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22. März 2016

Eintracht Frankfurt: Nur malochen wird nicht reichen

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Klare Ansagen: Eintracht-Trainer Niko Kovac stimmt seine Spieler auf den Kampf um den Klassenerhalt ein.  Foto: Heiko Rhode

Die Eintracht muss die richtige Balance finden, um den Abstiegskampf erfolgreich bestreiten zu können.

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Besonders viel Zeit, die neue Stadt kennenzulernen, ein paar schöne Ecken auszukundschaften oder einfach mal ein wenig abzuschalten, hatte Niko Kovac bisher nicht. Zu intensiv waren seine ersten Tage in Frankfurt, zu arbeitsreich und vollgepackt. Seit genau zwei Wochen schwingt er das Trainerzepter bei der Eintracht, er werkelt fast rund um die Uhr für seinen neuen Klub, geht voran, zeigt beispielhaften Arbeitseifer. Das ist sein Anspruch, und den erfüllt er. Niko Kovac ist die neue Zugmaschine in Frankfurt. Er muss einen steilen Berg hinauf.

Die Ausbeute nach zwei Spielen unter seiner Regie: drei Punkte. Die Leistungen in den beiden Partien in Mönchengladbach (0:3) und gegen Schlusslicht Hannover 96: eher schwächelnd. Und doch muss man konstatieren, dass der Kroate mit seiner Elf im Soll liegt: In Mönchengladbach hatte niemand mit etwas Zählbarem gerechnet, gegen Hannover war ein Sieg alternativlos. Ein Dreier ist letztlich herausgesprungen, auch wenn sich die Darbietung der Eintracht auf arg niedrigem Niveau bewegte.

Seriös lässt sich die Arbeit des 44-Jährigen noch gar nicht bewerten, dazu ist die Zeit zu knapp, dazu waren die beiden Partien zu wenig aussagekräftig. Immerhin hat die Mannschaft gegen Hannover dem Druck standgehalten, sich den Erfolg alles in allem verdient. Ein Befreiungsschlag blieb jedoch aus, der Trainerwechsel vor 14 Tagen hat keine Initialzündung ausgelöst. Das war, bei nüchterner Betrachtung, aber auch nicht zu erwarten. Warum sollte all das fließen, was vorher stockte? Weshalb sollte plötzlich alles funktionieren, was vorher nicht klappte? Dazu ist die Mannschaft zu verunsichert und labil, zu wankelmütig.

Kleine Fortschritte sind zu erkennen

Die Eintracht steht nicht zufälligerweise unten im Keller, der Tabellenstand ist das Abbild der Vorstellungen auf dem Fußballfeld, er korrespondiert mit der Leistungsfähigkeit der Spieler. Diese Mannschaft offenbart zu viele Defizite, als dass ein neuer Trainer einfach mit ein paar Kniffen, anderen Inhalten und einer neuen Ansprache die Blockaden lösen und die Leistung steigern könnte. „Trainer sind ja keine Hexer“, sagte Rechtsaußen Stefan Aigner.

Der Eintracht wird nichts zufallen, sie wird eher keine Serie starten und geschmeidig dort unten herausgleiten, nein, es wird ein Kampf auf Biegen und Brechen. Sie wird sich alles hart erarbeiten müssen, sie wird Fortuna im Bunde, einen kühlen Kopf und Entschlossenheit im Herzen haben müssen, wenn sie die Klasse noch sichern will. Nach wie vor gilt: Der Abstieg scheint wahrscheinlicher als der Klassenerhalt. Die Vorstellungen der Frankfurter sind insgesamt zu schwach.

Dabei versucht der Trainer alles, um das Ruder herumzureißen. Es sind bereits Änderungen zu erkennen. Er hat binnen kürzester Zeit andere Schwerpunkte gesetzt. Kovac lebt Einsatzbereitschaft und Professionalität vor. Das erwartet er von seinen Spielern, er mahnt sehr viel mehr Laufbereitschaft und Hingabe an, zudem eine andere Körpersprache und weniger Gemecker. Die Mannschaft hört zu, die Laufleistung hat sich schnell verbessert, das Lamentieren blieb fast aus. Selbst Marc Stendera und Makoto Hasebe unterließen das Diskutieren mit dem Schiedsrichter, Haris Seferovic schenkte sich abfällige Gesten. Den Kampfeswillen kann man dem Team ohnehin nicht absprechen. Es ist mehr Galligkeit und Feuer im Spiel.

Kleine Schritte nur. Aber immerhin. Doch wird das reichen?


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