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Eintracht Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt

26. Januar 2013

Eintracht Frankfurt: Wichtiger Heimsieg

 Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz
Erleichterung: Eintracht Frankfurt fährt einen wichtigen Sieg ein. Foto: dpa

Eine ersatzgeschwächte Eintracht kommt in einem arg zerfahrenen Kampfspiel gegen die TSG Hoffenheim zu einem eminent wichtigen 2:1 (1:0)-Heimsieg. „Damit können wir uns oben festsetzen“, sagte Sebastian Rode.

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Eine ersatzgeschwächte Eintracht kommt in einem arg zerfahrenen Kampfspiel gegen die TSG Hoffenheim zu einem eminent wichtigen 2:1 (1:0)-Heimsieg. „Damit können wir uns oben festsetzen“, sagte Sebastian Rode.

Martin Lanig stand da im Trainingsanzug, frisch gefönt und entspannt, so als habe er mit der ganzen Sache nichts zu tun. Oder: als habe er gar nicht mitgespielt, wie so oft in dieser Saison. Lanig ist das, was man einen Edelreservisten nennt. An Pirmin Schwegler kommt er normalerweise nicht vorbei, er kommt rein, wenn einer aus dem defensiven Mittelfeld ausfällt. Das ist seine Rolle bei Eintracht Frankfurt. Also stand er da in den Katakomben, ging mal hier, mal dort hin, während die Kollegen, noch schweißnass dampfend, von Mikrofon zu Mikrofon eilten. Doch Martin Lanig war einer der Hauptdarsteller dieses eiskalten Nachmittags. Er musste kurzfristig einspringen für den erkrankten Kapitän Pirmin Schwegler, der am Freitag über Fieber klagte und am Samstag, dick eingemummelt, zunächst nur auf der Ersatzbank Platz nehmen konnte. „Pirmin hat nur Dampf für 20, 25 Minuten“, begründete Trainer Armin Veh den Verzicht auf seinen Leistungsträger.

Und wie Lanig einsprang: Nach 35 Minuten hob er den Ball, nach einem wunderschönen Lupfer von Takashi Inui, über Tim Wiese ins Hoffenheimer Tor zum 1:0 für die Eintracht. Ohnehin war er in der ersten Halbzeit an allen gefährlichen Situationen beteiligt. Das sah teilweise richtig gut aus. Andererseits missriet ihm in der Anfangsphase so manche Aktion, gerade defensiv beschwor er Gefahr vor das eigene Tor herauf. „Ich bin froh, der Mannschaft helfen zu können“, sagte er hinterher. Hoffenheim als Gegner liegt ihm allemal. Schon im Hinspiel erzielte er ein Tor, jetzt sein insgesamt drittes in dieser Saison. „Ich versuche immer, torgefährlich zu sein“, sagte Lanig, der darüber hinaus noch nie gegen seinen Ex-Verein aus dem Kraichgau verloren hat.

Celozzi von Anfang an

Aber Martin Lanig war nicht der einzige Nachrücker: Auch Stefano Celozzi durfte spielen, zum ersten Mal in dieser Saison von Anfang an. Sebastian Jung war ebenfalls erkrankt, am Freitag „hatte er noch glasige Augen“ (Veh). Beide machten ihre Sache leidlich ordentlich, beide wussten aber auch nicht restlos zu überzeugen. Vor allem zeigte sich eines: Ohne Pirmin Schwegler, den Lenker und Denker im Frankfurter Mittelfeld, geht nicht viel. Es fehlte die zentrale Anspielstation, es fehlte einer, der das Spiel ordnete, der die Pässe in die Spitze schlug, der das Tempo und den Rhythmus vorgab. Das Spiel der Eintracht sah lange Zeit nicht schön aus, er was einfältig und ohne große Ideen: Viel zu oft musste der formidable Torwart Kevin Trapp die Bälle lang nach vorne schlagen, in der Hoffnung, einen Abnehmer zu finden. Dummerweise verlor der lange Alexander Meier an diesem Tag praktisch jedes Kopfballduell gegen den noch längeren Matthieu Delpierre - mit der Folge: jeder lang geschlagene Ball kam postwendend zurück.

