Eintracht Frankfurt
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12. Dezember 2012

Eintracht Frankfurt: Eine Chance für die Zukunft

 Von Ingo Durstewitz
Bruno Hübner hält Verstärkungen für nötig. Foto: Stefan Krieger

Weshalb es für Eintracht Frankfurt so wichtig ist, oben dranzubleiben und Perspektiven aufzuzeigen.

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Am Dienstag mussten die Fußballprofis der Eintracht in einer Mehrzweckhalle in Frankfurt-Kalbach ihre Runden drehen. Anschließend ist ihnen Blut abgezapft worden, nicht in rauen Mengen, nur ein paar Tröpfchen aus dem Ohrläppchen. Das ist ein mittlerweile bekanntes Prozedere, um per Laktatwert den Fitnesszustand zu ermitteln. Die Winterferien stehen an, und im neuen Jahr will die sportliche Leitung wissen, „wo wir stehen, und wo wir eventuell zulegen müssen“, wie Sportdirektor Bruno Hübner sagt. Im Übrigen wird nach den ermittelten Werten von Konditionstrainer Christian Kolodziej ein individuelles Trainingsprogramm für die fußballfreie Zeit erstellt. Dem Zufall will man nichts überlassen.
Vor der kurzen Pause wird es aber ein letztes Mal ernst für die Hessen, am Samstag gastieren sie beim VfL Wolfsburg. Keine leichte Aufgabe, aber keine unlösbare. Die Eintracht hat in Niedersachsen die Chance, sich eine herausragende Ausgangsposition für die Rückrunde zu verschaffen. Doch auch mit dem bisher Erreichten sind alle in Frankfurt hochzufrieden. „Man freut sich schon, dass alles so funktioniert hat“, bemerkt Manager Hübner, der heilfroh ist, dass die Mannschaft mit dem 4:1 gegen Bremen den Bedenkenträgern die richtige Antwort gegeben hat. „Es kam viel Skepsis auf, diese Rückrunde vor anderthalb Jahren ist noch in den Köpfen drin.“ Das dürfte nun anders sein.

In der Breite zu dünn

Längst träumen die Fans von europäischen Festspielen, nur die Verantwortlichen treten auf die Bremse. Denn sie wissen, wie schmal der Grat ist, auf dem die Eintracht wandelt. Der Kader ist in der Breite leistungsmäßig viel zu dünn, um über eine Saison hinweg dort oben mitzumischen. „Es darf auf einigen Positionen nicht viel passieren“, sagt Hübner. „Wir haben einen engen Kader, wenn Leistungsträger ausfallen, haben wir ein Problem.“ Das hat die Eintracht schon zu spüren bekommen. Und das sei der Hauptunterschied zu den „etablierten Vereinen in der Spitze. Sie können Ausfälle kompensieren – wir nicht.“
Nun ist es nicht so, dass die Frankfurter nicht ihre Chance wittern. Eine Europapokalteilnahme würde den Klub in seiner Entwicklung mit einem Schlag nach vorne katapultieren. Auch deshalb drängt die sportliche Führung auf mindestens eine Verstärkung im Winter. „Es wäre der Mannschaft, den Fans und dem gesamten Umfeld gegenüber nicht gerecht, es jetzt einfach so ausklingen zu lassen und sich keine Gedanken zu machen.“

Wahrnehmungen verschoben

Priorität hat die Verpflichtung eines Innenverteidigers, Ex-Eintrachtler Marco Russ, Tribünensitzer in Wolfsburg, wird hartnäckig als Zugang gehandelt. Der Sportdirektor kommentiert keine Namen, denn eine breite Öffentlichkeit erschwert die Verhandlungen, selbst für den gewieften 51-Jährigen. Er hat ohnehin eine andere Wahrnehmung der Eintracht ausgemacht. „Früher hieß es: ,Komm’, denen können wir den Spieler geben.‘ Heute werden wir als Konkurrenz angesehen, da hat so mancher Verein schon Angst, dass er den einen oder anderen Tabellenplatz auf uns verliert. Das zeigt die Akzeptanz, die wir uns erarbeitet haben.“
Eine gute Rückrunde würde auch die Verhandlungsposition der Eintracht im Poker um Sebastian Rode und Sebastian Jung verbessern, sollte man sich nicht schon im Winter auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit den Spielern geeinigt haben. „Auch deshalb sage ich: Wir müssen über Alternativen nachdenken, uns noch verstärken im Winter. Denn die Spieler müssen erkennen können: ,Da tut sich was, die Eintracht ist immer im Denkprozess, will in der Zukunft was bewegen und die Mannschaft weiterentwickeln.‘“ Dazu fehle nicht mehr so viel, findet Hübner: noch ein Abwehrspieler, „ein Topstürmer“ und einen in der Breite besser besetzten Kader. Womöglich könne die Eintracht umworbenen Spielern wie Rode und Jung dann das anbieten, was diese selbst fordern und weshalb sie über einen Vereinswechsel nachdenken: internationale Auftritte auf höchstem Niveau. „Vielleicht“, sinniert Baumeister Hübner, „können wir in ein, zwei, drei Jahren andere Regionen anpeilen.“

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