Auch in seinem Urlaubsort in den Bergen hat der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner ständig Kontakt zu Trainer Armin Veh gehalten. Es gab für die beiden Macher bei Eintracht Frankfurt ja auch zwischen den Jahren viel zu besprechen, aber gestern hat Hübner besonders gern zum Telefonhörer gegriffen. „Ich habe ihm doch gratulieren müssen“, sagte Hübner. Gerade war bekanntgeworden, dass Armin Veh von 224 Bundesligaprofis bei einer Umfrage des Kicker zum Trainer der Hinrunde gekürt worden war. Zuvor schon waren Sebastian Rode („Shooting Star“) und Alexander Meier („bester Spieler der Hinrunde“) vom Internetportal bundesliga.de ausgezeichnet worden. „Wir haben ganz schön abgesahnt“, sagte Hübner. Dies und mehr wird heute Morgen beim Strategiegespräch zwischen Veh und Hübner ein Thema sein.
Doch die Lorbeeren aus der Hinrunde sind Vergangenheit, Hübner hat die Zukunft im Blick, heute will er endlich „den Feinschliff reinkriegen“ in den Wechsel von Innenverteidiger Marco Russ. Mit anderen Worten: Der Vertrag soll unterschriftsreif ausverhandelt werden, zumal der 27-Jährige ja bereits heute oder spätestens am Freitag die obligatorische medizinische Untersuchung absolvieren soll. „Bis Samstag muss das über die Bühne sein“, sagt Hübner.
Am Samstagabend fliegt Eintracht Frankfurt zum einwöchigen Trainingslager nach Abu Dhabi, sollte Russ nicht dabei sein, platzt der Wechsel auf Leihbasis (mit Kaufoption). Aber davon geht keiner der Beteiligten aus, auch Wolfsburgs Manager Klaus Allofs nicht. Die Verpflichtung von Stürmer Srdjan Lakic, auch mal angedacht, „ist im Moment kein Thema“, sagt Hübner. Ebenso wenig die kolportierten Wechsel von Alexander Meier (zu Tottenham Hotspur) oder Thomas Hitzlsperger (zur Eintracht). „Nix dran.“ An eine Ausleihe von Erwin Hoffer an den 1. FC Kaiserslautern ist ebenso nicht gedacht.
Sicher hingegen ist, dass Vadim Demidov, der glücklose Stopper, die Hessen sofort verlässt. Der Norweger, der im Sommer von Real Sociedad San Sebastián, bei der Eintracht aber nur zu sechs Pflichtspiel-Einsätzen kam, wird bis Saisonende an Celta de Vigo, den Tabellen-17. der spanischen Liga, ausgeliehen. In Frankfurt hat Demidov noch einen Vertrag bis 2015. Dazu soll weiterhin Rob Friend die Eintracht verlassen, für den es allenfalls lose Anfrage aus Japan gibt. Auch über eine Vertragsauflösung wird nachgedacht, allerdings würde das nicht ohne eine üppige Abfindungszahlung an den Kanadier vonstattengehen. Ins Trainingslager wird der 31-Jährige nicht mitfliegen.
Eins mit Sternchen
Pirmin Schwegler (15 Spiele / 2 Tore / 3 Vorlagen): Der Idealfall von einem Kapitän. Fühlt sich für das große Ganze verantwortlich, sorgt und kümmert sich. Stratege und Denker, bestimmt Tempo und Rhythmus des Spiels, dirigiert, geht mit gutem Beispiel voran. Ist das Herz der Mannschaft. Erstaunlich guter Kopfballspieler für seine Größe, mit enormer Sprungkraft gewinnt er in der Defensive viele Luftduelle. Spielt seine bislang beste Saison. Seine Fehlerquote tendiert gegen Null. Jetzt schießt er auch noch Tore, wunderschöne sogar. Nur Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld lässt ihn links liegen. Das muss man nicht verstehen.
Dafür natürlich der Brasilianer Bamba Anderson − auch wenn „er noch nicht ganz in der Reihe ist“, wie Hübner gestern auf Anfrage der FR sagte. Der Innenverteidiger, der sich vor vier Wochen einer Operation an der Bauchmuskulatur unterziehen musste, wird seine Reha in den Emiraten fortsetzen und je nach Fitnessstand mit der Mannschaft trainieren. Für die beiden Spiele am Golf − gegen den dortigen Meister und gegen Borussia Mönchengladbach − wird er ausfallen.
Heute Nachmittag, 15 Uhr, startet die Eintracht nahezu komplett nach 18 Tagen Pause mit einem Laktattest in die Rückrunde. Die soll, geht es nach dem forsch gewordenen Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen, mit einem Tabellenplatz gekrönt werden, „der uns zur Teilnahme am europäischen Wettbewerb berechtigt“. Wer als Vierter und mit 30 Punkten den Spielbetrieb aufnehme, habe realistische Chancen, am Ende um die Plätze fünf, sechs oder sieben mitzuspielen.
Zuvor steht am Freitag (ab 17.30 Uhr) noch das Frankfurter Hallenturnier an. „Wir werden schon eine gute Mannschaft zusammenstellen“, verspricht Bruno Hübner. In den vergangenen Jahren hatte die Eintracht ihre Stammspieler unterm Dach meist geschont.
Trainer Top:
Sascha Lewandowski schaffte es als Mittelfeldspieler gerade mal in die Oberliga. Als Chefcoach (an der Seite von Sami Hyypiä des überraschenden ersten Bayern-Verfolgers Bayer Leverkusen zehrt der 41-Jährige davon, dass er schon 25 Jahre Trainer-Erfahrung besitzt und als 16-Jähriger die D-Jugend von Eintracht Dortmund coachte. Hat Bayer Biss beigebracht.
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Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."

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