Statistiken können den Frankfurter Fußballlehrer Armin Veh ganz sicher nicht aus der Ruhe bringen. Nur ein Eintracht-Sieg aus den vergangenen sieben Partien, zuletzt zwei Niederlagen hintereinander – na und? Veh lächelt die Zahlen einfach weg. Nein, er sehe „keinen Durchhänger“ bei seiner Mannschaft, nein, er könne beim besten Willen keine atmosphärischen Störungen oder um sich greifende Nervosität ausmachen. „Wir sind in keiner Weise angespannt“, sagt er. Nein, er sehe keinen Grund, sein Team durcheinanderzuwirbeln. „Ich habe keinen Gedanken daran verschwendet, die Mannschaft zu verändern.“ Denn: „Dafür spielen wir viel zu gut Fußball.“
Wenn die Eintracht gegen Werder Bremen spielt, ist klar: es geht um nichts geringeres als den Europokal. Unser Vergleich lotet vor der Partie die Chancen beider Teams aus, dem Ziel Europa am Samstag ein Stück näher zu kommen.
Veh schenkt weiterhin den Spielern das Vertrauen, die für diesen furiosen Saisonstart gesorgt haben, die zuletzt aber nicht mehr so frisch, unbekümmert und ungezwungen Fußball spielten. Veh hat das registriert, aber er fand die Leistungen seines Ensembles nicht so schlecht, wie sie gemacht wurden. „Auf Schalke müssen wir gewinnen“, sagt er. „Gegen Mainz haben wir leichte Gegentore bekommen, aber in der zweiten Hälfte auch Druck gemacht. Und Düsseldorf hat der Weiner versemmelt.“ Das ist der Schiedsrichter, der den ungestümen Karim Matmour nach 34 Minuten zum Duschen schickte. Das bittere Ende ist bekannt: 0:4.
Matmour ist am Samstag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen Werder Bremen mal wieder gesperrt, für ihn wird Olivier Occean auflaufen. Veh hat dem so unglücklich spielenden Kanadier Beine gemacht, im Wortsinne: „Ich bin der Ansicht, er ist zuletzt zu wenig gelaufen“, sagte der Coach. Occean habe nur noch daran gedacht, Tore zu machen, darüber hat er die Arbeit vergessen. Der Trainer nahm seinen Stürmer ins Gebet, und Veh ist guter Dinge, am Samstag einen anderen Occean auf dem Feld zu sehen als zuletzt. Hinten wird Routinier Heiko Butscher verteidigen. „Er hat ja nix zu verlieren“, sagt Veh. „Er weiß ja, dass er keine große Karriere mehr vor sich hat.“ Veh würde dem 32-Jährigen sogar ein Türchen öffnen, wenn dieser nach der Saison die Trainerlaufbahn einschlagen würde. „Dann könnte ich mir vorstellen, mit ihm zusammenzuarbeiten.“
„Ich würde am liebsten lesen, dass es bei der Frankfurter Rundschau weitergeht.“
Armin Veh auf die Frage, was er nach dem Spiel gegen Bremen als Überschrift lesen möchte.
Sein Team soll auch gegen Bremen seinem Stil treu bleiben, auf die „überragenden 24 Punkte“ (Veh) noch drei Zähler aufsatteln und die gute Hinserie krönen. „Wir wollen unseren Fußball zeigen und den Zuschauern etwas bieten. Das wird immer unser Anspruch sein.“ Sollten die Hessen wieder etwas spielfreudiger auftreten als zuletzt, stehen die Chancen nicht schlecht, mal wieder etwas Spektakuläres zu erleben im Stadtwald. Denn der Gegner von der Weser pflegt einen ganz ähnlichen Stil, der so recht nach dem Geschmack des Eintracht-Trainers ist. „Auch wenn sich Werder im totalen Umbruch befindet, so haben sie doch ihren Stil beibehalten. Sie spielen offensiv, auch wenn sie sich das dann oft hinten wieder einreißen.“
Das kommt Veh bekannt vor, doch auch er will mit seinen Mannen nicht von der Marschroute abrücken: „Ich will das hier durchziehen, wir wollen attraktiven Fußball zeigen.“ Und da kommt es für den 51-Jährigen ganz gewiss nicht in Frage, einen gut aufgelegten Spieler wie Marko Arnautovic in Manndeckung zu nehmen. „Das habe ich noch nie gemacht, das würde ich auch gegen Messi nicht machen.“
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