Es ist das erste Mal seit seinem Weggang aus Frankfurt, dass Patrick Ochs am Samstag wieder in seinem Stadion steht. Sein Stadion, in dem er viele, viele Jahre die Linie rauf und runter gewetzt ist, immer rechts, das Stadion, in dem er jeden Grashalm kennt. Für die Eintracht machte er 205 Spiele, er schoss fünf Tore, bei der Eintracht begann seine Karriere. Hier reifte er zum überdurchschnittlichen Bundesligaspieler. Ob er morgen den Rasen auch spielend betreten wird, ist derzeit offen − Patrick Ochs ist bei der TSG Hoffenheim alles, nur kein Stammspieler.
Drei Einsätze hat der rote Renner bislang bekommen in Sinsheim beim Klub von Hopps Gnaden, an den er im Sommer vom VfL Wolfsburg ausgeliehen wurde. Einmal stand er sogar 90 Minuten auf dem Platz − bei der 3:5-Niederlage gegen Freiburg im September.
Nein, so furchtbar glücklich ist der gebürtige Frankfurter bislang im Kraichgau nicht geworden. „Mir wurde viel versprochen, aber leider nichts gehalten“, rumpelte er unlängst öffentlich. Ein wenig mehr Rückhalt hätte sich der 28-Jährige von seinem neuen Verein schon gewünscht. Jetzt hat Hoffenheim auch noch den Peruaner Luis Advincula exakt für seine Position geholt, Andreas Beck spielt hinten rechts. Zum Rückrunden-Auftakt saß er wieder 90 Minuten auf der Bank. Man kann sagen: Ochs kam vom Regen in die Traufe.
Denn auch der Wechsel zum VfL Wolfsburg, zu dem er nach dem Abstieg der Eintracht 2011 ging, hat seine Karriere nicht unbedingt beflügelt. 13-mal durfte er spielen, ein eingeklemmter Nerv und „Psychospielchen“ von Ex-Trainer Felix Magath warfen ihn am Mittellandkanal aus der Bahn. Sein Karriereknick ist frappierend: Patrick Ochs war in Frankfurt auf dem Weg zum Nationalspieler. Davon ist weiter entfernt denn je.
Der Bergen-Enkheimer, der im Alter von sieben Jahren zur Eintracht kam und bis auf ein zweijähriges Intermezzo bei Bayern München II 16 Jahre den Adler trug, hat sich durch den Weggang zwar wirtschaftlich verbessert, sportlich aber steckt er in der Sackgasse. Zudem nehmen ihm die Fans in Frankfurt übel, dass er im Winter 2010 als Kapitän klammheimlich und direkt nach einer Eintracht-Niederlage mit Felix Magath verhandelte, damals beim FC Schalke unter Vertrag. Das kam nicht gut an, 17 Spieltage später war die Eintracht abgestiegen, Ochs hatte nie mehr zu seiner gewohnten Leistung gefunden.
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