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Eintracht Frankfurt
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19. März 2015

Eintracht Frankfurt: Eintracht mit Durchblick

 Von 
Gerade räumliches Sehen ist für Fußballer von Bedeutung. Hier lässt sich Johannes Flum mit Hilfe einer Spezialbrille testen.  Foto: Heiko Rhode

Der hessische Bundesligist lässt die visuelle Wahrnehmung seiner Profis schulen, denn: „Das Auge spielt mit“.

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Sehendes Auges, so viel ist sicher, will Eintracht Frankfurt nicht in die nächste Auswärtsniederlage in Stuttgart schliddern. Aber das war nicht der Grund, warum der Trainer Thomas Schaaf seine Profis am Mittwoch nach einer Trainingseinheit auf dem Platz zu einem weiteren Zirkeltraining in die Katakomben der Arena bat: Der hessische Bundesligist ließ gestern die visuelle Wahrnehmung seiner Profis untersuchen.

Den Blick schärfen

Dazu war die Augenoptikermeisterin Alexandra Römer mit ihrem Team aus Bremen nach Frankfurt gekommen, um die Spieler einer Reihe von Test zu unterziehen, die sie befähigen solle, sich künftig auf dem Spielfeld besser orientieren zu können. „95 Prozent der Bewegung wird durch das Auge koordiniert und kontrolliert“, sagt Alexandra Römer, die schon ein derartiges Augenscreening bei den Spielern von Werder Bremen (unter Schaaf), den Handballern des HSV Hamburg, der Frauen-Nationalelf sowie bei Basketballern und Eishockeyspielern durchgeführt hat. In diesem Visualtraining, das zwischen 30 und 45 Minuten dauerte, checkte die Funktionaloptometristin gemeinsam mit weiteren Kollegen gestern an sechs Stationen unter anderem Reaktionsschnelligkeit der Augen, Augenfolgebewegung, peripheres Sehen und 3-D-Sehen, letzteres vor allem wichtig für gestochen scharfe Pässe in die Tiefe des Raums.

Gerade räumliches Sehen ist für Fußballer von Bedeutung, um die Entfernungen richtig einzuschätzen, die Geschwindigkeit des Balles einzuordnen und lange Bälle zu berechnen. Nicht immer ist räumliches Sehen vorhanden. Fitnesstrainer Christian Kolodziej, der diesen Augentest schon seit vielen Jahren kennt, berichtete von einem Fall bei Borussia Dortmund, wonach tatsächlich zwei Spieler nicht über räumliches Sehen verfügten.

Visuelles System wird „extrem gefordert“

„Hochleistungssportler verfügen über ein überdurchschnittlich gutes visuelles System“, das freilich „extrem gefordert“ würde, sagt Alexandra Römer, die schon mit Schaaf zusammengearbeitet hat als er noch Trainer bei Werder war. „Normal“ sei eine Sehleistung von 100 Prozent, Profisportler kämen auf „160 bis 200 Prozent“, und der frühere Tischtennis-Weltranglistenerste Timo Boll kam gar auf 265 Prozent – all das durch ein spezielles Sehreaktionstraining. Dazu kommt, dass etwa ein Torwart ein anders visuelles Leistungsprofil hat als ein Stürmer. Auf dem Fußballplatz ist ein Spieler kampfbereit und hochkonzentriert. Adrenalin schießt ein, der Blutdruck steigt. „Das visuelle System reagiert mit Pupillenerweiterung und Scharfstellung der Linse für die Fernsicht. Nicht gut für unübersichtliche Situationen im Strafraum und bei Kurzpässen“, sagt Frau Römer.

Keine kurzfristigen Auswirkungen

Das Ziel all dieser Tests ist eine Verbesserung der visuellen Leistungsfitness. Kurzfristige unmittelbare Auswirkungen auf das Spiel hat diese Augentraining zunächst nicht. „Aber man fühlt sich danach sicherer“, sagt Alexandra Römer. „Allein das ist schon ein Vorteil“, findet Trainer Schaaf. Dies gehöre zu einer professionellem Herangehensweise dazu. Die Tests umfassen die Komponenten Blickmotorik, Beidäugigkeit, scharfes Sehen und allgemeine Wahrnehmung. Dazu gibt es spezielle Übungen, die, so Schaafs Erfahrung, die Spieler auch gerne annehmen. Man könne gutes Sehen trainieren. „Das Spiel an sich ist mit den Jahren immer schneller geworden, man muss es auch schneller wahrnehmen“, sagt Schaaf. Wer gut sieht, kann schneller richtig handeln.


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Thomas Schaaf hat dieses visuelle Training schon länger auf der Agenda. Bereits in Bremen hat er seine Spieler zum Optiker geschickt. „Der entscheiden Faktor im Spiel ist doch: Zeit.“ Ein Spieler, der alles im Blick hat, wird auf dem Spielfeld eher das richtige machen. Allerdings wird Thomas Schaaf die gestern gewonnenen Erkenntnisse so schnell nicht in seine aktuelle Arbeit einfließen lassen können. Die Auswertung der Tests im Institut von Alexandra Römer wird zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen. Schneller schafft es die Spezialistin nicht.

Thomas Schaaf wird den Blick auf den VfB Stuttgart anders schärfen müssen.

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