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Eintracht Frankfurt
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16. November 2012

Eintracht Frankfurt: Trapp, die Katze im Kasten

 Von Ingo Durstewitz
Kevin Trapp, Herr der Situation.Foto: dapd

Ohne Torwart Kevin Trapp stünde die Eintracht sicherlich nicht auf dem dritten Platz - der 22-Jährige ist zurzeit der beste Schlussmann in Deutschland, geht damit aber sehr professionell um

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Es ist nicht so, dass der stets so nüchtern und technokratisch daherkommende Josef Heynckes in blumigen Worten schöne Bilder vom Kontrahenten Eintracht gemalt hätte, das nun nicht. Aber der altgediente Trainer des FC Bayern München konnte eine gewisse Schwärmerei für diesen Klasse(n)-Neuling aus Hessen nicht verbergen. „Glückwunsch zu dieser Mannschaft“, sagte Heynckes nach dem verdienten, hart erkämpften 2:0-Erfolg seiner Bayern am vergangenen Samstag. „Die Eintracht spielt guten, flotten, agilen, attraktiven Fußball“, jubilierte Heynckes, der vor einer halben Ewigkeit selbst mal eine unglückselige Zeit am Riederwald verlebte und seitdem in Frankfurt nicht unbedingt zu den beliebtesten Personen gehört. Das ist lange vorbei, sogar die Uhren gehen wieder. Heynckes fand den jüngsten Auftritt von Eintracht Frankfurt in Fröttmaning bemerkenswert, doch richtig angetan war er von ihrem letzten Mann. „Kevin Trapp war sicherlich der beste Frankfurter Spieler. Das war herausragend.“ Widerspruch regte sich da sicher nicht.

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Momentan stärkster Torhüter in Deutschland

In München wehrte Trapp zehn Torschüsse ab, nicht irgendwelche, sondern stets aus kurzer Distanz, egal, ob Ribery, Robben, Alaba oder Kroos vor ihm auftauchten, Trapp war zur Stelle, zumeist mit dem Fuß. Vor allen Dingen die allererste Großtat gegen Ribery war vom Feinsten, als der linke Fuß herausschnellte und den Ball am Pfosten vorbeilenkte. „Er hat super gehalten“, lobte Mittelfeldspieler Alexander Meier. „Wie er seit Wochen hält, ist Wahnsinn.“ Gut gebrüllt.
Es ist ganz gewiss nicht übertrieben zu behaupten, dass der 22 Jahre alte Ballfänger aus dem saarländischen Merzig momentan der stärkste Torhüter in Deutschland ist, vielleicht ein bisschen stärker als René Adler, sicherlich stärker als Manuel Neuer und ganz bestimmt stärker als Marc-André ter Stegen, Ron-Robert Zieler oder Bernd Leno. In den bisherigen elf Bundesligaspielen präsentierte sich Trapp in einer famosen, herausragenden Verfassung. Es ist fast schon ungeheuerlich, ja unglaublich, wie der 1,89 Meter große Keeper sein Heiligtum verteidigt.
In fast jedem Spiel vereitelte er mehrere hundertprozentige Torchancen des Gegners, er macht das mit einer Bierruhe, abgeklärt und sicher, er ist ein Meister seines Fachs, reaktionsschnell, antizipierend, schnell wie eine Katze. Seine Reflexe sind grandios. Gerade in den Eins-gegen-Eins-Situationen kann ihm derzeit kaum einer das Wasser reichen, da wartet er, bleibt lange stehen, verunsichert den Angreifer, für den der Torwart auch deshalb immer größer erscheint.

Trapp wirkt souverän

Und Trapp hat in beinahe jedem Spiel Paraden, die man kaum für möglich hält, die für offen stehende Münder sorgen, Szenen, in denen man den Ball eigentlich schon im Netz zappeln sieht. Im Grunde hat er die Eintracht − bis auf die Partie in Mönchengladbach − in jeder einzelnen Partie im Spiel gehalten, teilweise mit spektakulären Taten. Er hat ihr sicherlich fünf, sechs Punkte gerettet, im Alleingang. Ohne den Rückhalt zwischen den Stangen würden die Frankfurter nach elf Begegnungen nicht auf Rang drei geführt, das ist sonnenklar.
Trapp, und das ist ebenfalls erstaunlich, besticht nicht nur durch die atemberaubende Rettungsaktionen, er lässt auch sonst keinerlei Unsicherheit erkennen, wirkt immer absolut souverän, wackelt nie, scheint keine Nerven zu haben. Auch bei Flanken, wenn er im Gewühl nach draußen geht, fängt er den Ball oder befördert ihn weit genug hinaus aus der gefährlichen Zone. Trapp hat keine Angst, vermittelt den Eindruck von Dominanz und Stärke, ist aber gleichzeitig ruhig und sachlich, kein Showman, kein Flieger, er gibt der Mannschaft Halt, verleiht ihr Sicherheit und Stabilität, er gibt gerade den Abwehrspielern ein gutes Gefühl.
Trapp hat es im Klassenbuch der FR gleich dreimal in die Kategorie Primus geschafft, diese Rubrik ist nur für diejenigen vorgesehen, die Außergewöhnliches geleistet haben. Er stand auch dreimal in der Kicker-Elf des Tages, dreimal bedachte ihn das Fachmagazin mit der Note eins. In der Rangliste rangiert er mit einem Notenschnitt von 2,05 vor René Adler (2,09). Es folgt mit weitem Abschnitt Fabian Giefer von Fortuna Düsseldorf (2,64).
Trapp wäre in der derzeitigen Verfassung sicherlich ein Kandidat für die A-Nationalmannschaft. „Ich sehe ihn klar vor Adler“, sagte Trainer Armin Veh. Adler war jetzt von Bundestrainer Joachim Löw für das Länderspiel in den Niederlanden erstmals nach langer Zeit wieder nominiert worden. Trapp hingegen reiste nach Bochum zur U21 – und am Mittwoch wieder zurück. Übelkeit verhinderte seinen Einsatz.

