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Eintracht Frankfurt
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03. Dezember 2012

Eintracht Frankfurt: Eine Eselei mit unschönen Folgen

 Von Ingo Durstewitz
Wieder einmal vorzeitig in die Kabine: Karim Matmour.Foto: Stefan Krieger

Wie Karim Matmour seinem Team mit seinem zweiten Platzverweis hintereinander einen Bärendienst erweist.

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Nach der zweiten Ampelkarte für ein und denselben Spieler binnen sechs Tagen übte die Sportliche Leitung den Schulterschluss. Nicht etwa Übeltäter Karim Matmour bekam nach seiner selten dämlichen Hinausstellung in Düsseldorf sein Fett weg, sondern der Schiedsrichter. Da waren sich Sportdirektor Bruno Hübner und Trainer Armin Veh von Eintracht Frankfurt einig. Der Manager wertete den Platzverweis nach nur 34 Minuten als lächerlich. „Das war in der Summe vielleicht eine Gelbe Karte. Wenn das Gelb-Rot gibt, dann gibt es jede Woche zehn Platzverweise. Dann können wir das Fußballspielen einstellen“, sagte Hübner.

Trainer Veh redete sich gar in Rage, schwankte zwischen Trotz und Zorn. „Nein, das lasse ich so nicht stehen, das sehe ich nicht ein“, blaffte der Coach. „Fußball ist ein Zweikampfsport, das ist nicht Bezirksliga hier, wo kommen wir denn dahin, wenn es für jedes Foul eine Gelbe Karte gibt?“ Schiedsrichter Michael Weiner habe von der ersten Minute an gleich zeigen wollen, wer Chef im Ring ist. „Er wollte besonders streng sein“, urteilte Veh. Seine Spieler seien schon sehr früh eindringlich ermahnt worden. „Er wollte nichts aufkommen lassen. Er sah eine Brisanz in diesem Risikospiel, die das Spiel dann aber gar nicht hergab.“ In der Tat war die Partie fair und auch nicht sonderlich hektisch oder emotional.
Sportdirektor Hübner vermisste das berühmte Fingerspitzengefühl. „Ich würde als Schiri ein Spiel niemals so beeinflussen.“ Da setzte auch Veh an, der sich maßlos darüber ärgerte, dass der Referee so früh eingriff und sich der Tragweite seiner Entscheidung gar nicht bewusst sei oder sich nicht für die Folgen interessiere. „Er beeinflusst und entscheidet die Partie“, analysierte Veh. „Aber das juckt den gar nicht. Der geht heim und gut is’. Und wir haben das auszulöffeln.“ Anderntags flüchtete der 51-Jährige sogar in beißende Ironie. „Wir sind ja nur kleine Fußballtrainer, aber die Schiedsrichter sind die große Macher, die denken, dass ihretwegen die Leute ins Stadion kommen.“

O-Ton: Armin Veh über den Platzverweis

Natürlich kann man den Eintracht-Ärger nachvollziehen, weil die Gelb-Rote Karte das Duell bei der Fortuna im Grunde entschieden hatte. Doch die Verantwortlichen machen es sich in ihrer Manöverkritik zu einfach, die Schiri-Schelte greift zu kurz. Denn sie klammert das Verhalten von Karim Matmour gänzlich aus. Der 27-Jährige ist nun zum zweiten Mal hintereinander vom Platz geflogen, hat dafür schlappe 36 Minuten gebraucht – als Stürmer wohlgemerkt. Eine Eselei zu viel.

Torwart Trapp nicht erfreut

Auf Schalke ging er zweimal mit der Sohle voran in den Gegner hinein, das erste Foul in Düsseldorf nach 27 Minuten war von ähnlicher Machart und ebenfalls gelbwürdig. Und es ist fast schon abenteuerlich, wie der Algerier dann – aus Frust und Ärger über einen eigenen leichten Ballverlust – dem Gegner über 30, 40 Metern hinterherjagt, um ihn dann mit dem Arm zu Fall zu bringen. Sieben Minuten nach der ersten Verwarnung. Jeder im Stadion hatte das Unheil kommen sehen, jeder wusste, was passieren würde. Man kann gewiss diskutieren, ob eine Verwarnung zwingend nötig war in dieser Szene, doch man kann den Armeinsatz Matmours gegen Stefan Reisinger sehr wohl als taktisches Foul werten. Die Hinausstellung war vertretbar. Und historisch: Zweimal hintereinander mit Gelb-Rot vom Platz zu fliegen, das hat vor Matmour noch kein anderer Bundesligaprofi geschafft.
Matmour, ein freundlicher Mensch, ist sicher kein unfairer Spieler, er kam bis zum Schalke-Spiel vor einer guten Woche ganz ohne Platzverweise aus, aber jetzt ist er zweimal übers Ziel hinausgeschossen und hat seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen. Torwart Kevin Trapp konnte eine gewisse Verärgerung nicht verbergen. „Er wird schon wissen, was er machen muss“, sagte er bei Sky. „Aber für uns ist es bitter, über eine Halbzeit mit zehn Mann zu spielen. Das darf nicht passieren.“ Zumal: Matmour hat nicht nur die Partie in Düsseldorf verloren, ein Spiel, das die Hessen bei numerischer Gleichheit wohl eher nicht abgegeben hätten. Nein, er fehlte ja auch gegen Mainz und ist am Samstag gegen Bremen gesperrt. Bei der Stürmernot der Eintracht ist das sträflich.

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