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Eintracht Frankfurt: Schlechter besetzt als im vergangenen Jahr

Für den Frankfurter Bundesligisten beginnt mit einem neuen Trainer und neuen Problemen die Vorbereitung auf eine ungewisse Runde. Von Thomas Kilchenstein

Heribert Bruchhagen, Vorstandvorsitzende des Fußball-Bundesligisten stellt Michael Skibbe als neuen Trainer der Eintracht vor.
Heribert Bruchhagen, Vorstandvorsitzende des Fußball-Bundesligisten stellt Michael Skibbe als neuen Trainer der Eintracht vor.
Foto: dpa

Am Sonntag hat Klubchef Heribert Bruchhagen im traditionsreichen Kaisersaal des Frankfurter Römers alte Meister geehrt. Genau 50 Jahre ist es her, dass Eintracht Frankfurt zuletzt den Titel geholt hat, das weiß in der Stadt jedes Kind. Bruchhagen hat eine launige Rede gehalten, man hat gemerkt, dass ihm dies eine Herzensangelegenheit war (siehe Lokales).

Am heutigen Montag, Schlag 15 Uhr, starten die aktuellen Fußballer des hessischen Bundesligisten auf dem Vorfeld der WM-Arena in die neue Saison. Fünf schweißtreibende Wochen der Vorbereitung mit zwei Trainingslagern liegen vor der Mannschaft, ehe am Wochenende des 7. bis 9. August wieder der Ernst des Lebens beginnt.

Was wird die neue Saison bringen? Die Erwartungshaltung in Frankfurt ist hoch: In der Nach-Funkel-Ära soll alles besser werden, mindestens. Trainer Michael Skibbe, der neue Heilsbringer, soll den in der vergangenen Runde viel zu oft lahmenden, drögen Fußballern ordentlich Beine machen. Daran will er gemessen werden: "Wir wollen aggressiven, offensiven Fußball spielen", hat der 43-Jährige bei seiner Vorstellung gesagt. Auf ein spezielles Ziel wollte sich Skibbe im Augenblick noch nicht einlassen, das werde er mit der Mannschaft gemeinsam erarbeiten, frühestens aber nach der Vorbereitung. Womöglich sieht dann der Kader etwas anders aus, der eine oder andere Spieler soll dazustoßen. Das ist dringend geboten: Denn Stand heute, steht die Eintracht personell schlechter da als vor einem Jahr und wie verkorkst die Saison wurde, weiß jeder.

Viele Fragezeichen

Wenigstens für zwei Monate fällt der zuletzt beste Stürmer, Martin Fenin, aus. Ob Ioannis Amanatidis gleich wieder Fuß fast, ist ungewiss. Bliebe ein gesunder Angreifer, Nikos Liberopoulos, zum Saisonstart ist er 34 Jahre alt. Dazu konnten die Abgänge der gestandenen Profis Michael Fink und Junichi Inamoto nicht kompensiert werden. Ob sie es überhaupt werden, ist angesichts der finanziellen Lage offen. 2,8 Millionen Euro hat die Eintracht zuletzt Gewinn gemacht, 1,2 Millionen hat sich der Eigentümer, der Verein, davon genehmigt. Dazu muss der alte Trainer Funkel weiter bezahlt werden. Viel bleibt da für Neu-Investitionen nicht übrig. Die Eintracht setzt alles daran, den Kader zu reduzieren, mit maximal 25 Profis will man in die Runde gehen auch aus Kostengründen.

Dazu ist fraglich, ob die Rekonvaleszenten Aleksander Vasoski, Zlatan Bajramovic, Christoph Preuß je zu alter Form zurückfinden. Das Hauptproblem die Berechenbarkeit des Offensivspiels ist damit noch nicht gelöst. Und: Kann Skibbe, der heute auf Benjamin Köhler (Meniskusverletzung) und Nikola Petkovic (Urlaub wegen U 21-EM) verzichten muss, es sich leisten, auf so unsichere Kadetten wie den Formschwankungen unterliegenden Chris oder gar Caio zu setzen? Vom chronischen Verletzungspech, den obligatorischen Abwehrschnitzern und der Harmlosigkeit im Sturm mal gar nicht zu reden.

Auch die bisherigen Verpflichtungen ein talentierter, aber junger Torwart, ein lang verletzter Verteidiger von einem Absteiger machen nicht unbedingt Mut. Momentan sieht es nicht danach aus, dass die neue Saison sehr viel erfreulicher verlaufen soll als die alte. Weil die Eintracht bislang im Kern nicht verbessert wurde. Der Mangel wird rhetorisch nur besser verkauft.

Autor:  Thomas Kilchenstein
Datum:  28 | 6 | 2009
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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