Eintracht Frankfurt
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02. Mai 2007

Eintracht Frankfurt: Hoffnung aus Aachen

 Von THOMAS KILCHENSTEIN
Daumen hoch: Christoph Preuß (links) befindet sich wieder im Training. Foto: ap

Am Tag der Arbeit hatte Friedhelm Funkel gerade sein Tagwerk verrichtet, der Trainer der akut abstiegsbedrohten Frankfurter Eintracht strebte gerade

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Am Tag der Arbeit hatte Friedhelm Funkel gerade sein Tagwerk verrichtet, der Trainer der akut abstiegsbedrohten Frankfurter Eintracht strebte gerade zielsicher der Kabine entgegen, da ereilte ihn eine womöglich frohe Botschaft: Jan Schlaudraff, der einzige prominente Fußballer beim nächsten Gegner Alemannia Aachen, wird am kommenden Samstag beim Abstiegsduell im Frankfurter Stadion (15.30 Uhr/live in arena) nicht spielen: Sein Klub hat ihn wie seinen Teamkollegen Sascha Dum suspendiert. Der 23 Jahre alte Nationalspieler nahm schon nicht einmal mehr am Trainingslager der Aachener in Bitburg teil. Es ist fraglich, ob der schnelle Stürmer, der in der kommenden Runde beim FC Bayern München unter Vertrag steht, überhaupt noch einmal das gelb-schwarze Trikot tragen wird. Grund der Suspendierung sind die anhaltend schlechten Leistungen Schlaudraffs, die zuletzt zuweilen an Arbeitsverweigerung erinnerten.

"Das ist für uns ganz sicher kein Nachteil", sagte Eintracht-Trainer Funkel, der beim morgendlichen Training noch darüber nachdachte, den von seiner Knieblessur genesenen, sprintstarken Patrick Ochs auf Schlaudraff anzusetzen. Das kann er sich jetzt sparen. "Ein Schlaudraff in Bestform ist schwer zu ersetzen", meinte Funkel. Der Kollege Michael Frontzeck werde wohl seine Gründe haben, wenn er auf ihn verzichten zu können glaubt.

Zwei Vereine, ähnliche Probleme

Nun ist es ja nicht so, dass Eintracht Frankfurt nicht ähnliche Probleme hätte. Auch hier gibt es einen Spieler, der bisweilen nicht ganz pflegeleicht ist und vor zwei Wochen völlig zu Recht aus dem Kader gestrichen wurde: Albert Streit. Gerade an diesem Fall lässt sich gut ablesen, wie Ernst die Lage in Frankfurt ist: Statt den provozierenden Schnösel, der offen mit einem Wechsel kokettiert (Hamburger SV?), erneut aus dem Kader zu verbannen, ihm eine saftige Geldstrafe aufzubrummen oder wenigstens auf die Ersatzbank zu setzen, müssen Funkel und Klubchef Heribert Bruchhagen die Faust in der Tasche ballen und den Überschätzten spielen lassen. Frankfurt ist auf Gedeih und Verderb von Streits Laune abhängig. Er ist halt einer der wenigen, der mit seinen Standards für Gefahr sorgen könnte.

Dass Streit zudem bei einem möglichen Abstieg ablösefrei gehen könnte, wie auch Patrick Ochs und Sotirios Kyrgiakos, hält Funkel indes nicht für problematisch. "Ich vertraue dem Charakter der Spieler", sagt er und verweist auf den Fall Thorben Hoffmann, der bereits einen Vertrag beim Mitaufstiegskonkurrenten 1860 München unterschrieben hatte, dennoch bis zuletzt alles für die Eintracht gab. "Die Spieler sind im Spiegelbild der Öffentlichkeit. Keiner wird absichtlich schlecht spielen", sagte Funkel.

An diesem sonnigen Dienstag vor dem "Königsspiel" (Bruchhagen) zog Funkel im Training die Zügel noch einmal an. "Die Spannung und eine gewisse Aggressivität sind da", sagte er, und Nervosität vor dem Spiel des Jahres hat er bisher noch nicht festgestellt. Aber die richtungsweisende Partie ist ja auch erst Samstag. Im Training tummelte sich am Dienstag erstmals nach seiner schweren Verletzung auch wieder Christoph Preuß, der bereits seit mehr als einer Woche viele Waldläufe gemacht hat und sich ein Einsatz am Samstag zutrauen würde. "Wichtig ist, dass er keine Angst vor einer neuerlichen Verletzung hat", sagte Funkel. Wahrscheinlich wird Preuß im Kader sein. Gestern fehlten Chris (leichte Rückenprobleme), Michael Thurk (Bronchitis) und Markus Weissenberger (Innenbanddehnung).

Ansonsten wird am gewohnten Ablauf nichts geändert, die Frankfurter werden auch nicht wieder (wie vor dem Dortmund-Spiel) ein Trainingslager beziehen. Was bleibt, ist also die nackte Hoffnung, dass der Kelch des Abstiegs irgendwie an der Eintracht vorbei gehen möge: "Das Stadion muss kochen und brodeln", sagt Funkel. Aber ob das wirklich hilft? Das Stadion kocht und brodelt seit Wochen, ja Monaten, im Schnitt pilgern 45 000 Zuschauer in die Arena und feuern bedingungslos an. Gegen Cottbus und Bochum, nicht unbedingt Publikumsmagneten, kamen jeweils 46 000 Fans - beide Spiele verlor die Eintracht klang- und sanglos. Nun geht es wirklich um alles oder nichts.

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