ist. "Wir fahren nach Dortmund und wollen da was holen", verkündete er. Dortmund oder Bremen - Hauptsache nicht verlieren.

Nicht mit nach Bremen fliegen im Übrigen: Habib Bellaid, Sebastian Jung, Marcel Heller und Faton Toski. Sie alle müssen in der U23 spielen, auch Zlatan Bajramovic soll bei den Amateuren Spielpraxis sammeln. Der Bosnier wird nach den vielen Operationen am Fußzeh langsam an die Profis herangeführt. Bellaid, Heller und Toski haben indessen kaum mehr eine Chance bei Skibbe. Aber sie sollen sich nur ja nicht hängen lassen bei der U23, warnt der Trainer. "Sie müssen da gerne und gut spielen und sich voll reinhängen. Wenn sie das nicht machen, werden sie keine Chance mehr haben, wieder zu den Profis zu kommen." Für einen ist übrigens nirgends Platz: Mehdi Mahdavikia darf am Wochenende weder bei den Profis noch bei den Amateuren spielen.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  6 | 8 | 2009
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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