Natürlich ist Friedhelm Funkel nach dem Abschlusstraining recht zügig mit dem Frankfurter Reizthema Nummer eins konfrontiert worden: Caio. Ob der Brasilianer gemeinsam mit den Kollegen zum fälligen Auswärtsspiel nach Wolfsburg reisen werde, ist der Eintracht-Trainer gefragt worden. Funkel schüttelte den Kopf. Caio, der nach seiner Fußprellung erstmals wieder im Kreis der Mannschaft am Ball war, habe keine überzeugende Leistung im einstündigen Training abgeliefert. "Er hat nichts gezeigt, sich nicht bewegt und mit links kaum eine Flanke gebracht. Ich interpretiere es so, dass er noch Schmerzen hat", sagte Funkel.
Für Caio, der dem Bundesligaspiel in Köln am Sonntag die entscheidende Wende gab, rutscht Kreso Ljubicic in den Kader. Der junge Kroate hat bisher in der Bundesliga zehn Minuten spielen dürfen - vor einem dreiviertel Jahr in Wolfsburg. Ljubicic wiederum soll für seine guten Darbietungen im Training belohnt werden. "Das hat er sich verdient", bekundete Funkel. Der Coach bat Chris nach der gestrigen Einheit, seinem Landsmann die schlechte Nachricht zu überbringen. Caio, berichtete Chris, habe sie gefasst aufgenommen.
Trotziger Chris
Über sich selbst mag Chris zurzeit gar nicht gerne reden. Als der 30-Jährige auf sein aktuelles Formtief angesprochen wurde, guckte er den Fragesteller mit großen Augen und hochgezogenen Augenbrauen an, als wolle er erhebliche Zweifel an dessen geistiger Frische äußern. "Bei mir soll es nicht so laufen? Warum? Ich bin zufrieden", sagte er trotzig und ergänzte immerhin noch: "Es ist nicht so einfach, alleine im defensiven Mittelfeld zu spielen. Aber wie jeder Einzelne spielt, ist egal. Die Mannschaft muss funktionieren." Dazu muss aber ein Rädchen ins andere greifen, bei der Eintracht jedoch haken sie gewaltig.
Das liegt nicht nur, aber auch an Chris, der seltsam gehemmt wirkt, fahrig und unkonzentriert, unsicher am Ball. Er streut sehr viele Fehlpässe in sein Spiel. Das ist man nicht gewohnt. Chris, in der Vorbereitung und auch im DFB-Pokal in Pfullendorf in starker Verfassung, sollte ein prägendes Element werden im Frankfurter Spiel, eine fixe Größe - zurzeit ist er ein Wackelkandidat.
Dabei hatte die Eintracht keine Mühen und noch weniger Kosten gescheut, um den Mittelfeldspieler an sich zu binden. Denn vor der Saison heuerte er um ein Haar in Wolfsburg an, der vom Werk gehätschelte VfL lockte den Südamerikaner mit einer Menge Zaster. Die Eintracht streckte sich gewaltig, sie ging an ihre Schmerzgrenze, um Chris zu halten - und der ist mit seiner Vertragsverlängerung bis 2012 bei den Hessen zum absoluten Großverdiener aufgestiegen, der per annum mehr als 1,5 Millionen Euro einstreicht.
Trainer Funkel glaubt nicht, dass Chris heute gegen seinen Beinahe-Arbeitgeber irgendwie gehemmt oder übermotiviert sein könne. "Er ist bemüht, seine Form wiederzufinden", sagte Funkel. "Dabei helfen wir ihm." Mit Gesprächen und entgegengebrachtem Vertrauen versuche er, Chris wieder auf den rechten Weg zu geleiten. "Er muss das auf dem Platz zurückzahlen", bekundete Funkel.
Weshalb Chris gerade zu Saisonbeginn, zur Unzeit also, in eine Schaffenskrise geraten ist, vermag der Fußballlehrer nicht zu beantworten. "So etwas gibt es 1000-mal." Chris habe sich in Köln im Defensivverhalten schon leicht gesteigert, jetzt müsse er sich Schritt für Schritt dem alten Leistungsniveau nähern. "Er muss sich seine Form zurückerkämpfen. Und dafür muss er viel tun."
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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