Die Rivalität zwischen Eintracht Frankfurt und Mainz 05 ist nicht über Jahrzehnte hinweg gewachsen, das liegt daran, dass die Hessen den Nachbarn aus Rheinland-Pfalz lange Zeit nicht so richtig ernst genommen haben. Die Rheinhessen waren keine ernsthafte Konkurrenz, eher der kleine Karnevalsverein, auf den man spöttisch herabsah. Das hat sich längst geändert. In den letzten Jahren haben sich die Kräfteverhältnisse sogar verschoben, die Mainzer haben der Eintracht kurzzeitig den Rang abgelaufen, gerade nach dem Abstieg der Hessen, den der FSV mit einem derben 3:0 am 30. April 2011 einleitete. In dieser Saison hat die Eintracht bislang die Nase vorn. Der Klub vom Main ist der größere Verein, mit der bewegteren Vergangenheit und dem größeren Fanpotenzial. Doch was hat das heute Abend schon zu sagen? „Ich mag die Mainzer“, sagt Armin Veh. „Sie sind mir sympathisch, weil sie sehr viel richtig gemacht haben.“ Die FR vergleicht die Klubs, die Mannschaften und die Trainer. Und sie wagt einen Tipp.
Armin Veh: Unterschiedlicher könnten sie kaum sein. Armin Veh und Thomas Tuchel sind wie Feuer und Wasser, wie Plus und Minus. Der Eintracht-Trainer ist ein cooler, umgänglicher Typ, charmant und witzig, einer, der sich und das Geschäft nicht so wichtig nimmt, er ist locker und gelöst, zehrt von seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz. „Die einzige positive Sache am Altern ist, dass man mehr Erfahrung hat und weiß, wie die Dinge zu laufen haben.“ Veh, 51, lässt auch Fünfe mal gerade sein, hält Distanz zu seinen Spielern, aber lässt die Leine ruhig etwas länger. Sein größter Vorteil: Er hat eine natürliche Autorität, ihm tanzt keiner auf der Nase herum, er ist der Chef im Ring. Zu seinen Anfangszeiten war er weitaus verbissener, da kontrollierte er alles, flippte aus, wenn seine Spieler bei Mc Donald’s Pommes bestellten. „Früher war ich ein Diktator“, sagt er. Veh liebt seinen Job, liebt den Fußballsport, der ihn nicht loslässt. Veh, Meistertrainer, ist ehrgeizig, ein Fachmann mit Instinkt und Bauchgefühl. Den Erfolg kann er bestens und gekonnt moderieren. Veh steht unter Strom, aber er nimmt sich die Freiheiten, die er braucht, scheut sich nicht, während der Saison mal ein paar Tage Urlaub zu machen, um den Akku wieder aufzuladen.
Main gegen Rhein. Frankfurt gegen Mainz. Nadja Erb stellt gegenüber.
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