Am Freitag, ganz früh am Morgen, wird Carlos Zambrano auf dem Rhein-Main-Flughafen aus dem Flieger steigen, vermutlich übernächtigt und geschlaucht. Von Costa Rica bis nach Frankfurt ist es ja ein Stück, dort in der Karibik hat der 23 Jahre alte Verteidiger mit der peruanischen Nationalmannschaft am Mittwochabend gespielt (2 Uhr MESZ). Am Freitag also soll der abschließende Medizincheck erfolgen, danach wird der seit Wochen herbeigesehnte Innenverteidiger seine Unterschrift unter den Vertrag bei Eintracht Frankfurt setzen. Der Stopper wird nach zwei Jahren auf Schalke (16 Spiele/0 Tore) und zwei Jahren beim FC St. Pauli (26/1 Tor, pikanterweise beim 1:3 gegen Eintracht Frankfurt) für drei Jahre in Frankfurt verteidigen. Am Freitag will der Klub alles dransetzen, noch die erforderliche Spielerlaubnis zu bekommen. Das könnte knapp werden. Ob Zambrano am Samstag schon mit seinen neuen Kollegen zum ersten Pflichtspiel ins Erzgebirge zum Pokal-Spiel gegen Aue fahren wird, hält Trainer Armin Veh noch unter Verschluss. „Ob ich das mache, weiß ich noch nicht.“ Fit wäre der absolute Wunschspieler allemal, „er hat ja länger trainiert als wir“, sagt Veh. Die zweite Liga hat bekanntlich schon begonnen. Wahrscheinlich ist aber, dass Vadim Demidov und Heiko Butscher am Sonntagnachmittag (16 Uhr) in Aue spielen werden.
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„Wir haben die Zusage, wir sind uns einig“, hatte kurz zuvor Sportdirektor Bruno Hübner gesagt. „Alle Voraussetzungen sind erfüllt.“ Die Hamburger haben „unser Angebot angenommen“, berichtete Hübner. Die Eintracht wird 1,2 Millionen Euro an den FC St. Pauli überweisen, 30 Prozent davon bleiben beim Kiez-Klub, 70 Prozent fließen an eine Schweizer Agentur, die ebenfalls Rechte an dem Spieler hält. Auf Carlos Zambrano, der zum Ende der Zweitliga-Rückrunde unangenehm aufgefallen war, als er den Düsseldorfer Sascha Rösler angespuckt hatte und vom Sportgericht für zwei Wochen gesperrt worden war, hatte sich Veh frühzeitig festgelegt. Diesen Innenverteidiger wollte der Coach unbedingt haben. Nun hat er ihn, später, viel später als erhofft.
Gnadenlos zu Friend
„Er weiß, wo das Tor steht“, sagt Hübner und meint den anderen Zugang, Dorge Kouemaha, der ebenfalls am Freitag nach einer Blutuntersuchung mit dem Aufbautraining beginnen soll. Der Kameruner, für ein Jahr vom FC Brügge ausgeliehen, ist nach einem Achillessehnenriss noch nicht fit, vier bis sechs Wochen werde er brauchen, bis er den konditionellen Rückstand aufgeholt hat. „Er ist ein Stoßstürmer, hat vor seiner Verletzung pro Saison immer zweistellig getroffen und ist auch charakterlich in Ordnung“, lobt Hübner. Der Kameruner sei gewillt, die „Rolle des zweiten oder dritten Stürmers anzunehmen.“
Die Frankfurter Eintracht Frankfurt bestätigt ihre starke Frühform sogar gegen den FC Valencia bestätigt. Der Bundesliga-Aufsteiger gewinnt das Testspiel gegen den spanischen Champions-League-Teilnehmer mit 4:2 (2:1).
Dabei überzeugen vor allem die Neuzugänge: Stefan Aigner erzielte vor 20.100 Zuschauer nach Flanke von Bastian Oczipka das erste Tor (20.). Olivier Occean fälscht nur zwei Minuten später einen Schuss von Takashi Inui zum 2:0 ab (22.) und bringt die SGE später in Führung. Fotos: E. Krieger
Als „Stoßstürmer“ ist vor ziemlich genau einem Jahr auch Rob Friend angekündigt worden. Inzwischen ist der Kanadier in Frankfurt schuldlos fast zu einer Persona non grata erklärt worden. Die Eintracht will den Stürmer, noch bis 2014 unter Vertrag, unter allen Umständen loszuwerden. Ihm traut man die Rolle, die Kouemaha spielen soll, nicht zu. Drei Angebote lägen angeblich vor, doch der Angreifer, der gestern nach seiner Kniereizung wieder trainierte, will nicht gehen − was sein gutes Recht ist. Die Eintracht war es, die ihm vor Jahresfrist den Kontrakt unterbreitet hat. „Er wird irgendein Training zusammengestellt bekommen“, sagt Hübner lapidar, etwa durch einen lizenzierten Trainer oder er trainiere bei der U23 mit. Ganz erschließt sich einem nicht, warum Friend, der in einem Jahr bei der Eintracht genau ein Spiel über die volle Zeit machen durfte (und ein Tor erzielte), derart gnadenlos ins Abseits gestellt wird − ohne sich irgendetwas zuschulden kommen zu lassen.
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