Eintracht Frankfurt
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08. Januar 2013

Eintracht Frankfurt: Rüffel für die Reserve

 Von Ingo Durstewitz
Lauftreff am Fuße der Etihad Jumeirah Towers.  Foto: Heiko Rhode

Die Niederlage im Test gegen Al Jazira zeigt Eintracht Frankfurts Trainer Veh erneut auf, dass es mit Alternativen nicht so weit her ist. Der Wolfsburger Lakic bleibt Wunschkandidat für den Sturm.

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Abu Dhabi –  

Über Nacht war Armin Vehs Ärger noch nicht verraucht. Am Morgen nach dem Torfestival in Abu Dhabi gegen Al Jazira (4:5), immerhin ein Spitzenklub der Emirate, trat der Eintracht-Trainer lächelnd vor die versammelte Frankfurter Presse und zählte einen guten Teil seiner Mannschaft ziemlich schonungslos aus. Das macht der 51-Jährige eher selten, aber das, was die Reservisten da am Sonntagabend im kurzweiligen Freundschaftsspiel angeboten hatten, lehnte Veh kategorisch ab. „Ich möchte einfach nicht, dass sich die Leute, die hintendran sind, so anstellen. Das gefällt mir nicht.“ Freundschaftsspiel hin, Testkick her.

Zweiter Anzug passt noch nicht

Der Frankfurter Trainer hatte in der Halbzeit sieben Stammspieler ausgetauscht, natürlich war ihm klar, dass der Spielfluss flöten gehen würde, auch Resultate sind ihm in den Privatspielen eigentlich nicht so wichtig. „Aber es kann ja wohl nicht sein, dass der Gegner in der zweiten Halbzeit acht Mal alleine aufs Tor zuläuft“, sagt Veh. Das hat ganz sicher nicht nur etwas mit dem bisher noch ziemlich indisponierten Rückkehrer Marco Russ zu tun, sondern vor allen Dingen mit der Gesamtorganisation, dem Willen, die entscheidenden Meter zu gehen, Arbeit nach hinten zu verrichten – auch im Testspiel. „Das ist keine Frage der Qualität, sondern eine Einstellungssache“, urteilte Veh.

In der Tat bot die zweite Garde deutlich zu wenig, vor allem zu wenig, um Ansprüche in irgendeiner Form zu stellen. „Es haben in der Hinrunde ja fast immer dieselben gespielt“, sagte der Trainer und folgerte: „Es waren nicht die Falschen.“ Er appellierte an die Reservisten, sich nicht hängen oder gehen zu lassen. „Ich darf nicht denken, ich habe keine Chance. Nein, ich muss bereit sein, wenn ich gebraucht werde. Aber nicht so auftreten wie in diesem Spiel. Das geht nicht. Wir sind Profis und keine Amateure.“

Neuer Stürmer gesucht

Bruno Hübner, der Sportdirektor, nahm den Flachpass des Trainers dankend auf. Der Manager ist ja drauf und dran, noch einen Stürmer zu verpflichten. Doch dann, so „ist die Vereinbarung“ (Hübner), müsse erst einmal ein aktueller Profi von der Gehaltsliste gestrichen werden können. Ganz oben steht da natürlich Großverdiener Rob Friend, der gegen Al Jazira eine hervorragende Chance stümperhaft vergab. Doch der Kanadier, schon längere Zeit aussortiert, treibt einen Wechsel nicht mit Hochdruck voran. Und die Interessenten stehen nicht Schlange. „Es gibt immer wieder mal Anfragen“, sagte Hübner. Aber nichts Konkretes. Und doch baut der Manager darauf, dass Friend, vielleicht auch Erwin Hoffer und Dorge Kouemaha den Entschluss fassen, den Verein zu verlassen. „Das Spiel am Sonntag hat ja auch gezeigt, dass die erste Mannschaft für den einen oder anderen sehr weit weg ist. Vielleicht kommt da ein Denkprozess in Gang, dass es besser ist, sein Glück woanders zu versuchen“, hofft Hübner.

Denn einen Stürmer wollen die Hessen auf alle Fälle noch holen, zumal auch Olivier Occean gegen Al Jazira mal wieder völlig neben den Schuhen stand. Grundsätzlich, befand Hübner, müsse so ein Transfer gut überlegt sein. „Im Winter einen Spieler zu finden, der sofort Stammspieler wird, ist schwierig.“ Deshalb müsse so eine Verpflichtung nicht nur für die Rückrunde, sondern perspektivisch ausgelegt sein. Und da sei ein Ausleihgeschäft eine gute Form, um zu testen, „wie gut der Spieler eigentlich ist“.

In der Gerüchteküche ist nun ein weiterer Name aufgetaucht: Marko Livaja. Der kroatische Stürmer ist 19 Jahre alt und steht bei Inter Mailand unter Vertrag. Angeblich, berichten italienische und kroatische Zeitungen, wolle die Eintracht den früheren Spieler von Hajduk Split ausleihen. Hübner kennt Livaja, „ein interessanter Spieler“, sagt er, und die Eintracht habe sich auch mit ihm beschäftigt, gar Gespräche geführt. „Aber die liegen schon länger zurück“, sagte der Sportdirektor. „Momentan ist er kein Thema.“

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Srdjan Lakic aber sehr wohl. Der Stürmer des VfL Wolfsburg steht weiterhin oben auf der Wunschliste, das Interesse der Eintracht ist hinterlegt, doch um die Konditionen wird noch gefeilscht. Man scheint sich allerdings anzunähern, nachdem die ersten Zahlen der Wolfsburger recht utopisch gewesen sein müssen. Hübner bleibt optimistisch.

Weiter mit Nikolov

Ungeklärt ist auch die Zukunft von Torwart Oka Nikolov. Das bezieht sich aber eher auf seine Jobbeschreibung. Die Frage wird sein, ob Nikolov auch in der neuen Saison noch zum Lizenzspielerkader zählt oder ob der Torwart-Dino in anderer Form an den Verein gebunden wird. „Er hat es sich einfach verdient, dass die Eintracht in irgendeiner Form weiter mit ihm zusammenarbeitet“, betonte Hübner. „Er ist ein Denkmal in Frankfurt.“ Möglich sei aber auch, dass Nikolov noch ein Jahr auf der Bank der Profis zubringt. „Aber das wissen wir noch nicht“, sagte Hübner. Die Alternative sei, einen jungen Mann hinter Kevin Trapp aufzubauen. „Der wüsste dann aber auch, dass er klar die Nummer zwei ist.“

Was für Nikolov gilt, gilt nicht automatisch für Heiko Butscher, den Routinier, dem Trainer Veh eine Stelle in seinem Trainerstab in Aussicht gestellt hat. Butschers Status habe sich wieder verändert, sagte der Manager, er sei ja nicht mehr aussichtslos hintendran, sondern wieder ein vollwertiges Mitglied im Kader. „Außerdem denke ich, dass Heiko auch nach dieser Saison noch ein bisschen Fußball spielen will.“

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