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Eintracht Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt

18. Februar 2013

Eintracht Frankfurt: In den Hammer gelaufen

 Von  und 
Und wieder war Ilkay Gündogan schneller: Sebastian Rode (l.) bekam in Dortmund seine Grenzen aufgezeigt.  Foto: Rhode

Weil eine überragende Dortmunder Mannschaft die Frankfurter Schaltzentrale gezielt aus dem Spiel nimmt, bleibt die Eintracht auch in Überzahl chancenlos.

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Es war eine Szene mit symbolischem Gehalt, eine Situation, die mehr über den glücklosen Auftritt von Alexander Meier sagt als 1 000 Worte. Es war Anfang der zweiten Hälfte, die dezimierte Dortmunder Borussia hatte sich nach einer Phase der Orientierungslosigkeit gerade wieder neu sortiert, als Meier von Srdjan Lakic freigespielt wurde. Der lange Offensivmann von Eintracht Frankfurt stand am linken Strafraumeck, es war eine Situation, wie gemalt für den König der Innenseite. Ball annehmen und mit rechts ins lange Eck schlenzen − das können so nur wenige Profis. Doch Meier schlenzte nicht, er schoss nicht mal, Meier knickte einfach um, blieb mit dem Fuß im Rasen hängen und lag plötzlich der Länge nach auf dem Rasen. Die Chance war vorbei, und viele ahnten da: Ein gutes Ende würde das mit Eintracht Frankfurt an diesem Samstagabend eher nicht nehmen.

Auch Meier indisponiert

Die Eintracht, das ist keine wirklich neue Nachricht, steht und fällt mit ihrem torgefährlichen Mittelfeldstürmer. Zwölf Tore hat der Dauerbrenner im Eintracht-Trikot in dieser Saison bereits beigesteuert und so fortgesetzt, was ihn in der Vorsaison in Liga zwei schon ausgezeichnet hatte, als er sich die Torjägerkrone aufsetzte. Seit vier Spieltagen wartet der 30-Jährige nun auf sein ganz persönliches Erfolgserlebnis. In Dortmund lief er der Musik − wie übrigens viele seiner Kollegen − hinterher, um danach neidlos anzuerkennen, „heute deutlich den Unterschied gesehen“ zu haben.

Meier hing in der Luft, war nie richtig im Spiel. Das lag aber nicht allein an der sichtlich indisponierten Führungskraft. An solch einem Abend kommen viele Dinge zusammen. Das in der Vorrunde für so viel Aufsehen sorgende Umschaltspiel funktionierte viel zu selten, eigentlich nie. Die Dortmunder Meisterkicker bekämpften das Frankfurter Duo in der Mittelfeldzentrale so früh, dass Pirmin Schwegler und Sebastian Rode rasch den Spaß am eigenen Tun verloren. Da war nichts zu sehen von der Dynamik des umworbenen Jungprofis Rode, der die Kugel mit Verve durchs Mittelfeld zu treiben imstande ist. Rode, das muss man so deutlich sagen, wurden am Samstagabend die Grenzen aufgezeigt − das erkannte wohl auch Trainer Armin Veh und nahm ihn zehn Minuten vor dem Ende aus dem Spiel. Und nicht viel besser machte es sein Pendant auf der Doppelsechs: Pirmin Schwegler irrte durchs Mittelfeld, wirkte ebenso unorganisiert wie überfordert.

Am guten Willen fehlte es aber nicht. „Wir hatten uns vielleicht zu viel vorgenommen“, räumte der Schweizer Nationalspieler später ein, „waren zu offensiv, wollten zu sehr agieren“. Die Konsequenz formulierte Schwegler vergleichsweise drastisch: „Zwei Konter gefressen, zweimal in den Hammer gelaufen.“

Die Dortmunder machten das geschickt, waren spielerisch sowieso, aber eben auch taktisch „dramatisch besser als zuletzt gegen den HSV“, bekannte BVB-Coach Jürgen Klopp. Die Dortmunder pressten frühzeitig, gingen gezielt gegen Schwegler und Rode vor. „Sie haben versucht, in der Mitte auf die Pässe zu warten und zu pressen“, berichtete Schwegler. Das machten die Schwarz-Gelben so perfekt und konsequent, dass Schwegler allzu oft den Überblick verlor, Fehler an Fehler reihte. Es war wohl sein schlechtestes Spiel in dieser Runde.

Nun ist es längst kein Geheimnis mehr, wie das Frankfurter Spiel zu sabotieren ist. Schon in der Vorwoche gelang es dem 1. FC Nürnberg, die Triebfedern des Frankfurter Aufbauspiels auszuschalten. Die Blaupause dafür lieferten schon in der Hinrunde interessanterweise die Höhenflieger vom SC Freiburg, die die Eintracht am kommenden Freitag zur Spitzenpartie des 23. Spieltags erwarten. Früh stören, die Räume in der Mitte eng machen − dann ist es schnell vorbei mit der Frankfurter Herrlichkeit. Dann bröckelt das Frankfurter Offensivkonstrukt. Dann wird es nichts mit dem gefährlichen, fast überfallartigen Konterspiel über die schnell ausschwärmenden Außen.

Veh: Ohne Hirn

Veh war darüber natürlich nicht erfreut. Er mag mit der Niederlage leben können, nicht aber mit den taktischen Fehlern seiner Profis. „Wir wollten anders spielen“, monierte der Eintracht-Trainer, „mehr über die Seiten − ich weiß nicht, wie oft Sebi Jung frei war, aber angespielt wurde er nicht.“ So etwas nervt den Chefcoach, zumal die Frankfurter nach Julian Schiebers Gelb-Roter Karte vermeintlich das Heft des Handelns wieder in Händen zu halten schienen. „Wenn du aber das Hirn nicht einschaltest, wird es schwierig. Dann nutzt dir das Überzahlspiel null“, kritisierte Veh.

Trotz aller Pein über die chancenlose Vorstellung beim noch amtierenden deutschen Meister, blieben die Eintrachtler positiv. In Dortmund, so viel ist klar, kann man, darf man verlieren. „Das wirft uns nicht um“, sagte Meier, und Schwegler war ohnehin wichtiger, „es versucht zu haben“. Normalerweise könne sich die Eintracht eben nicht mit dem BVB messen, „dieses Jahr tun wir es aber“, sagte Schwegler voller Selbstbewusstsein.

Dieses Selbstvertrauen haben sich die Frankfurter in der Hinrunde verdient. „Wir haben viele gute Sachen gemacht, monatelang, heute war die Qualität des Gegners einfach zu groß“, sagte ein kämpferisch gestimmter Schwegler. „Wir werden es aufs Neue versuchen.“ Schon am kommenden Freitag in Freiburg haben der Kapitän und seine Kollegen die Chance dazu.

FR-"Volltreffer" vom 18.02.2013

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