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13. März 2013

Eintracht Frankfurt: Sebastian Rode: "Vorstellen kann man sich alles"

Gute Figur auch im feinen Zwirn: Eintracht-Talent Sebastian Rode. Foto: dpa

Wie verändert sich das Leben, wenn man zum Bundesliga-Star wird? Frankfurts Senkrechtstarter Sebastian Rode zeigt, dass man nicht gleich abheben muss.

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Für das erste professionelle Fotoshooting seiner Karriere hat sich Sebastian Rode extra einen schicken Anzug mit Weste gekauft - unter kritischer Betrachtung von Freundin Johanna. Dazu packt das Toptalent von Eintracht Frankfurt Kapuzenpullis, Trainingsjacken, Jeans und bedruckte T-Shirts aus seiner Sporttasche. Der 22-Jährige ist zwar einer der begehrtesten Jungprofis der Fußball-Bundesliga, aber keiner, der vor dem Anpfiff in der Kabine noch vor dem Spiegel steht. „Shoppen? Ist mir alles zu anstrengend“, sagt Rode in deinem dpa-Gespräch. Vom Fleck wegkaufen würden zahlreiche Spitzenclubs den Mittelfeldspieler.

Konzentration auf Fußball

Sein Marktwert liegt nach Angaben von transfermarkt.de mittlerweile bei 6,5 Millionen Euro. Trotz des Interesses von Spitzenclubs wie dem FC Bayern München sieht sich Rode auch in der kommenden Saison in Frankfurt. „Warum sollte ich nicht mit der Eintracht nächstes Jahr ins internationale Geschäft gehen?“, sagt der U-21-Nationalspieler. „Vorstellen kann man sich alles, aber ich fühle mich sehr wohl hier und habe einen Vertrag bis 2014. Ich werde nicht darauf pochen, dass ich weg will.“
An Rode hat nach britischen Medienberichten sogar der FC Arsenal Interesse. In der Schule hatte der Abiturient immer 8 bis 10 Punkte in Englisch, und da er beim Sportartikelhersteller Nike unter Vertrag ist, durfte er schon mal in dessen Megashop in London umsonst einkaufen. Ob es konkrete Anfragen gab? „Mein Berater hält das eher weg von mir“, sagt Rode und wechselt vom weißen ins schwarze Hemd. „Ich soll mich auf den Fußball konzentrieren. Alles andere kommt zum gegebenen Zeitpunkt.“
Der Eintracht-Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen hatte bereits betont, dass er Rode, den „Garanten für Qualität“, nicht vor 2014 ziehen lassen will, auch wenn dem Verein dadurch eine gewaltige Ablöse flöten gehen würde. Langfristig habe er aber keine Chance, Spieler wie Rode oder Sebastian Jung zu halten.
Im Rampenlicht steht der Jungstar immer öfter, vor dem Fotografen ist er unkompliziert und freundlich. Wie lange er Zeit habe? „Den ganzen Tag“, sagt der Profi. Rode hat seinen Kumpel Florian mitgebracht, die beiden kennen sich schon seit zehn Jahren. „Der Sebastian ist von Grund auf bodenständig, hilfsbereit und humorvoll“, urteilt er. Nein, er sei kein Schnösel geworden. Gar nicht.

Aufsteiger der Hinrunde

Rode war Ende 2012 von seinen Bundesliga-Kollegen zum „Aufsteiger der Hinrunde“ gewählt worden. Das ändert aber nichts daran, dass er mit seinen alten Schulfreunden aus Bensheim öfter Fußball gucken geht oder - wie am vergangenen Wochenende, als er seine Gelb-Sperre absitzen musste und beim 0:0 in Hannover fehlte - bei seinem Ex-Club Kickers Offenbach in der 3. Liga vorbeischaut.
„Ich werde jetzt öfter auf der Straße erkannt“, sagt das Eintracht-Talent. Und wenn er im Kino an der Kasse steht, kommen schon mal Fans, um mit sich mit ihm fotografieren zu lassen. „Ich bin sehr heimatverbunden“, sagt Rode. Geboren in Seeheim-Jugenheim, erste Torschüsse beim SKV Hähnlein. Mit seiner Johanna, einer Studentin, wohnt er noch in Darmstadt. „Unsere Schulen lagen nur 100 Meter auseinander. Jetzt sind wir schon fünf Jahre zusammen. Klar, Kinder möchte ich später auf jeden Fall mal haben.“

Smalltalk mit Löw

In seinem feinen Anzug sitzt Rode geduldig an der Hotelbar, dabei trägt er am liebsten „Casual: Jeans und Pulli“. Die Kameras klicken, über 500 Mal ist Rode jetzt abgelichtet. Und er gibt ein gutes Bild ab als Fotomodel - wie auf dem Rasen als einer der Eintracht-Asse. Bundestrainer Joachim Löw hat ihn längst im Visier. „Ich konzentriere mich erstmal auf die U-21-EM in Israel, dann die Nationalmannschaft“, sagt Rode. Immerhin hat er Löw schon mal die Hand geschüttelt: „Als wir mit der Eintracht in Freiburg waren, lief er mir im Hotel über die Füße. Er fragte: Hallo, wie geht's? Haben ein bisschen Smalltalk gemacht.“ (dpa)

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