Rode mit Problemen

Und das Fehlen von Schwegler machte insbesondere einem schwer zu schaffen: Sebastian Rode. Der Dynamiker fand überhaupt nicht ins Spiel. Ihm fehlte Schwegler an allen Ecken und Enden. Dazu kam, dass Rode bereits nach knapp fünf Minuten die Gelbe Karte sah. Aber auch danach gelang ihm nicht viel, seine Pässe waren schlampig, viel zu oft kam er einen Schritt zu spät. „Für mich war das heute nicht so einfach. Das war heute nicht mein Tag“, sagte er selbstkritisch bei der Analyse. Er merkte selbst, wie wertvoll gerade für ihr der Spielpartner Schwegler ist. Vielleicht sollte ihm das zu denken geben, wenn er über seine Zukunft berät.

Nein, bei Eintracht Frankfurt lief nicht viel zusammen heute. Spielerisch war das eher dürftig, man sah, wie schwer Fußball auch sein kann. Und diese These sei gewagt: Andere Teams als Hoffenheim hätten an diesem Samstag den Platz nicht als Verlierer verlassen. Doch die TSG Hoffenheim, bei denen Patrick Ochs auf der linken Abwehrseite spielte und nur noch ein Schatten seiner selbst war, war ein dankbarer Gegner. Nicht wirklich gefährlich, viel zu phlegmatisch, harmlos, die meisten Spieler blieben deutlich hinter den Erwartungen. Selbst nach dem Ausgleich durch den Besten Kevin Volland (65.) ging kein Ruck durch die Mannschaft. Kurze Zeit später drückte Stefan Aigner (67.) eine unfreiwillig verlängerte Ecke von Bastian Oczipka mit der Sohle zum Siegtor über die Linie. Es war bereits sein siebter Treffer. „In der zweiten Halbzeit haben wir nur reagiert“, sagte Ersatzkapitän Alexander Meier. „Da haben wir das Spiel aus der Hand gegeben und die erforderlich Aggressivität vermissen lassen. Aber nur wenn wir aggressiv sind, spielen wir auch gut Fußball.“

„Wir hatten vorher ein mulmiges Gefühl“

Dieser Sieg war wichtig. „Wir hatten vorher ein mulmiges Gefühl“, sagte auch Sportdirektor Bruno Hübner. Einer weitere Niederlage und die Diskussionen hätten wieder begonnen. Trainer Armin Veh sagte: „ In der Bundesliga kannst du schnell vier, fünf Spiele am Stück verlieren. Deshalb war es so wichtig, am zweiten Spieltag der Rückrunde zu gewinnen. Ich bin glücklich, dass wir das geschafft haben.“ Die offizielle Version lautet: „Wir haben den Abstand auf Hoffenheim vergrößert.“ 20 Punkte beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz – den Hoffenheim jetzt einnimmt - , da dürfte nicht mehr viel anbrennen. Inoffiziell heißt es: „Wir wollen uns vorne festbeißen.“ Das hat Sebastian Rode am Abend gesagt. Klubchef Heribert Bruchhagen meinte in einer ersten Analyse: „Der Sieg tut uns ausgesprochen gut.“ Die Hessen haben sich in der Spitzengruppe gehalten, sie haben ihren vierten Platz verteidigt. Und das mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft. „Die Mannschaft“, lobte Veh und gab ihr prompt zwei Tage frei, „hat wirklich gefightet.“

In der Stürmersuche ist die Eintracht indes noch nicht weitergekommen. Zuversichtlich sind die Verantwortlichen aber allemal. „Je näher die Deadline rückt, desto größer werden die Chancen, noch zum Erfolg zu kommen“, sagte Bruchhagen. Hübner gab sich optimistisch: „Die Suche sieht gut aus. Bis Donnerstag ist einer da.“ Donnerstag, am 31. Januar, schließt das Transfer-Fenster.

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