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Eintracht Frankfurt
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13. November 2014

Eintracht Frankfurt: Kotau nach zwei Wochen

 Von 
Rang sich spät zu einer Entschuldigung durch: Marco Russ.  Foto: Heiko Rhode

Verteidiger Marco Russ bedauert seine Breitseite gegen Eintracht-Ikone Jürgen Grabowski - braucht zur Einsicht aber recht lange.

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Es hat ein wenig des sanften Drucks der obersten Frankfurter Autorität bedurft, ehe der Verteidiger Marco Russ am Mittwoch den Kotau machte. „Ich möchte mich für meine Wortwahl entschuldigen. Ich habe mich im Ton vergriffen“, sagte der 29 Jahre alte Stopper nach dem Vormittagstraining zu Journalisten. Genau vor zwei Wochen, unmittelbar nach dem 1:2-Pokal-Aus gegen Borussia Mönchengladbach, hatte sich Marco Russ im Kabinengang zu einer gewaltigen Breitseite gegen die Eintracht-Ikone Jürgen Grabowski hinreißen lassen. „Wenn so Vollexperten wie Grabi, der in den 20er-Jahren Fußball gespielt hat, das Maul aufreißen, dann interessiert uns das nicht.“ Der 70 Jahre alte Grabowski schreibt regelmäßig als Kolumnist in „Bild“ über die Eintracht. Just vor dem Pokalspiel hatte der Weltmeister die vielen Gegentore kritisiert: „Die Abwehr ist die Schwachstelle. Hinten sind wir oft offen wie ein Scheunentor.“ Zudem hatte er das Fehlen von Führungsspielern moniert. Eine Einschätzung also, die völlig unstrittig war – und ist.

Schaaf in Japan

Trainer Thomas Schaaf und Sportdirektor Bruno Hübner sind heute für vier Tage auf Einladung nach Japan gereist. Beide werden Referate vor Berufsschulabsolventen halten. Möglicherweise ist auch der Abschluss eines Testspiels geplant. Schaaf und Hübner, die das Länderspiel der Japaner gegen Honduras besuchen, prüfen zudem die Möglichkeit einer Kooperation. Das Training der Profis in Frankfurt leitet derweil Matthias Hönerbach. (kil)

Marco Russ hat also nur 14 Tage und eine Aufforderung des Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen benötigt, um seine despektierliche Wortwahl zurückzunehmen. Allerdings stehe er inhaltlich weiterhin zu dem, was er gesagt habe. „Die Worte waren daneben. Ich war aufgeregt, so direkt nach dem Spiel, auch sauer, dass wir ausgeschieden waren. Ich bedauere sie sehr.“ Und er habe die Worte auch nicht respektlos gemeint. „Ich respektiere Grabi.“ Am Nachmittag ließ sich Russ in einer offiziellen Mitteilung der Eintracht noch so zitieren: „Er ist unser Ehrenspielführer und ich habe höchste Achtung vor seiner sportlichen Lebensleistung.“

Als Mitglied des Spielerrates habe er es aber auch als seine Aufgabe erachtet, „mich bei Kritik vor die Mannschaft“ zu stellen. Ein „Außenstehender, der direkt nichts mit der Mannschaft zu tun hat“, könne sich nicht so äußern, fand Russ. Mit Grabowski habe er in den letzten 14 Tagen nicht gesprochen – anders als etwa mit Karl-Heinz Körbel, der täglich da sei und sich intensiv mit den Spielern austausche. Für ihn, Russ, sei damit „der Käse gegessen“. Klubchef Heribert Bruchhagen fügt noch hinzu: „Es bedarf doch keiner Erklärung, dass Jürgen Grabowski innerhalb der Eintracht-Familie eine gewichtige Person ist, dessen Wort bei der Eintracht gehört wird.“

Jürgen Grabowski, von der FR am Mittwoch befragt, ob er die Entschuldigung annehme, wollte gestern dazu „keinen Kommentar“ abgeben.

Derweil fehlte beim Vormittagstraining – zwölf Feldspieler, drei Torhüter, von denen Felix Wiedwald nur laufend unterwegs war – weiterhin Verteidiger Bamba Anderson wegen Krankheit. Auch am Mittwoch trainierte Alex Meier wieder mit, der offensive Mittelfeldspieler hatte sich am Montag abgemeldet und sein lädiertes Knie in Hannover routinemäßig untersuchen lassen.

Angebote für Trapp und Zambrano

Unterdessen ist Eintracht Frankfurt weiterhin auf der Suche, neue Geldquellen aufzutun. Wie die FR bereits berichtete, müssen die Hessen auf externe Geldgeber zurückgreifen, um Leistungsträger – etwa Kevin Trapp oder Carlos Zambrano – längerfristig zu binden. An beide Spieler sind übrigens bereits entsprechende Angebote verschickt worden. Verschiedene Finanzierungs-Modelle sind zuletzt angedacht und geprüft worden, ohne dass bislang schon eine endgültige Entscheidung gefällt worden wäre. „Alles ist noch im Fluss“, sagte Klubchef Bruchhagen.

Auch die Idee, wonach bis zu 50 Gönner einen Betrag zwischen 300 000 und 500 000 Euro bereitstellen sollen, um so auf rund 20 Millionen Euro zusätzlicher Gelder zu kommen, wie die „Bild“ schrieb, sei nur eines von mehreren Denk-Modellen. Aber auch die Strategie, sich auf wenige, dafür umso potenterer Geldgeber zu fixieren, ist keinesfalls vom Tisch. Nach FR-Informationen gebe es drei finanzkräftige Mäzene.

Vieles wird aber tatsächlich vom Ausgang der Präsidenten-Wahl beim eingetragenen Verein im Januar abhängen. Eine Reihe von Geldgebern, so heißt es, mache ihre Bereitschaft an der Personalie Peter Fischer fest: Bleibt er Präsident, bleiben sie bei der Stange. Bruchhagen indes verneinte dies. Mit Fischer habe ein mögliches finanzielles Engagement Dritter nichts zu tun.

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