1,5 Millionen für einen Absteiger

Natürlich ist es so, dass sich gerade Torhüter erst über einen längeren Zeitraum beweisen müssen, sie müssen zeigen, dass sie keine Eintagsfliegen und in der Lage sind, Leistungen auf Topniveau über eine längere Strecke zu konservieren. Trapp hat das jetzt über einige Monate geschafft, in der Spielzeit zuvor aber, beim späteren Absteiger 1. FC Kaiserslautern, ließ er sich so ein bisschen von der kollektiven Verunsicherung anstecken, da hatte er so manchen Wackler im Spiel, gegen Ende der Runde verletzte er sich und schaffte es nicht mehr zurück in den Kasten, der damalige FCK-Trainer Krassimir Balakow gab Tobias Sippel den Vorzug – auch weil Trapp wenig Bereitschaft signalisierte, seinen auslaufenden Vertrag zu verlängern. Die Lauterer stiegen auch mit Sippel sang- und klanglos ab.
Nach sieben Jahren am Betzenberg war es für Trapp an der Zeit, weiterzuziehen. „Ich brauchte einen Tapetenwechsel, ich musste etwas Neues sehen.“ Das Angebot der Eintracht kam da wie gerufen, schon nach den ersten Gesprächen war für den ruhigen Mann klar, dass er an den Main wechseln will. Die Hessen überwiesen 1,5 Millionen Euro an den Absteiger, und damals fragten sich viele, ob es denn wirklich Sinn mache, so viel Geld in einen Abstiegstorwart zu stecken. Längst sind alle Kritiker und Zweifler verstummt.
„Das war eine Rieseninvestition“, sagte Trainer Veh. „Obwohl das für uns ja so ist, als ob die Bayern 40 Millionen für Martinez bezahlen.“ Veh war von Anfang an überzeugt, er schwärmt auch von Trapps Persönlichkeit und traut ihm zu, das neue Gesicht der Eintracht zu werden. Das war in letzter Zeit Torwart-Methusalem Oka Nikolov, das Stehaufmännchen schaffte es in den zurückliegenden Jahren stets, die geholten Schlussmänner auf die Bank zu verdrängen. Dass ihm das dieses Mal nicht gelingen würde, wusste er sehr schnell. „Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal gesagt, ich glaube nicht, dass ich Kevin verdrängen kann“, sagte Nikolov unlängst im FR-Interview. „Ich wusste, dass es für mich in dieser Runde sehr, sehr schwer wird.“

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Trapp geht mit seinem persönlichen Höhenflug sehr professionell um, er weiß, wie schnell es gehen kann im Fußballgeschäft. Die Zeit in Kaiserslautern hat ihn geprägt, sie war für ihn sehr lehrreich. „Am Anfang ging es für mich rasant nach oben, dann kriegst du fast jedes Wochenende auf die Mütze und ein Jahr später bist du abgestiegen“, sagte er kürzlich. Er weiß, wie es Torhütern wie ter Stegen oder Zieler geht, die hochgejubelt wurden und nun kein Bein auf den Boden bekommen.
Trapp ist weit davon entfernt, Forderungen zu stellen. Natürlich sei die A-Nationalelf das große Ziel, doch einen strengen Karriereplan verfolge er nicht. „Ich setze mich nicht unter Druck“, es gebe halt auch viele Faktoren, die „man nicht beeinflussen kann“, weshalb er „ganz entspannt“ sei. Für ihn ist Manuel Neuer ohnehin die „klare Nummer eins“ Deutschlands, dahinter aber sei sehr viel Bewegung. „Das ist auch für mich ein gutes Zeichen.“ Und manchmal kann es ja ganz schnell gehen. Sebastian Jung weiß das.

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