Um ein Haar hätte der Frankfurter Carlos Zambrano den Augenblick verpasst, das erste Mal seit seinem Zehenbruch wieder Fußball spielen zu dürfen. Am Mittwoch hatte Trainer Armin Veh die beiden Teams schon eingeteilt, er hatte die gelben Hemden vergeben, und Carlos Zambrano kickte noch ein bisschen hinter dem Tor. Da wurde er auch schon gerufen, er solle, bitte schön, mittun. Der Peruaner ließ sich nicht lange bitten und spielte mit, erst im B-Team, in der zweiten Halbzeit dann im A-Team.
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Das sah schon ganz ordentlich aus. Zum ersten Mal seit dem Spiel beim VfB Stuttgart Ende Oktober, als der Zeh brach, war der Innenverteidiger wieder am Ball. Knapp zweieinhalb Wochen ist das jetzt her. Und wenn alles gut läuft, dann ist sogar ein Einsatz am kommenden Samstag zu Hause gegen den FC Augsburg denkbar. „Diese Möglichkeit besteht“, sagte Trainer Armin Veh. Er wirkte nicht so, als sei das völlig aus der Luft gegriffen. „Man muss sehen, wie der Zeh auf die Belastung reagiert“, sagte der Fußball-Lehrer zuversichtlich.
Am Dienstag hatte Zambrano erstmals mit dem Lauftraining begonnen. Gestern dann der Härtetest mit dem Ball. Der Peruaner trug dabei keine Schiene, nicht einmal einen Tape-Verband. Der Bruch sei gut verheilt, hieß es. Und prompt hatte er problemlos üben können. Ob es bis zum Samstag reicht, werden und müssen die nächsten Tage zeigen.
Die Rückkehr des 23-Jährigen wäre dringend geboten. Die Abwehr mit Bamba Anderson und vor allem Vadim Demidov ist alles andere als stabil. Gerade mit dem Norweger ist Veh nicht wirklich glücklich, er ist sehr schwankend in seinen Leistungen. Auch sein Aufbauspiel ist verbesserungswürdig.
Ärgern wollten sie die Bayern. Kein allzu hoch gestecktes Ziel für die Männer vom Main. Die Diva von der Isar ist für Ungemach immer recht anfällig. Das hält den FC Bayern München aber selten davon ab, dann doch genügend Bälle ins gegnerische Netz zu schieben. Und so lief das dann auch am 10. November ab...
Foto: Bongarts/Getty ImagesUnd Bamba Anderson, der Brasilianer, hat eine Menge mit sich zu tun und seine liebe Not, 90 Minuten konstant zu spielen. In beinahe jedem Spiel hat er einen Bolzen drin, beinahe in jedem Spiel beschwört einer seiner Leichtsinnsfehler mindestens eine gefährliche Situation vor dem eigenen Tor herauf. In München führte sein konfuses Kopfballspiel zum Strafstoß zum 0:2. Erinnert sei zudem an die Fehler gegen Dortmund und Fürth. „Bamba ist eigentlich schon konzentriert, aber er trifft halt manchmal die falschen Entscheidungen. Er hat aber im Kern ein gutes Zweikampfverhalten“, sagte Veh. Das große Verteidiger-Talent Marc-Oliver Kempf, das gestern in der U18 spielte, ist noch kein Thema, „Er soll die Schule fertig machen.“
Aus Sicht von Trainer Veh ist die Defensive auch deswegen nicht so lückenlos wie erhofft, weil alle Abwehrspieler erst relativ spät zur Eintracht kamen, Zambrano erst einen Tag vor dem Pokalspiel in Aue. Im Trainingslager im Spiel gegen Linz hatte Veh es deshalb sogar mit Mittelfeldspieler Martin Lanig und Heiko Butscher versucht. Es blieb beim Versuch.
Im Winter wünscht sich Veh deshalb Verstärkungen, der Vorstand von Eintracht Frankfurt hat das bislang mangels finanzieller Mittel kategorisch ausgeschlagen. Allerdings halten sich die Gerüchte, wonach der ehemalige Eintrachtler Marco Russ, beim VfL Wolfsburg schon längst aufs Abstellgleis geschoben, nach Frankfurt zurückkehren soll. „Dazu sage ich nichts“, sagte Veh.
Einen Tag früher als geplant ist indes Kevin Trapp nach Frankfurt zurückgekehrt. Der Torwart hatte die Freundschafts-Partie der U 21 am Abend gegen die Türkei wegen Übelkeit kurzfristig absagen müssen. Seinem Einsatz am Samstag gegen Augsburg soll aber nichts im Wege stehen. Ansonsten müsste noch mal Altmeister Oka Nikolov ran.
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