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Eintracht Frankfurt
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04. Januar 2013

Eintracht Frankfurt: Großer Bahnhof am Sportfeld

 Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz
Auch verbal in der Vorwärtsverteidigung: Marco Russ. Foto: Jan Huebner

Eintracht Frankfurt startet mit viel Zuspruch und einem alten Bekannten in das Abenteuer Rückrunde.

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Das Flutlicht brannte, gut 500 Kiebitze hatten sich bei trübem Wetter in den Stadtwald aufgemacht, dazu waren gleich ein halbes Dutzend Fernsehsender und Reporter in Mannschaftsstärke auf dem Platz vor der Wintersporthalle erschienen. Sogar Vorstandschef Heribert Bruchhagen war gekommen, Seite an Seite mit Finanzchef Axel Hellmann und Vereinspräsident Peter Fischer. Großer Bahnhof am Sportfeld. „Das ist schon sehr überraschend“, sagte der gut gelaunte Trainer Armin Veh nach der ersten erstaunlich anspruchsvollen Übungseinheit am Nachmittag.
Und mittendrin, so als wäre er nie weggewesen: Marco Russ.

Vertrag kurz vor Trainingsbeginn

Ein Stunde vor Trainingsbeginn war die Rückkehr des gebürtigen Hanauers in trockene Tücher gebracht worden. Da unterzeichnete der 27-Jährige in der Geschäftsstelle einen Vertrag bis Saisonende. Die Eintracht hat sich eine Kaufoption gesichert, „die an gar nichts gebunden ist“, wie Klubchef Bruchhagen betonte. Will sagen: Ist die Eintracht mit den Leistungen des Innenverteidigers zufrieden, kann sie ihn für eine fest vereinbarte Ablösesumme, die unter einer Million Euro liegt, vom VfL Wolfsburg kaufen. Ist sie es nicht, muss Russ zurück an den Mittellandkanal.

Der Rückkehrer gab sich nach den ersten 90 Minuten selbstbewusst und forsch. „Ich muss niemandem was beweisen, ich muss nur mir beweisen, dass ich das Zeug habe, in der Bundesliga zu spielen“, sagte der Abwehrmann und schob nach: „Aber ich weiß, dass ich es kann.“ Das ist durchaus korrekt, das Eintracht-Eigengewächs, das ab der D-Jugend in Frankfurt spielte, hat bisher 183 Partien in der höchsten deutschen Spielklasse absolviert, kein Eintracht-Feldspieler der aktuellen Mannschaft hat mehr Spiele im Oberhaus auf dem Buckel, nur Torwart Oka Nikolov kommt auf mehr Einsätze, er hat 221 Erstligaspiele absolviert.

Wechsel nach Wolfsburg kein Fehler

Russ war bei den Hessen immer Stammspieler. In Wolfsburg eher nicht. 24 Erstligapartien hat er für die Niedersachsen bestritten, alle in der vergangenen Saison, zuletzt lief es nicht mehr ganz so gut für Russ. Ex-VfL-Trainer Felix Magath verbannte ihn zu den Amateuren, doch selbst bei der U23 in der Regionalliga kam er nicht zum Zug. Russ würde seinen Wechsel nach Wolfsburg vor anderthalb Jahren für die Ablösesumme von drei Millionen Euro dennoch nicht als Fehler bezeichnen wollen. „Man lernt immer dazu, aus Positivem und Negativem. Und alles hat seine Gründe.“ Vor allem hat er sich in der Wolfsburger Zeit wirtschaftlich ganz gewiss nicht verschlechtert.

Fragen nach seinem Fitnesszustand bügelte er wenig charmant ab. „Ich habe die Berichterstattung verfolgt. Da stand drin, ich sei nicht fit und zu schlecht für die zweite Mannschaft. Ich fand die Berichte frech.“ Er sei topfit, sagte er, „ich habe mehr trainiert als alle anderen“. Er wirkt in der Tat körperlich auf der Höhe, soll kein Kilogramm zu viel auf die Waage bringen. Auch Trainer Veh war zufrieden: „Er macht einen ordentlichen Eindruck. Die Physios, die ihn kennen, sagen, er sei fit.“ Der 51-Jährige ist froh, den erfahrenen Spieler wieder in seinen Kreis aufnehmen zu können. „Ich hätte ihn ja nie abgegeben, aber die Eintracht musste ihn damals verkaufen. Die drei Millionen Euro konnte der Verein gut gebrauchen.“
Veh glaubt nicht, dass Russ eine lange Eingewöhnungszeit braucht. „Ich bin überzeugt davon, dass er sofort da ist. Ich kenne den Spieler, ich hatte ihn ja sechs Wochen. Da lernt man einen kennen.“ Der Trainer ist für Experimente auf der wichtigen Position des Innenverteidigers nicht mehr zu haben. „Bei Marco wissen wir, was wir bekommen. Das ist mir lieber als einen Spieler zweimal in Südamerika zu beobachten.“ Oder in Spanien. Sommereinkauf Vadim Demidov entpuppte sich als Flop und wurde schnell wieder abgeschoben. Gerade durch dieses Geschäft wird die Russ-Verpflichtung zum Null-Summen-Spiel. Weitere Zugänge, etwa der Wolfsburger Srdjan Lakic, sind nicht unbedingt geplant. „Aber ganz ausschließen möchte ich es nicht“, sagte Veh.

Russ in Konkurrenz zu Anderson

Russ, der noch die „Hälfte der Mannschaft“ kennt und seine Rückkehr nicht als „Riesenschritt“ empfindet, hat sogar gute Chancen, gleich am 19. Januar im ersten Rückrundenspiel bei Bayer Leverkusen neben Carlos Zambrano zu verteidigen, denn sein schärfster Konkurrent, Bamba Anderson, ist noch nicht in Vollbesitz seiner Kräfte. Vier Wochen nach seiner Bauchmuskeloperation ist der Brasilianer zwar „im Plan“ (Veh), aber noch nicht spielfähig. Auch im am Samstag beginnenden Trainingslager in Abu Dhabi muss Anderson noch kürzertreten. Er soll behutsam herangeführt werden, die Ausdauerläufe kann er aber schon absolvieren. Auch ein Verdienst von Ralf Ochs, dem Eintracht-Physiotherapeuten, der den fast 25-Jährigen in seine Heimat begleitete.
Aus dem 18-tägigen Winterurlaub ist nur einer mit Übergewicht in Frankfurt erschienen: Trainer Veh. Er hat anderthalb Kilo zu viel auf den Rippen. „Aber über Weihnachten ist das doch normal.“

FR-"Waldstadion" vom 03.01.2013
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