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Eintracht Frankfurt
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20. Januar 2013

Eintracht Frankfurt: Eintracht baggert an de Camargo

 Von Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein
Ist er der neue Eintracht-Angreifer? Igor de Camargo. Foto: dpa

Die Sturmflaute bei den Hessen soll jetzt nicht Lakic, sondern der Gladbacher beheben.

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Bruno Hübner ist bekannt dafür, Spieler zu umgarnen und ihnen den Mund wässrig zu machen. Der Sportdirektor der Frankfurter Eintracht ist ein Strippenzieher, der mit Begeisterung und Leidenschaft die Umworbenen überzeugen kann. Auch dem Wolfsburger Stürmer Srdjan Lakic hat der Manager einen Wechsel zur Eintracht schmackhaft machen können, das war ihm auch vor einem Jahr bei Patrick Helmes gelungen.

Doch nun deutet sich an, dass nach Helmes jetzt auch der Lakic-Deal scheitern wird. Für die Eintracht ist das Gesamtpaket Lakic eine Nummer zu groß. „Aufgrund der unterschiedlichen Strukturen ist es für uns kaum möglich, einen Spieler aus Wolfsburg zu holen“, sagt Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Er meint: aufgrund der unterschiedlichen finanziellen Ausstattung der Klubs.

Risiko zu groß

Zudem ist die Eintracht bei Lakic nicht bereit, für den Angreifer ab Sommer eine Ablösesumme zu bezahlen, um ihn fest bis 2015 an sich zu binden. Da ist den Verantwortlichen das Risiko zu groß, weil sich seriös kaum beurteilen lässt, ob der seit anderthalb Jahren neben den Schuhen stehende Kroate die erhoffte Verstärkung sein wird. Die Eintracht hat sich daher umorientiert. Eine heiße Fährte führt zu Borussia Mönchengladbach. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau bemühen sich die Hessen intensiv um eine Verpflichtung von Igor de Camargo. Trainer Armin Veh blieb nach dem Spiel in Leverkusen am Samstag gleich im Rheinland, weil am Montag die Trainertagung in Düsseldorf beginnt. Der freie Sonntag bot sich zu einem persönlichen Gespräch mit de Camargo förmlich an.

Der Brasilianer mit belgischem Pass, 29 Jahre alt, ist beim Mönchengladbacher Trainer Lucien Favre in Ungnade gefallen. In der Winterpause ist dem belgischen Nationalspieler eröffnet worden, dass die Borussia trotz eines Vertrages nicht mehr mit ihm plant und er den Verein verlassen soll. Der Stürmer, der mit vollem Namen Igor Alberto Rinck de Camargo heißt, hat am Niederrhein den großen Durchbruch nicht geschafft, aber auch nicht völlig enttäuscht. Der Angreifer, in Porto Feliz geboren, hat einen ausgeprägten Torriecher, weiß, wo er zu stehen hat. Er gilt als Mann für die wichtigen Tore, hat schon viele 1:0-Siege beschert, am Anfang der letzten Spielzeit bei Bayern München etwa. Er war es auch, der vor zwei Jahren die Gladbacher Aufholjagd einleitete − mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt. Und de Camargo brachte sie auch zu einem guten Ende, erzielte im Hinspiel der Relegation gegen den VfL Bochum in der 94. Minute das erlösende 1:0. In Gladbach wurde er als Retter gefeiert. De Camargo, der im Jahr 2000 aus seiner Heimat ins belgische Genk gewechselt war und vor zweieinhalb Jahren für vier Millionen Euro von Standard Lüttich zur Borussia kam, stand aber auch schon mal gehörig am Pranger. Im DFB-Pokalspiel bei Hertha BSC provozierte er mit einer hollywoodreifen Schauspieleinlage einen Strafstoß und die Rote Karte gegen Hertha-Verteidiger Roman Hubnik. Die unschöne Aktion schlug hohe Wellen, wurde allenthalben verurteilt. De Camargo hat für Mönchengladbach in 54 Spielen 14 Tore erzielt. Nun soll er die Sturmflaute der Eintracht beheben.

Auch Hoffer weg?

Im Angriff konnte sich bisher kein Spieler profilieren, nur drei der 34 Tore machten Angreifer, Erwin Hoffer, Karim Matmour und Olivier Occean trafen jeweils einmal. Das ist dürftig. Deshalb wollen die Hessen auch mindestens zwei ihrer vier Stürmer abgeben. Der Wechsel von Dorge Kouemaha zum MSV Duisburg hat sich kurz vor Vertragsabschluss allerdings zerschlagen. „Es sind Sachen vorgefallen, die wir so nicht akzeptieren“, sagte MSV-Sportdirektor Ivica Grlic der Rheinischen Post, ohne weitere Details zu nennen. „Wir hatten gute Gespräche, die weit vorangeschritten waren, die jetzt aber eine plötzliche Wendung genommen haben.“ Stattdessen soll der Kameruner nun vor einem Wechsel in die Türkei stehen. Der Eintracht, die Kouemaha aus Brügge ausgeliehen hat, wird auch das recht sein.
Zudem verdichten sich die Anzeichen, dass die Eintracht auch den Kanadier Rob Friend noch von der Gehaltsliste streichen kann. An Friend sollen Vereine aus seiner Heimat interessiert sein, auch die Vancouver Whitecaps sollen ihre Fühler ausgestreckt haben. Und: Selbst ein Wechsel von Erwin Hoffer ist nicht endgültig vom Tisch. Womöglich wird die Eintracht den Österreicher, der gar keine Rolle spielt, auch noch abgeben. Aber nur, wenn Igor de Camargo bis dahin angeheuert hat.

FR-"Volltreffer" vom 20.01.2013
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