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Eintracht Frankfurt: Und wieder verletzt sich ein Torhüter

Ersatztormann Rössl bricht der fünfte Mittelfußknochen. Wieder fällt ein Keeper aus. Doch die Eintracht denkt nicht an eine Neuverpflichtung. Trainer Skibbe hofft auf Fährmann oder Zimmermann. Von Thomas Kilchenstein

Unverwüstlich. Oka Nikolov, seit einer halben Ewigkeit Torwart bei Eintracht Frankfurt.
Unverwüstlich. Oka Nikolov, seit einer halben Ewigkeit Torwart bei Eintracht Frankfurt.
Foto: dpa

Am Montag musste Michael Skibbe beim turnusmäßigen Lehrgang des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) in Frankfurt einen Vortrag halten. Der Trainer des Bundesligisten Eintracht Frankfurt referierte eine gute dreiviertel Stunde über moderne Trainingslehre. Das war die Theorie. Danach ging es zur Praxis raus auf den Platz. Da hatte der Coach aber - gemeinsam mit Klubchef Herbert Bruchhagen - bereits eine weitreichende Entscheidung getroffen: Der Klub wird nach der schweren Verletzung des vierten Ersatztorhüters Andreas Rössl, der sich den fünften Mittelfußknochen gebrochen hatte, keinen weiteren Torhüter verpflichten.

Dieser Gedanke wurde auch deswegen verworfen, weil die Verletzungen der beiden Torhüter Ralf Fährmann (Mittelhandbruch) und Jan Zimmermann (Schambein-Entzündung) so weit ausgeheilt zu sein scheinen, dass sie in "absehbarer Zeit", so der Klub in einer eilig verschickten Pressemitteilung, wieder Dienst unter der Latte tun können. Zumindest aber auf der Bank sitzen. Denn (noch) hat die Eintracht ja einen Stammtorhüter, Oka Nikolov, zwar schon 35 Jahre alte, aber offenbar unverwüstlich.

Trainer Skibbe, Optimist von Haus aus, geht gar so weit, dass er entweder Zimmermann oder Fährmann schon am kommenden Samstag im Auswärtsspiel beim SC Freiburg auf der Ersatzbank sieht. "Das wäre mir am liebsten." Ganz sicher ist aber, dass beim nächsten Heimspiel gegen den Hamburger SV einer von beiden wieder die Nummer zwei auf der Bank sein wird. Vorsichtshalber hat er aber dennoch Markus Kolke, zweiter Mann in der U23, und den A-Jugend-Torwart Erman Muratagic für zehn Tage zum Training der Profis bestellt. Beide werden heute Abend um 18.30 Uhr je eine Halbzeit im Testspiel gegen die SG Bruchköbel im Tor stehen

Am heutigen Dienstag stellt sich Ralf Fährmann, der sich vor gut sieben Wochen die Mittelhand im Trainingslager gebrochen hatte, noch bei einem Handchirurgen vor. Sollte der Mediziner sein Plazet geben, soll der U21-Nationalspieler noch in dieser Woche mit leichtem torwartspezifischen Training beginnen. Fährmann hat ohnehin schon seit Wochen im Feld mit den Profis geübt, Defizite in der Fitness hat er also keine. Ähnlich gut soll es bei Jan Zimmermann aussehen, der sich nach seiner monatelangen Schambein-Entzündung in der Reha fit gehalten hat und sich ebenfalls wieder übungshalber quer legen soll.

Unverwüstlicher Oka Nikolov

Andreas Rössl hatte sich am Samstag im Regionalligaspiel bei Bayern Alzenau den fünften Mittelfußknochen gebrochen und wurde bereits am gestrigen Montag in München operiert. Dabei hatte der 21-Jährige die Begegnung sogar noch zu Ende gespielt, aber anderntags verspürte er Schmerzen, zudem war der Fuß geschwollen und blau angelaufen. Damit dürfte für Rössl, erst in dieser Runde vom TSV 1860 München II gekommen, die Hinrunde gelaufen sein. Eintracht-Arzt Christoph Seeger sagte, er falle "zwei bis drei Monate aus". Damit hat sich bei der Eintracht in der noch jungen Saison schon der vierte Torwart verletzt.

Das Verletzungspech bei der Eintracht im Tor ist sprichwörtlich. Neben Fährmann, Zimmermann und jetzt aktuell Rössl liegt ja auch noch Markus Pröll monatelang auf Eis. Der 30-Jährige hatte sich vor Wochenfrist bei einem Freundschaftsspiel eine Schulterecksgelenksprengung zugezogen und musste ebenfalls operiert werden.

"Mit vier Torhütern in die Saison zu gehen, macht keinen Sinn. Das ist einer zu viel", hatte Skibbe noch bei seinem Antritt in Frankfurt im Sommer gesagt. Jetzt kann er froh sein, dass er noch einen, und zwar die Stammkraft Oka Nikolov, hat. Nie war er wertvoller als heute. Nikolov wird im übrigen nicht besonders geschont: "Wenn man anfängt darüber nachzudenken, was passieren kann, gibt es schon ein Problem", sagte Michael Skibbe. Trotzdem wird Nikolov in Bruchköbel vorsichtshalber pausieren.

Pausieren mussten kurzfristig auch Chris, der sich wegen eines grippalen Infekts abgemeldet hatte und Markus Steinhöfer. Der Mittelfeldspieler hatte am Samstag im Spiel der U23, in dem er ein Tor erzielte, einen Schlag gegen die Wade erhalten. Dafür sieht es bei Stürmer Martin Fenin besser aus. Der Tscheche weilte eine Woche zur Behandlung seiner beiden operierten Leisten in Berlin, er konnte gestern aber mit Konditionstrainer Michael Fabacher üben und soll bald in den Kreis der Mannschaft stoßen.

Autor:  Thomas Kilchenstein
Datum:  8 | 9 | 2009
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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