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Eintracht Frankurt: Amanatidis ante portas

Patrick Ochs träumt von "einem Endspiel" am letzten Spieltag in Wolfsburg: "Das wäre das Schönste." Eintracht-Trainer Skibbe sieht die Europa-Ambitionen mit gemischten Gefühlen. Von Ingo Durstewitz

Will lieber spielen, statt  Reden schwingen: Marco Russ.
Will lieber spielen, statt Reden schwingen: Marco Russ.
Foto: rtr

Auf einmal war Marco Russ, bisweilen ein bisschen vorlaut, nur noch kleinlaut. Am Tag, nachdem Eintracht-Trainer Michael Skibbe öffentlich machte, wie sehr er sich über die breitschultrigen Europa-Ankündigungen seiner Spieler und der folgenden schmalbrüstigen Umsetzung auf dem Feld in Gladbach geärgert hatte ("Davor haben die Spieler so viel von Europa gesprochen, aber dann haben sie den Hintern nicht hochgekriegt"), war der Innenverteidiger auf Linie gebracht. "Wir haben einfach zu viel gebabbelt", sagte der gebürtige Hesse in Landessprache. "Wir haben uns zu viele Gedanken gemacht, deshalb sind wir verkrampft." Russ, der nach drei Siegen in Serie selbst zum Sturm auf die Europapokalränge geblasen hatte, gibt für den Endspurt eine denkbar schlichte Losung aus: "Klappe halten, unser Spiel spielen, und dann schauen, was dabei herauskommt. Die anderen werden auch noch Federn lassen." Genau das glaubt auch Patrick Ochs, das Emotionsbündel auf rechts, Ochs träumt von "einem Endspiel" am letzten Spieltag in Wolfsburg. "Das wäre das Schönste." Aber, natürlich, die Eintracht sei da im Vergleich mit den Schwergewichten der Liga eher krasser Außenseiter. Klingt nach einer Kampfansage in Moll.

Allzu realistisch ist eine Party auf europäischen Bühnen ohnehin nicht, die Eintracht liegt vier Punkte und viele Tore hinter dem Hamburger SV, zudem haben sich Stuttgart und Wolfsburg auch schon an den Frankfurtern vorbeigemogelt. Die Eintracht müsste also drei Klubs überholen. Als "unglaublich unwahrscheinlich" tut Michael Skibbe diese klitzekleine Chance ab. Der Fußballlehrer vermittelt im Gespräch auch nicht wirklich den Eindruck, als könne er sich für die Europa League jetzt schon sehr erwärmen. Er sieht in einem internationalen Startplatz sogar einige Gefahren. "Sportlich käme das für uns sicher zu früh", betonte der 44-Jährige. "Die Teilnahme würde unsere Entwicklung eher hemmen denn beflügeln." Skibbe zählt ein paar abschreckende Beispiele auf, Schlusslicht Hertha BSC etwa oder den erst spät ins Rollen gekommenen VfB Stuttgart. Eine nicht so stabile und gute Mannschaft könne bei der Belastung schon mal ausbluten und dann nach hinten durchgereicht werden. "Dieser Wettbewerb kostet unheimlich viel Kraft, da ist unser Kader nicht ausgeglichen, nicht gefestigt genug. Das liegt noch über unserem Niveau." Aber so ganz will der Trainer nicht den Spielverderber mimen: "Wenn sich die Chance bietet, werden wir natürlich da sein."

Neue dürfen nichts kosten

Es müsse allerdings die Aufgabe der Vereinsführung sein, die Eintracht mit Augenmaß ans internationale Geschäft heranzuführen. Zwei, drei Verstärkungen sollen noch kommen, "wir stehen schon mit einigen Spielern in Kontakt", sagt Skibbe. In erster Linie sucht die Eintracht einen Stürmer, zumal sie nicht weiß, ob Halil Altintop gehalten werden und Ioannis Amanatidis wieder zu alter Stärke finden kann. Ob womöglich so ein Angreifer wie der Herthaner Ramos ein Thema sein könne, ist Skibbe gefragt worden. "Ein guter Spieler, aber der wird vier Millionen Euro Ablöse kosten. Unsere Neuen müssen aber ablösefrei sein." Oder aus den eigenen Reihen kommen.

Amanatidis, der am Dienstag erstmals fast in vollem Umfang am Mannschaftstraining teilnahm, soll in dieser Saison auf alle Fälle noch seine Einsätze bekommen. "Das ist sein Ziel und das ist auch unser Ziel", sagt Skibbe. Für die Eintracht sei es auch deshalb von Belang, weil "wir ja auch beurteilen müssen, ob sein Knie wirklich hält." Auf den neusten Kernspinbildern sehe das knorpelvorgeschädigte Knie gut aus, berichtet der Coach, "aber Drehungen, Sprünge, schnelle Haken, harte Zweikämpfe - das kann dir kein Bild beantworten."

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  14 | 4 | 2010
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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