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Eintracht Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt

10. Januar 2013

Eintracht Frankfurt: Gut eingestellt

 Von Ingo Durstewitz
Fast wie Urlaub: Bastian Oczipka reitet auf Kamel Abial am Strand von Abu Dhabi.  Foto: Heiko Rhode

Die Eintracht will weiterhin für gute Laune sorgen. Der Erfolg der Hinrunde ist den Spielern nicht zu Kopf gestiegen.

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Die Eintracht will weiterhin für gute Laune sorgen. Der Erfolg der Hinrunde ist den Spielern nicht zu Kopf gestiegen.

Abu Dhabi –  

Es ist nicht so, dass die Fußballspieler der Frankfurter Eintracht nicht ausgelastet wären und daher in der Mittagssonne von Abu Dhabi ein großes Tier mit zwei Höckern besteigen und durch die Wüste galoppieren würden. Gewiss nicht. Bastian Oczipka etwa, der emsige Linksverteidiger, kletterte am Mittwoch nur deshalb auf ein Kamel, weil ihn ein Fotograf freundlich darum gebeten hatte. Oczipka machte gerne mit, er fand das ganz schön cool, auch wenn die Haltung da oben zwischen den Höckern mitunter zu Abzügen in der B-Note geführt hätte.

Der Wüstentrip der Eintracht ist alles andere als eine Gaudiveranstaltung, aber ein bisschen Spaß muss sein, auch im Trainingslager in den Emiraten. Die Stimmung im Lager der Überflieger vom Main ist auch am Persischen Golf blendend.

Kein Übermut

Aber nicht übermütig. Keiner habe Flausen im Kopf, keiner schwebe auf Wolke sieben, keiner habe sich blenden lassen von den vielen Spitzenplätzen bei allen möglichen Abstimmungen. „Alle sind sehr konzentriert und fokussiert darauf, weiterhin gut Fußball zu spielen und Spiele zu gewinnen.“ Das sagt Armin Veh, der Trainer, der ein feines Gespür für Menschen, Strömungen und Schwingungen hat. „Der Kopf darf nicht in anderen Sphären schweben“, warnt er. Doch sein Bauch meldet sich nicht, wenn er seiner Mannschaft bei der Arbeit zusieht. „Ich habe nicht das Gefühl, dass sie anders sind.“ Und die vielen Ranglisten, die von Frankfurter Spielern (und auch ihrem Trainer) angeführt werden, sieht der 51-Jährige auch nicht als Gefahr zur Vernebelung der Sinne. „Wenn man solche Leistungen zeigt, darf das ruhig honoriert werden. Diese Auszeichnungen sind Ansporn und Motivation.“

Um seine erste Mannschaft sorgt sich Veh sowieso nicht, da weiß er, was er hat und was er bekommt. Die ganze Liga weiß es mittlerweile. Doch auch das schreckt den erfahrenen Fußballlehrer nicht. Sein Team sei auch schon in der Hinrunde nach dem Raketenstart härter und gezielter bekämpft worden, „aber wir haben trotzdem gegen Bremen und Wolfsburg gewonnen, wir haben trotzdem die Kurve gekriegt.“ Was könne da in den verbleibenden 17 Spielen noch groß kommen an Zerstörungsplänen? „Wir haben uns darauf eingestellt, dass sich der Gegner auf uns eingestellt hat.“ Eines aber möchte Veh auf alle Fälle entscheidend verbessern: „Wir müssen zusehen, dass unser Torwart nicht mehr so viel aufs Tor bekommt.“ 27 Gegentore in 17 Partien sind dem Coach verständlicherweise zu viel.

Butscher als Vorbild

Veh sorgt sich zuvorderst um die Einstellung seiner Reservisten, er hat den Eindruck, dass sie es aufgrund der vermeintlichen Chancenlosigkeit ein wenig schleifen lassen würden. Der Trainer kann verstehen, wenn das mal „zwei, drei Tage“ der Fall ist, aber nicht dauerhaft. Für Veh ist das eine Frage des „Charakters“, es sei auch ein Vorgriff aufs spätere Leben. „Wenn man sich permanent hängenlässt, kriegt man dann Probleme. Und mit 33, 34, 35 ist das Leben nicht zu Ende.“ Die Mannen aus der zweiten Reihe sollten sich ein Beispiel nehmen an Heiko Butscher, der weg vom Fenster war, aber nie aufsteckte und immer bereit war. Als er gebraucht wurde, machte er seine Sache hervorragend. „Butschi ist genauso viel wert wie Pirmin Schwegler oder Alex Meier“, urteilt Veh.

Der Trainer will sein junges Team nicht unter Druck setzen. „Wir sind nicht Bayern oder Leverkusen“, sagt er. Und deshalb werde er auch erst dann ein neues Ziel ausgeben, wenn die Mannschaft 40 Punkte erreicht hat. Er weiß, dass die Eintracht auch in dieser Saison schon eine Überraschung schaffen kann. „Das wäre richtig geil“, befindet er. „Aber die Erwartungshaltung darf nicht zu groß sein. Es darf niemand enttäuscht sein, wenn wir den Klassenerhalt schaffen.“ Und sonst nichts.

Perspektivisch sei jedoch einiges drin, man müsse nur die Mannschaft zusammenhalten, eben auch Sebastian Jung und Sebastian Rode, und das Ensemble auf wenigen Positionen verstärken. „Wir haben Potenzial nach oben.“ Aber man könne nicht jedes Jahr anfangen und das Gerüst der Mannschaft neu aufbauen. „Das wäre doch Flickschusterei.“

Ob er, der Trainer, den Weg selbst mitgehen oder doch die Pferde wechseln wird? Veh fühlt sich wohl in Frankfurt. „Und es gibt ja nicht so viele Vereine, die interessant sind.“ Klingt eher nicht nach schnellem Abschied.

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