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Eintracht Frankfurt
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17. Dezember 2012

Eintracht Frankfurt: Schafe im Wolfspelz

 Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz
Erfolgsgaranten: Schwegler, Meier und Jung. Foto: Stefan Krieger

Eintracht Frankfurt macht beim VfL leichte Beute, krönt mit dem 2:0-Sieg eine überragende Hinrunde und muss sich Spekulationen um einen Wechsel von Trainer Armin Veh zu Schalke stellen.

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Nach dem krönenden Abschluss einer außergewöhnlichen Hinrunde setzten sich Eintracht Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner, und Trainer Armin Veh in den weißen Dienst-BMW und fuhren von Wolfsburg nach Augsburg, ins Haus des Coachs, 620 Kilometer am Stück. Da bleibt viel Zeit zum Reden, und an Themen mangelte es den beiden Machern des Höhenflugs des Bundesliga-Aufsteigers nicht. Schon am Samstagabend drehte sich das Gespräch auf der A7 auch darum, was erst am Sonntagmorgen öffentlich wurde: Wird Armin Veh in der kommenden Saison neuer Trainer von Schalke 04?

Wechsel im Moment kein Thema

„Damit beschäftigt sich Armin Veh jetzt nicht“, sagte Hübner gestern in Zürs auf Anfrage der FR. In den Wintersportort am Arlberg hat sich das Trainerteam samt Sportdirektor für zwei Tage zurückgezogen. In aller Ruhe soll die Hinserie analysiert, sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Natürlich gilt das auch für Trainer Veh. Der hatte zwar klar gesagt, erst nach Erreichen des Klassenziels − 40 Punkte − über die Verlängerung seines bis Sommer 2013 datierten Vertrags zu verhandeln. Allerdings geht kein Mensch in Frankfurt ernsthaft davon aus, dass dieses Ziel bei nun 30 Punkten und angesichts des Potenzials der Mannschaft verfehlt werden könnte. So weicht Hübner der Frage nach Vehs Zukunft auch gar nicht aus. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Armin nach Schalke geht“, sagt er. In Frankfurt finde der 51-Jährige eine „Supermannschaft“ vor, die er entwickelt und geformt habe. „Wir haben Fantastisches geschafft. Hier gibt es eine Perspektive. Die Spieler sind ihm ans Herz gewachsen.“ In die Gespräche mit dem umworbenen Trainer geht Hübner zuversichtlich. „Wir sind auf einem guten Weg und brauchen uns nicht kleiner zu machen. Die Eintracht ist ein Topverein.“

Nun ist es so, dass der Schalker Manager Horst Heldt bereits Kontakt mit Veh aufgenommen hat. Beide kennen und schätzen sich aus gemeinsamen Stuttgarter Tagen, als sie überraschend mit dem VfB deutscher Meister wurden. Jens Keller, einst Eintracht-Kapitän und zuletzt U17-Trainer in Gelsenkirchen, soll Schalkes Profis als Nachfolger des beurlaubten Huub Stevens bis Saisonende betreuen. Weil danach Veh kommt? Klingt logisch. „Man kann alles so passend machen, dass es plausibel klingt“, findet Hübner. Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen betont, die Eintracht wolle „die Zusammenarbeit mit Veh fortsetzen“. Er kündigt „richtungsweisende Gespräche“ für Januar/Februar an. Der Klubchef fragte rhetorisch in Sport1: „Was sollte Armin Veh bei Schalke 04? Es gibt keinen Grund, nach Schalke zu wechseln.“ Den aktuellen Spekulationen könne er nicht folgen. „Es spricht alles dafür, dass er bei uns bleibt.“ Bruchhagen weiß aber auch: „Letzten Endes entscheidet das Armin Veh allein.“

78 Ballkontakte am Stück

Eintracht Frankfurt hatte am Ende einer herausragenden Hinserie am Samstagnachmittag mit dem erstaunlich souverän herausgespielten 2:0 (2:0)-Erfolg beim VfL Wolfsburg ein weiteres Glanzlicht gesetzt. „Es war eine tolle Leistung, ein tolles Ergebnis“, sagte Bruchhagen. „Mit der Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, bin ich sehr zufrieden“, sagte Veh. Tatsächlich spielte die Eintracht wie aus einem Guss, der Ball zirkulierte mit einer Selbstverständlichkeit, die staunen machte. Nach einer knappen halben Stunde passten sich die Frankfurter über dreieinhalb Minuten am Stück permanent den Ball zu, ohne dass auch nur ein Wolfsburger an die Kugel kam, 78 Ballkontakte hatten die Männer in Rot-Schwarz hintereinander, sie ließen Ball und Gegner nach Belieben laufen.

Zu diesem Zeitpunkt stand das Endergebnis schon fest. Und im Grunde schnurrte die Partie auf sechs Minuten zusammen, sechs Minuten, in denen alles Entscheidende passierte. Als erstes zirkelte der wieder mal überragende Kapitän Pirmin Schwegler einen Freistoß hart an der Grundlinie auf den Kopf von Alexander Meier, und die Tormaschine nickte ein. Es war Meiers elftes Tor in dieser Runde. Gespielt waren da zwölf Minuten.
Vier Minuten später dann traf der Wolfsburger Josue mit gestreckter Sohle Stürmer Olivier Occean per Kung-Fu-Tritt schwer an der Leiste. Schiedsrichter Peter Gagelmann, der die insgesamt sehr unsaubere Spielweise der „Wölfe“ zu selten unterband, zeigte dem Mittelfeldspieler die Rote Karte. Da waren 16 Minuten gespielt. Den fälligen Freistoß aus der eigenen Hälfte schlug Schwegler perfekt auf Stefan Aigner, der wiederum direkt quer in den Strafraum passte, wo Takashi Inui nur zu vollstrecken brauchte. Da waren 18 Minuten gespielt, es stand 2:0 und die Eintracht hatte einen Mann mehr auf dem Feld. Die Partie war entschieden. „Der Platzverweis hat es uns leichter gemacht“, sagte Meier. Danach spielten es die Hessen runter: souverän, abgebrüht, clever. Zeitweise führten sie die Wolfsburger am Nasenring durch die Manege.

Jung weiß von nichts

VfL-Manager Klaus Allofs verlor nach dem Spiel wegen des − korrekten − Platzverweises die Contenance. Er witterte eine Verschwörung: „Das hat man heute wieder ausgeglichen.“ Allofs bezog sich auf den 3:2-Sieg der Wölfe am vorvergangenen Samstag in Dortmund, als Schiedsrichter Wolfgang Stark fälschlicherweise Marcel Schmelzer die Rote Karte gezeigt und so den Auswärtssieg erleichtert hatte. Später sagte Allofs dann, das alles habe er „nur scherzhaft gesagt“.
Kein Scherz indes ist das Interesse der Eintracht an Marco Russ, der in Wolfsburg auf der Tribüne saß. Hübner bestätigte das erstmals öffentlich. „Vielleicht hat er seine Koffer ja schon gepackt.“ Sebastian Jung, vom Boulevard mit den „Wölfen“ in Verbindung gebracht, ist da noch nicht so weit. „Davon habe ich nichts gehört. Die Eintracht ist weiter mein erster Ansprechpartner.“

FR-"Volltreffer" vom 16.12.12
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